Gesundheitslexikon

Ataxie: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

Ataxie: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

5 Min. Lesezeit
Kontrast
Schrift

Fakt: 87% sind nicht auf den med. Notfall vorbereitet!

Im Notfall zählt jede Sekunde. Mit deinem Nothilfepass hast du alle lebenswichtigen Daten griffbereit – ob Allergien, Medikamente oder Notkontakte. Erstelle jetzt kostenlos deinen digitalen Nothilfepass und gib dir und deinen Liebsten ein Stück mehr Sicherheit im Alltag! Mehr erfahren

Ataxie bezeichnet eine Störung der Bewegungskoordination. Sie ist keine einzelne Erkrankung, sondern ein Sammelbegriff für verschiedene neurologische Störungen. Häufig liegt die Ursache im Kleinhirn, im Rückenmark oder im Gleichgewichtssystem. Je nach Form kann Ataxie das Gehen, Sprechen, Schlucken und die Augenbewegungen beeinträchtigen.

Was ist Ataxie?

Bei einer Ataxie sind Bewegungsabläufe nicht ausreichend koordiniert. Betroffene wirken beispielsweise unsicher beim Gehen, greifen an Gegenständen vorbei oder können Bewegungen nicht präzise steuern. Auch Gleichgewichtsstörungen, eine undeutliche Aussprache und Schwierigkeiten bei der Koordination der Augen sind möglich.

Formen der Ataxie

  • Zerebelläre Ataxie: Das Kleinhirn, das maßgeblich an der Bewegungskoordination beteiligt ist, ist betroffen.

  • Spinale Ataxie: Die Störung geht vom Rückenmark aus.

  • Vestibuläre Ataxie: Das Gleichgewichtssystem im Innenohr ist beeinträchtigt.

Ataxie kann erblich bedingt oder im Laufe des Lebens erworben sein. Sie wird unter anderem mit Parkinson oder Multipler Sklerose verwechselt, obwohl sich Ursachen und typische Beschwerden unterscheiden können.

Ursachen und Symptome

Mögliche Ursachen

Die Ursachen sind vielfältig. Dazu gehören genetische Veränderungen, die zu erblichen Ataxien führen können, ebenso wie Schlaganfälle oder Hirnverletzungen mit einer Schädigung des Kleinhirns. Auch chronischer Alkoholmissbrauch kann Nervenschäden verursachen und eine Ataxie begünstigen. Welche Ursache vorliegt, lässt sich nur durch eine gezielte medizinische Untersuchung klären.

Typische Beschwerden

  • ungeschickte oder unkoordinierte Bewegungen

  • unsicheres Gehen und Gleichgewichtsstörungen

  • Sprachstörungen oder eine undeutliche Aussprache

  • Probleme bei feinmotorischen Tätigkeiten

  • gegebenenfalls Schwierigkeiten beim Schlucken oder bei Augenbewegungen

Ausprägung und Verlauf hängen von der jeweiligen Form und Ursache ab. Ataxie ist relativ selten; im Ausgangstext wird als grobe Schätzung etwa eine betroffene Person unter 50.000 genannt. Die Häufigkeit unterscheidet sich jedoch je nach Ataxie-Form.

Wie wird Ataxie diagnostiziert?

Am Anfang stehen ein ausführliches Gespräch über Beschwerden und Krankengeschichte sowie eine neurologische Untersuchung. Dabei beurteilt die Ärztin oder der Arzt unter anderem Gangbild, Gleichgewicht, Koordination, Sprache und Reflexe.

Je nach Verdacht können weitere Untersuchungen folgen:

  • MRT oder CT: Bildgebende Verfahren können Veränderungen im Gehirn oder Rückenmark sichtbar machen und andere Ursachen ausschließen.

  • Laboruntersuchungen: Bluttests können Hinweise auf bestimmte Ursachen geben.

  • Genetische Tests: Sie kommen infrage, wenn eine erbliche Ataxie vermutet wird.

  • Lumbalpunktion: In bestimmten Fällen wird die Flüssigkeit untersucht, die Gehirn und Rückenmark umgibt.

  • Neurophysiologische Tests: Dazu gehören beispielsweise Elektromyografie und die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit.

Da mehrere Erkrankungen ähnliche Beschwerden verursachen können, ist die Differenzialdiagnose wichtig. Eine frühe Abklärung erleichtert es, behandelbare Ursachen zu erkennen und die weitere Therapie zu planen.

Behandlung von Ataxie

Eine einheitliche Therapie gibt es nicht. Die Behandlung richtet sich nach Ursache, Beschwerden und persönlichen Zielen. Bei erworbenen Formen kann die Grunderkrankung behandelt werden, sofern eine konkrete Ursache festgestellt wird. Zusätzlich steht häufig die Verbesserung oder der Erhalt von Beweglichkeit und Selbstständigkeit im Mittelpunkt.

Physiotherapie

Physiotherapie kann Gleichgewicht, Kraft und Koordination trainieren. Mögliche Bestandteile sind individuell angepasste Gleichgewichts-, Koordinations- und Kräftigungsübungen. Regelmäßige Bewegung kann helfen, vorhandene Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten. Welche Übungen sicher und sinnvoll sind, sollte mit dem Behandlungsteam abgestimmt werden.

