Du denkst darüber nach, dich abzusichern, falls du mal nicht mehr arbeiten kannst? Die Berufsunfähigkeitsversicherung, kurz BU, ist da ein wichtiges Thema. Aber bei der Fülle an Angeboten kann man schnell den Überblick verlieren. Was steckt hinter den verschiedenen Tarifen und worauf solltest du achten, um die beste Berufsunfähigkeitsversicherung für dich zu finden? Wir schauen uns das mal genauer an.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist dein finanzieller Rettungsanker, falls du wegen Krankheit oder Unfall deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst. Sie zahlt eine vereinbarte Rente, die dir hilft, deinen Lebensstandard zu halten.
- Viele Tests und Vergleiche zeigen, dass es sich lohnt, verschiedene Anbieter genau unter die Lupe zu nehmen. Achte auf Testsiegel wie ’sehr gut‘, aber lies auch das Kleingedruckte.
- Die Kosten für eine BU hängen von vielen Faktoren ab, unter anderem von deinem Alter, deinem Beruf und deiner Gesundheit. Früh anfangen lohnt sich, denn je jünger und gesünder du bist, desto günstiger die Beiträge.
- Die Gesundheitsfragen sind ein wichtiger Teil des Antrags. Sei hier ehrlich, denn falsche Angaben können dazu führen, dass die Versicherung im Ernstfall nicht zahlt.
- Es gibt verschiedene Arten von Absicherungen wie die Arbeitsunfähigkeitsversicherung oder die Grundfähigkeitsversicherung. Die BU ist aber oft die umfassendste, besonders wenn du dir die Angebote genau ansiehst.
1. Berufsunfähigkeitsversicherung Test & Vergleich
Wenn du dich mit dem Thema Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) beschäftigst, kommst du an einem Punkt nicht vorbei: dem Vergleich. Es gibt einfach zu viele Anbieter und Tarife auf dem Markt, als dass man da einfach blind zugreifen könnte. Ein guter Test und Vergleich hilft dir, den Überblick zu behalten und die Police zu finden, die wirklich zu dir passt. Stell dir vor, du vergleichst verschiedene Handys oder Autos – bei der BU ist das nicht anders, nur dass es hier um deine finanzielle Absicherung geht, falls du deinen Job nicht mehr ausüben kannst.
Warum ist das so wichtig? Nun, die gesetzliche Absicherung ist oft ein Witz. Wenn du nach 1961 geboren bist, bekommst du im Ernstfall nur eine Erwerbsminderungsrente, die meist nicht mal zum Leben reicht. Da musst du dich schon selbst kümmern. Und genau da setzt die BU an. Aber nicht jeder Tarif ist gleich gut. Manche zahlen nur unter bestimmten Bedingungen, andere haben versteckte Klauseln, die dir später auf die Füße fallen könnten.
Worauf solltest du bei einem Test und Vergleich achten?
- Leistungsumfang: Was genau deckt die Versicherung ab? Krankheiten, Unfälle, aber auch psychische Probleme? Wie hoch ist die monatliche Rente, die du im Ernstfall bekommst?
- Kosten: Was zahlst du monatlich oder jährlich? Das hängt natürlich von deinem Beruf, deinem Alter und deinem Gesundheitszustand ab, aber es gibt auch hier große Unterschiede zwischen den Anbietern.
- Finanzielle Stärke des Anbieters: Klingt vielleicht erstmal trocken, ist aber super wichtig. Du schließt die Versicherung ja nicht für nächstes Jahr ab, sondern vielleicht für 30 oder 40 Jahre. Da willst du sicher sein, dass der Anbieter auch in Zukunft noch zahlungsfähig ist.
- Klauseln im Kleingedruckten: Hier lauern die Tücken. Achte darauf, dass der Versicherer auf eine "abstrakte Verweisung" verzichtet. Das bedeutet, dass sie dich nicht einfach in einen anderen Job stecken können, nur weil du theoretisch dazu in der Lage wärst. Auch Warte- und Karenzzeiten sind ein Punkt, den du genau prüfen solltest.
Viele Experten und Verbraucherschützer führen regelmäßig Tests durch und veröffentlichen Vergleiche. Diese Ergebnisse sind eine super Grundlage, um dich zu informieren. Aber denk dran: Ein Test ist immer eine Momentaufnahme und basiert oft auf Musterfällen. Deine persönliche Situation ist einzigartig, daher solltest du die Ergebnisse als Orientierung sehen und dich dann individuell beraten lassen oder selbst weiter recherchieren.
2. Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Stell dir vor, du kannst deinen Job nicht mehr machen. Egal ob durch Krankheit oder einen Unfall, du bist einfach nicht mehr in der Lage, deinen Beruf auszuüben. Genau hier kommt die Berufsunfähigkeitsversicherung (kurz BU) ins Spiel. Sie ist im Grunde eine Art Absicherung für deine finanzielle Zukunft, falls du berufsunfähig wirst.
Früher hat der Staat da mehr gemacht, aber seit Anfang 2001 ist die gesetzliche Absicherung ziemlich abgespeckt. Wenn du nach 1961 geboren bist, bekommst du im Ernstfall nur noch eine Erwerbsminderungsrente. Das ist aber oft nur ein Grundschutz, der nicht reicht, um deinen Lebensstandard zu halten. Die durchschnittliche Rente liegt da oft nur bei knapp 950 Euro im Monat, und das auch nur, wenn du lange genug eingezahlt hast. Die volle Rente gibt’s nur, wenn du gar keinen Job mehr machen kannst, egal welchen – also weniger als drei Stunden am Tag. Das ist schon ein krasser Unterschied zur BU.
Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung zählt nämlich dein aktueller Beruf. Wenn du deinen Job nicht mehr machen kannst, zahlt die Versicherung. Gute Verträge verzichten auf die sogenannte „abstrakte Verweisung“. Das heißt, sie schauen nicht, ob du vielleicht einen anderen Job machen könntest, sondern ob du deinen eigenen Beruf noch ausüben kannst. Das ist ein riesiger Unterschied zur staatlichen Rente.
Eine BU ist also eine private Absicherung, die dir hilft, deine finanzielle Lücke zu schließen, wenn du nicht mehr arbeiten kannst. Sie ist besonders wichtig, wenn du selbstständig bist und keine gesetzliche Absicherung hast. Aber auch für Angestellte ist sie Gold wert, um nicht plötzlich ohne Einkommen dazustehen. Denk dran:
- Sie zahlt, wenn du deinen Beruf voraussichtlich für mindestens sechs Monate zu über 50 Prozent nicht mehr ausüben kannst.
- Die Leistung kann rückwirkend gezahlt werden, auch wenn du die Versicherung erst später meldest.
- Sie sichert deine Existenz ab, wenn der Staat nicht mehr genug leistet.
3. Wann zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung?
Das ist natürlich die Kernfrage, oder? Wann genau greift denn die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) und zahlt dir die vereinbarte Rente aus? Ganz einfach gesagt: Wenn du deinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kannst. Aber was heißt das konkret?
Die Versicherung schaut sich an, was du zuletzt gemacht hast. Es geht also um deinen aktuellen Beruf, nicht um irgendwelche Jobs, die du theoretisch noch machen könntest. Wenn du wegen einer Krankheit oder einem Unfall voraussichtlich mindestens sechs Monate lang mehr als 50 Prozent deiner beruflichen Tätigkeit nicht mehr nachgehen kannst, dann giltst du als berufsunfähig.
Das Coole ist: Die Rente kann sogar rückwirkend gezahlt werden. Wenn du deine Berufsunfähigkeit erst später meldest, hast du oft bis zu drei Jahre Anspruch auf Nachzahlung. Das ist wichtig, falls du erstmal mit anderen Dingen kämpfst und die Versicherung erst mal hinten anstehst.
Damit du im Ernstfall auch wirklich dein Geld bekommst, sind ein paar Dinge wichtig:
- Die Definition der Berufsunfähigkeit: Achte darauf, dass die Klauseln klar sind und sich auf deinen konkreten Beruf beziehen.
- Die Dauer der Einschränkung: Meistens muss die Einschränkung voraussichtlich mindestens sechs Monate andauern.
- Der Grad der Einschränkung: In der Regel musst du zu mehr als 50 Prozent berufsunfähig sein.
Wenn die Versicherung prüft, ob du wirklich berufsunfähig bist, darfst du übrigens deine Beiträge stunden lassen. Das ist eine faire Regelung, damit du nicht unter Druck gerätst, während die Sache läuft. Und keine Sorge: Wenn du mal unabsichtlich eine Vorerkrankung nicht angegeben hast, sollte der Versicherer nicht gleich kündigen oder die Beiträge erhöhen. Das ist ein Zeichen für einen fairen Vertrag.
4. Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Das ist wohl die Frage, die sich jeder zuerst stellt, oder? Und die ehrliche Antwort ist: Das kommt drauf an. Es gibt keine pauschale Zahl, die für jeden gilt. Stell dir vor, du bist 30, Akademiker und brauchst 1.500 Euro Rente im Monat – dann zahlst du vielleicht zwischen 35 und 86 Euro. Aber wenn du Handwerker bist, sieht die Sache schon anders aus. Die Beiträge können echt stark variieren, je nachdem, was du machst, wie alt du bist und welche Versicherung du wählst.
Ein paar Faktoren, die den Preis beeinflussen:
- Dein Beruf: Klar, ein Bürojob ist meist günstiger als ein körperlich anstrengender oder risikoreicher Beruf. Manche Berufe sind einfach teurer einzustufen.
- Dein Alter: Je jünger du bist, wenn du abschließt, desto besser. Das ist wie beim Sparen – je früher du anfängst, desto mehr profitierst du.
- Die Höhe der Rente: Logisch, je mehr Geld du im Ernstfall bekommen willst, desto mehr zahlst du auch jetzt.
- Die Laufzeit: Wie lange soll die Versicherung laufen? Bis zur Rente? Je länger, desto teurer.
- Gesundheitszustand: Hier wird’s knifflig. Vorerkrankungen können die Beiträge ordentlich nach oben treiben oder sogar dazu führen, dass du gar keine Versicherung bekommst. Deshalb ist es so wichtig, bei den Gesundheitsfragen ehrlich zu sein.
Wichtig ist auch, auf die Unterschiede zwischen Brutto- und Nettoprämie zu achten. Manchmal können die Beiträge im Laufe der Zeit steigen, wenn der Versicherer weniger Gewinn macht. Ein kleiner Unterschied zwischen Brutto und Netto ist also ein gutes Zeichen für Stabilität.
Und noch ein Tipp: Die Beiträge kannst du oft von der Steuer absetzen. Das ist zwar kein direkter Rabatt, aber am Ende des Jahres freut sich dein Geldbeutel über die Rückerstattung.
5. Wie sinnvoll ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Hand aufs Herz: Auf den Staat kannst du dich im Ernstfall nicht wirklich verlassen, oder? Die gesetzliche Absicherung greift nämlich erst, wenn du nur noch drei Stunden oder weniger am Tag arbeiten kannst – und das auch noch in irgendeinem Job, nicht unbedingt in deinem gelernten. Das reicht oft hinten und vorne nicht, um deinen Lebensstandard zu halten. Genau hier setzt die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) an. Sie schließt diese Lücke und sichert dein Einkommen ab, wenn du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst.
Die BU ist also keine Luxusversicherung, sondern für viele Menschen eine existenzielle Absicherung. Gerade wenn du auf dein Einkommen angewiesen bist, sei es als Angestellter, Selbstständiger oder Freiberufler, ist sie Gold wert. Gerade für junge Leute, die am Anfang ihrer Karriere stehen – egal ob Azubi, Student oder Berufseinsteiger – lohnt sich der frühe Abschluss. Warum? Weil die Beiträge dann noch deutlich niedriger sind und du oft noch keine Vorerkrankungen hast, die den Abschluss erschweren oder verteuern könnten. Das gilt besonders für Berufe, die körperlich anstrengend sind oder ein höheres Risiko bergen, wie im Handwerk, im sozialen Bereich oder in der Musikbranche.
Warum ist sie so wichtig? Denk mal drüber nach:
- Staatliche Rente reicht oft nicht: Die Erwerbsminderungsrente, die der Staat zahlt, ist meist nur ein Grundsockel. Im Durchschnitt liegt sie weit unter dem, was du zum Leben brauchst, besonders wenn du nicht 45 Jahre lang eingezahlt hast.
- Fokus auf deinen Beruf: Eine gute BU zahlt, wenn du deinen aktuellen Beruf nicht mehr ausüben kannst. Sie verzichtet auf die sogenannte abstrakte Verweisung, also die Frage, ob du nicht vielleicht doch einen anderen Job machen könntest.
- Flexibilität für dein Leben: Viele Verträge lassen sich anpassen. Du kannst die Versicherungssumme erhöhen, wenn dein Einkommen steigt, oder manchmal sogar die Beiträge für eine Weile aussetzen, zum Beispiel in der Elternzeit, ohne den Schutz zu verlieren.
Klar, eine BU kostet Geld. Aber wenn du dir vorstellst, was passiert, wenn du plötzlich nicht mehr arbeiten kannst – die laufenden Kosten für Miete, Essen, Familie – dann relativiert sich der Preis schnell. Es ist eine Investition in deine finanzielle Zukunft und deine Sicherheit.
