Erythema multiforme ist eine entzündliche Reaktion der Haut. Typisch sind runde, scharf begrenzte Hautveränderungen, die an Zielscheiben oder Kokarden erinnern. Häufig tritt die Erkrankung nach einer Infektion auf, insbesondere nach einer Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus. Auch Medikamente können ein Auslöser sein. Die Erkrankung selbst ist nicht ansteckend.
Welche Symptome sind typisch?
Die Hautveränderungen entstehen oft relativ plötzlich. Sie zeigen sich zunächst häufig an Händen, Füßen, Armen oder Beinen und können sich weiter ausbreiten. Typische Merkmale sind:
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rote oder rosafarbene, zielscheibenartige Flecken
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ein dunkleres Zentrum, oft umgeben von einem helleren Ring und einem roten Rand
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Juckreiz, Brennen oder Druckempfindlichkeit, wobei die Beschwerden unterschiedlich stark sein können
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in ausgeprägteren Fällen Bläschen oder Blasen
Zusätzlich können Fieber, Halsschmerzen oder ein allgemeines Krankheitsgefühl auftreten. Sind Schleimhäute betroffen, können schmerzhafte Stellen im Mund, an den Augen oder im Genitalbereich entstehen. Beschwerden im Mund können das Essen und Trinken erschweren.
Erythema multiforme minor und major
Ärztlich wird häufig zwischen zwei Formen unterschieden:
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Erythema multiforme minor: Die Hautveränderungen sind meist weniger ausgedehnt. Schleimhäute sind typischerweise nicht oder nur gering beteiligt.
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Erythema multiforme major: Zusätzlich zur Haut können Schleimhäute betroffen sein. Schmerzen, Blasen und stärkere Beschwerden sind möglich.
Die Einteilung richtet sich unter anderem nach Ausdehnung, Aussehen der Läsionen und Schleimhautbeteiligung. Weil ähnliche Hautbilder auch bei anderen Erkrankungen vorkommen, solltest du die Diagnose ärztlich abklären lassen.
Welche Ursachen und Auslöser gibt es?
Bei Erythema multiforme reagiert das Immunsystem auf einen Auslöser. Am häufigsten steht eine Infektion im Zusammenhang mit der Hautreaktion. Dazu zählt besonders Herpes simplex, das auch Lippenherpes verursachen kann. Daneben kommen andere virale oder bakterielle Infektionen infrage.
Auch bestimmte Medikamente können Erythema multiforme auslösen. Manchmal lässt sich kein eindeutiger Auslöser feststellen. Allergien, andere Erkrankungen oder individuelle Risikofaktoren können im Einzelfall eine Rolle spielen, sollten aber nicht ohne ärztliche Untersuchung als Ursache angenommen werden.
Wenn die Hautveränderungen nach Beginn eines neuen Medikaments auftreten, informiere deine Ärztin, deinen Arzt oder eine medizinische Beratungsstelle. Setze ein verordnetes Medikament nicht eigenständig ab, sondern kläre das weitere Vorgehen professionell.
Wie wird Erythema multiforme diagnostiziert?
Die Diagnose basiert zunächst auf dem Hautbild, dem Verlauf und deiner Krankengeschichte. Dabei wird unter anderem gefragt, wann die Beschwerden begonnen haben, ob du kürzlich eine Infektion hattest und welche Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel du einnimmst.
Wenn das Erscheinungsbild nicht eindeutig ist oder andere Erkrankungen ausgeschlossen werden müssen, kann eine Hautbiopsie sinnvoll sein. Dabei wird eine kleine Hautprobe untersucht. Blutuntersuchungen können Hinweise auf eine Infektion oder Entzündung liefern, weisen Erythema multiforme aber nicht allein sicher nach.
Mögliche Verwechslungen bestehen beispielsweise mit Nesselsucht, einem Arzneimittelexanthem oder blasenbildenden Hauterkrankungen. Eine genaue Diagnose ist wichtig, damit die Behandlung zur Ursache und zum Schweregrad passt.
