Gesundheitslexikon

Herzinsuffizienz: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

Herzinsuffizienz: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

5 Min. Lesezeit
Kontrast
Schrift

Fakt: 87% sind nicht auf den med. Notfall vorbereitet!

Im Notfall zählt jede Sekunde. Mit deinem Nothilfepass hast du alle lebenswichtigen Daten griffbereit – ob Allergien, Medikamente oder Notkontakte. Erstelle jetzt kostenlos deinen digitalen Nothilfepass und gib dir und deinen Liebsten ein Stück mehr Sicherheit im Alltag! Mehr erfahren

Herzinsuffizienz, auch Herzschwäche genannt, bedeutet, dass das Herz den Körper nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgen kann. Die Erkrankung kann plötzlich auftreten oder sich langsam entwickeln. Eine frühe ärztliche Abklärung hilft, die Ursache zu finden, Beschwerden zu behandeln und den Verlauf zu beeinflussen.

Formen der Herzinsuffizienz

Bei einer Linksherzinsuffizienz pumpt die linke Herzhälfte nicht ausreichend Blut in den Körper. Dadurch kann sich Flüssigkeit in der Lunge stauen, was vor allem Atemnot und Husten begünstigt. Bei einer Rechtsherzinsuffizienz staut sich das Blut eher in den Körpervenen. Typisch sind dann Schwellungen an Füßen und Knöcheln oder eine Gewichtszunahme durch Flüssigkeitseinlagerungen. Sind beide Herzhälften betroffen, spricht man von einer globalen Herzinsuffizienz.

Eine akute Herzinsuffizienz entsteht innerhalb kurzer Zeit, etwa im Zusammenhang mit einem Herzinfarkt. Eine chronische Herzinsuffizienz entwickelt sich dagegen meist über längere Zeit. Zusätzlich unterscheiden Fachleute zwischen systolischer Herzinsuffizienz, bei der sich das Herz nicht kräftig genug zusammenzieht, und diastolischer Herzinsuffizienz, bei der es sich nicht ausreichend entspannt und füllt.

Ursachen und Risikofaktoren

Zu den häufigen Ursachen gehören die koronare Herzkrankheit und Bluthochdruck. Bei einer koronaren Herzkrankheit sind die Herzkranzgefäße verengt. Der Herzmuskel erhält dadurch weniger Sauerstoff und wird langfristig geschädigt. Dauerhaft hoher Blutdruck belastet das Herz ebenfalls, weil es ständig gegen einen erhöhten Widerstand pumpen muss.

Weitere mögliche Auslöser und Risikofaktoren sind:

  • Herzklappenfehler, die den Blutfluss behindern oder zu einem Rückstrom führen

  • Herzmuskelentzündungen, zum Beispiel nach Infektionen

  • Diabetes mellitus, insbesondere bei dauerhaft hohen Blutzuckerwerten

  • Herzrhythmusstörungen

  • Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und hoher Alkoholkonsum

  • Erbliche Faktoren und andere Herz- oder Gefäßerkrankungen

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko. Auch mehrere gleichzeitig bestehende Erkrankungen können die Diagnose und Behandlung erschweren. Im Ausgangstext wird für Deutschland eine Schätzung von etwa 2,5 Millionen Betroffenen genannt; eine Quelle dafür liegt dort nicht vor.

Symptome: Diese Anzeichen sind möglich

Herzinsuffizienz beginnt oft schleichend. Ein frühes Zeichen kann sein, dass du bei alltäglichen Tätigkeiten schneller erschöpft bist oder weniger leistungsfähig bist als früher. Häufige Beschwerden sind:

  • Atemnot zunächst bei Belastung, später möglicherweise auch in Ruhe

  • anhaltender trockener Husten oder Husten mit Auswurf

  • Müdigkeit, Schwäche und ein deutlicher Leistungsabfall

  • Wassereinlagerungen an Füßen, Knöcheln oder Beinen

  • schnelle Gewichtszunahme durch Flüssigkeit im Körper

  • Herzrasen, Herzstolpern oder andere Rhythmusstörungen

  • häufiger Harndrang in der Nacht

  • Appetitlosigkeit oder Schlafstörungen

Bei älteren Menschen können die Beschwerden weniger eindeutig sein. Allgemeine Schwäche, Verwirrtheit oder Appetitlosigkeit können dann stärker auffallen als typische Atemnot. Neue oder zunehmende Beschwerden solltest du ärztlich abklären lassen.

Wie wird Herzinsuffizienz diagnostiziert?

Am Anfang stehen ein Gespräch über deine Beschwerden und eine körperliche Untersuchung. Dabei werden unter anderem Herz und Lunge abgehört, der Blutdruck gemessen und Beine sowie Füße auf Ödeme untersucht.

Ein EKG kann Herzrhythmusstörungen, Hinweise auf einen früheren Herzinfarkt oder Veränderungen am Herzmuskel zeigen. Die Echokardiografie, also der Herzultraschall, liefert Informationen über Größe und Form des Herzens, die Herzklappen und die Pumpfunktion. Blutuntersuchungen können unter anderem BNP, Nieren- und Leberwerte erfassen.

Je nach Befund kommen ein Belastungstest, ein Langzeit-EKG, eine MRT-Untersuchung des Herzens oder eine Herzkatheteruntersuchung hinzu. Außerdem werden andere Erkrankungen mit ähnlichen Beschwerden berücksichtigt, etwa Lungenerkrankungen, Nieren- oder Schilddrüsenerkrankungen.