6. Gesundheitsfragen bei der BU – was erwartet mich?
Wenn du eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abschließen möchtest, kommst du um die Gesundheitsfragen nicht herum. Das ist ein ganz normaler Teil des Prozesses, aber ehrlich gesagt, kann das schon mal ein bisschen einschüchternd wirken. Stell dir vor, du sitzt da mit dem Antrag und denkst dir: "Oh je, was muss ich hier alles preisgeben?"
Die Versicherer wollen einfach ein klares Bild von deiner Gesundheit bekommen, um das Risiko einschätzen zu können. Das ist ja auch verständlich, schließlich geht es um eine Leistung, die dir im Ernstfall über viele Jahre gezahlt werden soll. Deshalb fragen sie nach Vorerkrankungen, Behandlungen, Medikamenteneinnahmen und manchmal sogar nach Hobbys, die ein gewisses Risiko bergen könnten.
Was dich da genau erwartet, kann von Anbieter zu Anbieter leicht variieren. Aber im Grunde laufen die Fragen meist auf Ähnliches hinaus:
- Körperliche Beschwerden: Hier geht es um alles, was dich gerade plagt oder dich in der Vergangenheit länger beschäftigt hat. Denk an Rückenprobleme, Allergien, chronische Krankheiten oder auch frühere Operationen.
- Psychische Gesundheit: Auch psychische Erkrankungen oder Belastungen sind ein wichtiges Thema. Wurdest du wegen Stress, Burn-out oder Depressionen behandelt? Das wird abgefragt.
- Medikamente und Behandlungen: Nimmst du regelmäßig Medikamente? Warst du in ärztlicher Behandlung oder in einer Kur? Auch das gehört dazu.
- Zukünftige Behandlungen: Stehen Operationen oder andere Behandlungen an, die deine Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen könnten?
Manchmal gibt es auch verkürzte Gesundheitsfragen, zum Beispiel für junge Leute oder bei bestimmten Aktionen. Aber sei vorsichtig: Nur weil die Fragen kürzer sind, heißt das nicht, dass du weniger ehrlich sein musst. Im Zweifel ist es immer besser, offen und ehrlich zu antworten. Wenn du dir unsicher bist, wie du etwas formulieren sollst oder ob eine bestimmte Sache relevant ist, sprich am besten mit einem Versicherungsexperten. Der kann dir helfen, die Fragen richtig zu verstehen und deine Situation korrekt darzustellen. Das erspart dir später viel Ärger.
7. BU für Schüler und Azubis – warum sich diese Versicherung lohnt
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Du denkst vielleicht, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) erst relevant wird, wenn du mitten im Berufsleben stehst. Aber mal ehrlich, gerade für Schüler und Azubis kann sich ein früher Abschluss richtig lohnen. Stell dir vor, du bist noch jung, gesund und hast noch keine großen Vorerkrankungen. Das ist die perfekte Zeit, um dir günstige Beiträge zu sichern, die dich dann ein Leben lang begleiten. Früh dran sein zahlt sich hier wirklich aus.
Warum ist das so wichtig? Nun, zum einen sicherst du dir deinen aktuellen Gesundheitszustand. Wer weiß schon, was die Zukunft bringt? Eine Krankheit oder ein Unfall können schnell dazu führen, dass ein späterer Abschluss schwierig oder sogar unmöglich wird. Mit einer BU legst du quasi einen Grundstein für deine finanzielle Sicherheit, egal was passiert.
Außerdem sind die Beiträge in jungen Jahren oft deutlich niedriger. Das bedeutet, du zahlst über die gesamte Laufzeit weniger Geld, bekommst aber trotzdem den vollen Schutz. Und wenn du später einen Beruf ergreifst, der vielleicht als risikoreicher eingestuft wird, wie zum Beispiel im Handwerk, hast du dir schon die besseren Konditionen gesichert. Das kann dir auf lange Sicht eine Menge Geld sparen.
Denk mal drüber nach:
- Gesundheit sichern: Du schützt dich vor späteren Problemen beim Vertragsabschluss wegen gesundheitlicher Einschränkungen.
- Günstigere Beiträge: Je jünger du bist, desto niedriger sind deine monatlichen Zahlungen – ein Leben lang.
- Zukunft planen: Du legst den Grundstein für deine finanzielle Absicherung, auch wenn du später einen anspruchsvollen oder körperlich anstrengenden Beruf ausübst.