Was hilft bei Erythema multiforme?
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Die Behandlung richtet sich danach, wie stark deine Beschwerden sind und ob sich ein Auslöser feststellen lässt. Bei einem milden Verlauf steht meist die Linderung der Symptome im Vordergrund. Ärztlich empfohlene Cremes oder Salben können die gereizte Haut beruhigen. Gegen Juckreiz kommen je nach Situation Antihistaminika infrage. Bei Schmerzen können geeignete Schmerzmittel helfen.
Wurde Erythema multiforme durch eine Infektion ausgelöst, kann die Behandlung dieser Infektion erforderlich sein. Bei einem Zusammenhang mit Herpes simplex können antivirale Medikamente ärztlich geprüft werden. Antibiotika sind nur bei einer entsprechenden bakteriellen Infektion sinnvoll. Kortikosteroide oder andere entzündungshemmende Medikamente werden abhängig vom Befund und Schweregrad eingesetzt und sollten nur nach ärztlicher Anweisung angewendet werden.
Unbewiesene Methoden wie Homöopathie oder bestimmte Kräuterbehandlungen ersetzen keine medizinische Therapie. Auch pflanzliche Produkte können Hautreizungen oder allergische Reaktionen verursachen und mit Medikamenten wechselwirken.
Was kannst du selbst tun?
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Wasche die Haut mit milden, parfümfreien Produkten und möglichst lauwarmem Wasser.
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Tupfe die Haut nach dem Waschen trocken, statt sie zu reiben.
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Verwende eine gut verträgliche, feuchtigkeitsspendende Pflege, sofern offene Stellen nicht dagegen sprechen.
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Vermeide bekannte Auslöser und notiere neue Medikamente, Infektionen und den zeitlichen Verlauf der Beschwerden.
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Schütze die betroffene Haut vor zusätzlicher Reizung und starker Sonne.
Eine spezielle Diät ist nicht als Behandlung belegt. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und möglichst wenig Stress können dein allgemeines Wohlbefinden unterstützen, verhindern aber nicht zuverlässig einen Schub.
Wann solltest du sofort medizinische Hilfe suchen?
Lass neue, rasch zunehmende oder ausgedehnte Hautveränderungen ärztlich beurteilen. Besonders wichtig ist eine zeitnahe Abklärung, wenn Blasen auftreten oder Schleimhäute betroffen sind. Bei starken Schmerzen, Problemen beim Atmen oder Schlucken, Schwierigkeiten beim Trinken, einer Beteiligung der Augen oder einem ausgeprägten Krankheitsgefühl solltest du umgehend medizinische Hilfe suchen.
Verlauf und Prognose
Erythema multiforme heilt häufig innerhalb von zwei bis vier Wochen ab, kann aber unterschiedlich lange dauern. Neue Hautveränderungen können entstehen, während ältere bereits abheilen. In seltenen Fällen bleiben vorübergehende Pigmentveränderungen oder Narben zurück. Rückfälle sind möglich, insbesondere wenn ein wiederkehrender Auslöser wie eine Herpes-simplex-Infektion beteiligt ist.
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Sichtbare Hautveränderungen und wiederkehrende Beschwerden können psychisch belasten. Wenn du dich zurückziehst, dich stark schämst oder dich im Alltag dauerhaft eingeschränkt fühlst, können Gespräche mit deiner ärztlichen Praxis, Angehörigen oder einer psychologischen Beratungsstelle helfen.
Was gilt für die Kosten?
Welche Untersuchungen, Medikamente oder weiteren Behandlungen übernommen werden, hängt von der medizinischen Notwendigkeit, der Art der Versorgung und deinem Versicherungsvertrag ab. Kläre bei geplanten Leistungen vorab, ob Kosten entstehen und welche Unterlagen deine Versicherung benötigt. Bewahre Verordnungen, Rechnungen und Befunde auf. Bei einer Ablehnung kannst du eine schriftliche Begründung verlangen und dich bei Bedarf beraten lassen.