Behandlung der Herzinsuffizienz

Die Therapie richtet sich nach Ursache, Form, Schweregrad und Begleiterkrankungen. Medikamente können das Herz entlasten und Beschwerden lindern. Dazu gehören je nach Situation beispielsweise ACE-Hemmer, Betablocker und Diuretika. Diuretika helfen, überschüssiges Wasser und Salz auszuscheiden und können dadurch Ödeme vermindern. Weitere Medikamente, etwa Digitalispräparate, Blutgerinnungshemmer oder Cholesterinsenker, kommen nur bei bestimmten Voraussetzungen infrage.

Nimm Herzmedikamente genau nach ärztlicher Anweisung ein. Setze sie nicht selbstständig ab und ändere die Dosis nicht. Besonders bei Diuretika sind Kontrollen von Nierenfunktion und Elektrolythaushalt wichtig.

Wenn Herzklappenfehler die Ursache sind, kann eine Reparatur oder ein Ersatz der betroffenen Klappe erforderlich sein. Bei bestimmten Herzrhythmusstörungen oder Formen der Herzinsuffizienz können Herzschrittmacher, eine biventrikuläre Stimulation oder ein implantierbarer Defibrillator eingesetzt werden. Welche Maßnahme sinnvoll ist, entscheidet ein spezialisiertes Behandlungsteam.

Was du selbst unterstützen kannst

  • Ernährung: Achte auf eine ausgewogene Kost und einen möglichst geringen Salzgehalt. Verarbeitete Lebensmittel enthalten häufig viel Salz. Die für dich passende Trinkmenge solltest du mit deinem Arzt klären, weil sowohl zu viel als auch zu wenig Flüssigkeit problematisch sein kann.

  • Bewegung: Angepasste Bewegung kann Ausdauer und Alltagstauglichkeit verbessern. Walking, Radfahren, Schwimmen oder leichte Gymnastik können geeignet sein, müssen aber an deine Belastbarkeit angepasst und vorher ärztlich besprochen werden.

  • Rauchstopp und weniger Alkohol: Rauchen schädigt die Gefäße. Hoher Alkoholkonsum kann das Herz zusätzlich belasten.

  • Kontrollen: Regelmäßige Arzttermine helfen, Blutdruck, Gewicht, Nierenwerte und den Krankheitsverlauf zu überwachen. Eine tägliche Gewichtskontrolle kann Veränderungen durch Flüssigkeit früh sichtbar machen.

Eine kardiologische Rehabilitation oder Herzsportgruppe kann dich beim sicheren Wiedereinstieg in Bewegung und beim Umgang mit der Erkrankung unterstützen. Auch Angehörige können bei Medikamenten, Terminen und Alltag helfen, sollten sich dabei aber nicht überlasten.

Herzinsuffizienz mit Diabetes, Bluthochdruck oder Rhythmusstörungen

Diabetes und Bluthochdruck erhöhen das Risiko für Herzinsuffizienz und sollten konsequent behandelt werden. Dazu gehören regelmäßige Kontrollen und eine Therapie, die beide Erkrankungen berücksichtigt. Herzrhythmusstörungen können gleichzeitig auftreten und die Herzleistung zusätzlich beeinträchtigen. Ein EKG oder Langzeit-EKG hilft, die Rhythmusstörung einzuordnen.

Herzinsuffizienz und Diabetes: Ärzte mit Tablet schreiben Behandlungsberichte

Eine Herzinsuffizienz kann außerdem psychisch belasten. Angst, depressive Stimmung, Sorgen und sozialer Rückzug sind möglich. Gespräche mit deinem Arzt, eine Psychotherapie, Selbsthilfegruppen und Unterstützung durch nahestehende Menschen können den Umgang mit der Erkrankung erleichtern.

Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen Ärztin und Patientin in moderner Klink

Prognose und Nachsorge

Wie sich Herzinsuffizienz entwickelt, hängt unter anderem von Ursache, Schweregrad, Begleiterkrankungen und dem Ansprechen auf die Behandlung ab. Eine frühe Diagnose, regelmäßige Nachsorge und die konsequente Umsetzung des Therapieplans können den Verlauf verlangsamen und die Lebensqualität verbessern. Mögliche Komplikationen sind unter anderem Herzrhythmusstörungen, eine eingeschränkte Nierenfunktion, Thrombosen und lebensbedrohliche Ereignisse.

Wenn du Beschwerden bemerkst oder sich bestehende Symptome verändern, wende dich an deinen Arzt. Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung.

Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität: Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Eine Haftung ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen. Solltest du Fragen haben, schreib unserem Support.

Gesetzliche Krankenkasse

Vielleicht zahlst du zu viel - oder bekommst zu wenig.

Gesetzliche Krankenkasse

Wie groß sind die Unterschiede zwischen den Krankenkassen wirklich?

Tipp: Tarife ohne Gesundheitsfragen

Schnell abgesichert – auch mit Vorerkrankungen. Erfahre, welche Lösungen wirklich Sinn machen.

Befristete Aktionen

Sichere dir Mega-Rabatte, Sonderdeals und vieles mehr. Jetzt zuschlagen

Kostenlose Finanz-App

Starte jetzt mit der Finanzapp und behalte einen Überblick über deine Verträge.

Steven

Wendewerk Support