Ergotherapie

Ergotherapie unterstützt dich bei alltäglichen Tätigkeiten wie Anziehen, Kochen, Greifen und Schreiben. Dabei werden Bewegungsabläufe trainiert, Arbeits- und Wohnbereiche angepasst und geeignete Hilfsmittel ausgewählt. Rollatoren, Gehstöcke, rutschfeste Unterlagen oder angepasste Computerhilfen können die Selbstständigkeit fördern.

Logopädie und Medikamente

Bei Sprach- oder Schluckstörungen kann Logopädie helfen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem verständlichere Artikulation und ein sicherer Umgang mit Schluckproblemen. Medikamente können je nach Ursache oder zur Linderung einzelner Beschwerden eingesetzt werden. Die Auswahl und Dosierung übernimmt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.

Rehabilitation und psychologische Unterstützung

Rehabilitation kombiniert häufig Physio-, Ergo- und gegebenenfalls Logopädie. Nach einer Reha können regelmäßige Kontrolltermine und ein angepasster Therapieplan helfen, Fortschritte im Alltag zu sichern. Die Diagnose und die körperlichen Einschränkungen können psychisch belastend sein. Psychotherapie, psychosoziale Beratung und Selbsthilfegruppen bieten Unterstützung für dich und deine Angehörigen.

Ataxie im Alltag

Mit Anpassungen lässt sich der Alltag oft sicherer gestalten. Dazu gehören freie Wege, Haltegriffe, rutschfeste Matten, ein Duschhocker und eine gute Beleuchtung. Plane Tätigkeiten, Pausen und Wege so, dass du dich nicht überlastest. Bei Bedarf können Angehörige, Beratungsstellen und Therapeutinnen oder Therapeuten bei der Auswahl von Hilfsmitteln und der Wohnraumanpassung unterstützen.

Ataxie und Bewegung: Ältere Menschen machen an der frischen Luft Sport

Bewegung sollte an deine Fähigkeiten angepasst werden. Spaziergänge, Schwimmen oder andere geeignete Aktivitäten können Teil des Alltags sein. Bei unsicherem Gang oder erhöhter Sturzgefahr solltest du Übungen zunächst therapeutisch anleiten lassen.

Unterstützung für Betroffene und Angehörige

Verständliche Informationen helfen dir, Entscheidungen über Untersuchungen und Therapien gemeinsam mit dem Behandlungsteam zu treffen. Angehörige profitieren ebenfalls von Beratung, weil sie Unterstützung anbieten sollen, ohne sich selbst zu überfordern. Selbsthilfegruppen ermöglichen den Austausch mit anderen Betroffenen und können praktische Erfahrungen zu Hilfsmitteln, Alltag und Umgang mit der Erkrankung vermitteln.

Ataxie und Schulbildung: Klasse mit Schülern, die gemeinsam lernen und arbeiten.

Bei Kindern und Jugendlichen können individuelle Anpassungen in Schule und Ausbildung erforderlich sein. Dazu zählen beispielsweise zusätzliche Zeit, technische Hilfsmittel, Unterstützung durch Assistenzkräfte oder eine enge Abstimmung zwischen Eltern, Schule und Therapieteam.

Versicherung und Kostenübernahme

Die Finanzierung von Arztbesuchen, Therapien, Medikamenten, Rehabilitation und Hilfsmitteln hängt vom jeweiligen Leistungsträger, der medizinischen Notwendigkeit und den geltenden Vertrags- oder Leistungsbedingungen ab. Auch gesetzliche und private Krankenversicherungen unterscheiden sich beim Umfang der Leistungen. Informiere dich deshalb vor einer Behandlung oder Hilfsmittelversorgung über Genehmigung, Zuzahlungen und mögliche Eigenanteile.

Je nach persönlicher Situation können außerdem Pflege- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen eine Rolle spielen. Bei komplexen Fragen helfen die Krankenkasse, Sozialberatungsstellen oder eine qualifizierte Versicherungsberatung. Konkrete Ansprüche lassen sich nur anhand deiner Unterlagen und des jeweiligen Vertrags beurteilen.

Forschung zu Ataxie

Die Forschung untersucht insbesondere genetische Ursachen, die Entstehung verschiedener Ataxie-Formen und neue medikamentöse sowie nicht medikamentöse Behandlungen. Genetische Erkenntnisse können die Diagnostik verbessern und langfristig neue Therapieansätze ermöglichen. Welche Verfahren tatsächlich zur Verfügung stehen, hängt jedoch vom jeweiligen Krankheitsbild und dem Stand der medizinischen Forschung ab.

Wenn du anhaltende Koordinations- oder Gleichgewichtsstörungen bemerkst, solltest du sie ärztlich abklären lassen. Eine individuelle Diagnose und Therapieplanung sind entscheidend, weil Ataxie unterschiedliche Ursachen haben kann und die Behandlung entsprechend angepasst werden muss.

Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität: Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Eine Haftung ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen. Solltest du Fragen haben, schreib unserem Support.

Gesetzliche Krankenkasse

Vielleicht zahlst du zu viel - oder bekommst zu wenig.

Gesetzliche Krankenkasse

Wie groß sind die Unterschiede zwischen den Krankenkassen wirklich?

Tipp: Tarife ohne Gesundheitsfragen

Schnell abgesichert – auch mit Vorerkrankungen. Erfahre, welche Lösungen wirklich Sinn machen.

Befristete Aktionen

Sichere dir Mega-Rabatte, Sonderdeals und vieles mehr. Jetzt zuschlagen

Kostenlose Finanz-App

Starte jetzt mit der Finanzapp und behalte einen Überblick über deine Verträge.

Steven

Wendewerk Support