Es ist also keine schlechte Idee, sich schon als Schüler oder Azubi mit dem Thema BU auseinanderzusetzen. Manchmal gibt es sogar spezielle Tarife für junge Leute, die besonders attraktiv sind.
8. Arbeitsunfähigkeitsversicherung – ab wann ist man berufsunfähig?
Manchmal hört man die Begriffe Arbeitsunfähigkeit und Berufsunfähigkeit im gleichen Atemzug, aber sie sind nicht dasselbe. Stell dir vor, du hast dir einen Arm gebrochen. Klar, du kannst deinen Job als Maler erstmal nicht machen, aber vielleicht könntest du ja trotzdem noch am Schreibtisch sitzen und Rechnungen sortieren, oder? Das wäre dann eine Berufsunfähigkeit, weil du deinen konkreten Beruf nicht mehr ausüben kannst. Eine Arbeitsunfähigkeit ist da eher die kurzfristige Geschichte, wie wenn du wegen einer Grippe ein paar Tage zu Hause bleibst. Die Berufsgenossenschaft springt dann vielleicht ein, wenn es um einen Arbeitsunfall geht, und versucht, dich wieder fit zu kriegen.
Der entscheidende Punkt bei der Berufsunfähigkeit ist, dass du deinen Job, den du zuletzt gemacht hast, nicht mehr für mindestens 50 Prozent ausüben kannst. Das ist nicht nur wegen körperlicher Gebrechen so, sondern kann auch durch psychische Probleme passieren. Und das ist wichtig zu wissen:
- Die staatliche Erwerbsminderungsrente reicht oft nicht aus. Seit 2001 gibt es hier nur noch eine Grundsicherung, die meistens nicht mal für die nötigsten Ausgaben reicht. Wer nach 1961 geboren ist, bekommt nur diese gekürzt. Die durchschnittliche Rente liegt oft unter 1000 Euro im Monat.
- Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt, wenn du deinen Job nicht mehr machen kannst. Anders als die staatliche Rente, die prüft, ob du überhaupt noch irgendeinen Job machen kannst (egal welchen), schaut die BU auf deinen konkreten Beruf.
- Es gibt Unterschiede bei den Versicherern. Manche Versicherer schauen sehr genau hin und wollen wissen, ob du nicht vielleicht doch noch einen anderen Job machen könntest. Eine gute BU-Versicherung verzichtet auf diese sogenannte "abstrakte Verweisung". Das heißt, sie zahlt, wenn du deinen alten Job nicht mehr machen kannst, ohne zu prüfen, ob du vielleicht Straßenkehrer werden könntest.
Also, wann genau ist man nun berufsunfähig? Ganz einfach: Wenn du wegen Krankheit, Unfall oder körperlicher Schwäche deinen zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr ausüben kannst. Das ist der Kernpunkt, der dich von der reinen Arbeitsunfähigkeit unterscheidet und die Leistung deiner BU auslöst.
9. Grundfähigkeitsversicherung – Plan B mit klaren Grenzen
Manchmal ist die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) nicht die einzige Option, wenn es darum geht, sich gegen Einkommensverluste abzusichern. Die Grundfähigkeitsversicherung ist so eine Art "Plan B", der aber definitiv seine Grenzen hat. Stell dir vor, du kannst bestimmte körperliche oder geistige Fähigkeiten nicht mehr ausüben – zum Beispiel nicht mehr sehen, hören oder heben. Genau hier setzt die Grundfähigkeitsversicherung an. Sie zahlt eine Rente, wenn du eben diese definierten Grundfähigkeiten verlierst, neutral davon, ob du dadurch deinen aktuellen Beruf nicht mehr ausüben kannst oder nicht.
Das klingt erstmal gut, oder? Aber der Teufel steckt im Detail. Anders als bei der BU, wo es darum geht, ob du deinen konkreten Beruf noch ausüben kannst, schaut die Grundfähigkeitsversicherung auf die Fähigkeiten selbst. Das kann bedeuten, dass du zwar deinen alten Job nicht mehr machen kannst, aber theoretisch eine andere Tätigkeit ausüben könntest, die diese Fähigkeiten nicht erfordert. Dann gibt’s kein Geld.
Worauf du bei so einer Versicherung achten solltest:
- Umfang der versicherten Fähigkeiten: Welche Fähigkeiten sind genau abgedeckt? Sind das nur die ganz grundlegenden, oder auch spezifischere, die für deinen Beruf wichtig sind?
- Abstrakte Verweisung: Achte darauf, dass die Versicherung auf die abstrakte Verweisung verzichtet. Das heißt, sie kann dich nicht auf einen anderen Beruf verweisen, den du theoretisch noch ausüben könntest.
- Prognosezeitraum: Wie lange muss die Fähigkeit voraussichtlich eingeschränkt sein, damit die Leistung gezahlt wird? Sechs Monate sind hier ein guter Standard.
- Nachversicherungsgarantie: Kannst du die Versicherungssumme später anpassen, falls sich deine Lebensumstände ändern?
Die Grundfähigkeitsversicherung ist also eine Absicherung, die dir helfen kann, wenn du bestimmte körperliche oder geistige Fähigkeiten verlierst, aber sie ist kein direkter Ersatz für eine BU, wenn es um deinen konkreten Arbeitsplatz geht. Sie kann eine Ergänzung sein, aber du solltest dir der Unterschiede und Grenzen bewusst sein.
10. Wie sinnvoll ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung?
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Okay, lass uns mal über die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) sprechen. Man hört den Begriff ja immer mal wieder, aber was steckt wirklich dahinter und ist das was für dich? Kurz gesagt: Die staatliche Erwerbsminderungsrente, die du bekommst, wenn du gar nicht mehr arbeiten kannst, reicht oft hinten und vorne nicht. Stell dir vor, du kannst aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr deinen Job machen – das kann ja jeden treffen, egal ob Bürohengst oder Handwerker. Die staatliche Rente ist dann eher so ein kleines Trostpflaster, das dich gerade so über Wasser hält, aber mehr auch nicht.
Der entscheidende Unterschied zur Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist, dass die EU nur zahlt, wenn du wirklich gar nicht mehr arbeiten kannst, und zwar egal in welchem Beruf. Das heißt, wenn du noch in der Lage bist, irgendeinen anderen Job auszuüben, selbst wenn der nichts mit deiner Ausbildung zu tun hat und vielleicht nur drei Stunden am Tag dauert, dann bekommst du von der staatlichen Erwerbsminderungsrente nichts oder nur sehr wenig. Das ist ein riesiger Unterschied zur BU, die sich auf deinen aktuellen Beruf konzentriert.
Warum das wichtig ist? Weil die meisten von uns ihren Lebensstandard halten wollen, auch wenn sie nicht mehr in ihrem eigentlichen Beruf arbeiten können. Die EU greift da nur im absoluten Notfall. Wenn du also überlegst, wie du dich absichern kannst, solltest du dir genau überlegen, ob die EU wirklich ausreicht oder ob eine BU nicht doch die bessere Wahl ist. Die EU ist quasi die Absicherung für den Fall, dass du wirklich komplett aus dem Erwerbsleben ausscheidest, während die BU dir hilft, deinen Lebensstandard zu halten, wenn du deinen bisherigen Job nicht mehr machen kannst.
Überleg dir also gut:
- Brauche ich eine Absicherung, die nur greift, wenn ich gar nicht mehr arbeiten kann?
- Oder brauche ich eine Absicherung, die mir hilft, meinen Lebensstandard zu halten, wenn ich meinen aktuellen Beruf nicht mehr ausüben kann?
- Wie hoch wäre die staatliche Erwerbsminderungsrente in meinem Fall und reicht die zum Leben?
Die EU kann eine Option sein, wenn du dir die Beiträge für eine BU nicht leisten kannst oder wenn du bereits anderweitig sehr gut abgesichert bist. Aber für die meisten ist die BU die sinnvollere Wahl, um wirklich auf der sicheren Seite zu sein.
Fazit: Ein Vergleich ist wirklich wichtig
Also, wenn du dir jetzt denkst, das war jetzt aber viel Info, dann hast du recht. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist kein Schnäppchen, das ist klar. Aber mal ehrlich, wer will schon im Ernstfall dastehen und merken, dass die Rente nicht reicht? Das ist echt ein mieses Gefühl. Deshalb lohnt es sich, da genauer hinzuschauen. Einfach nur auf den Preis zu achten, ist da zu kurz gedacht. Die Bedingungen sind super wichtig, sonst stehst du am Ende vielleicht da und die Versicherung zahlt nicht. Nimm dir die Zeit, vergleiche die Angebote und lass dich beraten. Deine Gesundheit und dein zukünftiges Ich werden es dir danken. Und hey, wenn du dir unsicher bist, ruf einfach an oder mach einen Termin. Lieber einmal zu viel gefragt als einmal zu wenig.

