Herzrhythmusstörungen entstehen, wenn das Herz zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig schlägt. Manche Formen sind harmlos, andere können ernsthafte Folgen haben. Entscheidend sind die Art der Rhythmusstörung, ihre Ursache und mögliche Begleiterkrankungen. Neue oder wiederkehrende Beschwerden solltest du ärztlich abklären lassen.
Welche Symptome können auftreten?
Typische Anzeichen sind Herzrasen, Herzklopfen oder Herzstolpern. Du kannst dabei das Gefühl haben, dass dein Herz besonders kräftig schlägt, kurz aussetzt oder einen zusätzlichen Schlag macht. Manche Menschen bemerken keine Beschwerden. Andere leiden unter:
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Schwindel oder Benommenheit
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Müdigkeit und Schwäche
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Atemnot
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Brustschmerzen
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Ohnmacht
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Unruhe oder Angst
Die Ausprägung hängt unter anderem von der Rhythmusstörung und deinem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Herzstolpern ist nicht automatisch gefährlich. Treten die Beschwerden jedoch häufiger auf, beginnen sie ohne erkennbare Ursache oder kommen Schwindel, Ohnmacht, Atemnot oder Brustschmerzen hinzu, solltest du sie zeitnah medizinisch untersuchen lassen.
Wann liegt ein Notfall vor?
Starke Brustschmerzen, erhebliche Atemnot, Bewusstlosigkeit oder ein plötzlich sehr schlechter Allgemeinzustand sind Alarmsignale. Wähle in Deutschland sofort die 112, wenn eine Person bewusstlos ist, starke Brustschmerzen hat oder nicht ausreichend atmen kann. Auch wenn du die Situation nicht sicher einschätzen kannst, solltest du den Notruf wählen.
Atmet die betroffene Person nicht normal oder zeigt sie keine Lebenszeichen, beginne mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Drücke fest und schnell auf die Mitte des Brustkorbs, etwa 5 bis 6 Zentimeter tief und ungefähr 100 bis 120 Mal pro Minute. Ist ein automatisierter externer Defibrillator (AED) vorhanden, schalte ihn ein und befolge seine Sprachanweisungen.
Ursachen und Risikofaktoren
Herzrhythmusstörungen können durch das Herz selbst oder durch andere Erkrankungen und äußere Faktoren ausgelöst werden. Zu den möglichen Ursachen und Risikofaktoren gehören:
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Herzerkrankungen wie Bluthochdruck, ein früherer Herzinfarkt oder Herzklappenprobleme
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Erkrankungen der Schilddrüse, sowohl eine Über- als auch eine Unterfunktion
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Lungen- oder Nierenerkrankungen und Infektionen
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Störungen des Mineralstoffhaushalts
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bestimmte Medikamente, unter anderem manche Psychopharmaka oder Schilddrüsenhormone
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Nikotin, Drogen sowie hoher Alkohol- oder Koffeinkonsum
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Stress und starke psychische Belastungen
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familiäre und genetische Faktoren
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko. Auch junge Menschen und Sportler können betroffen sein. Bei intensiver sportlicher Belastung können unter anderem Flüssigkeitsmangel, Elektrolytstörungen oder Übertraining eine Rolle spielen. In der Schwangerschaft können hormonelle Veränderungen und das erhöhte Blutvolumen Herzklopfen oder Rhythmusstörungen begünstigen. Beschwerden solltest du dann mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen, damit die Untersuchung und eine mögliche Behandlung angepasst werden können.
Häufige Formen
Vorhofflimmern
Beim Vorhofflimmern schlagen die Herzvorhöfe unregelmäßig und häufig zu schnell. Möglich sind Herzrasen, Herzstolpern, Atemnot, Schwindel, Müdigkeit oder Leistungsschwäche. Vorhofflimmern kann unbemerkt bleiben. Weil sich bei der unregelmäßigen Herzaktion Blutgerinnsel bilden können, steigt das Schlaganfallrisiko. Ob eine Behandlung zur Vorbeugung von Blutgerinnseln erforderlich ist, entscheidet der Arzt anhand deiner individuellen Risiken.
Bradykardie
Bei einer Bradykardie schlägt das Herz langsamer als 60-mal pro Minute. Bei trainierten Sportlern kann ein niedriger Puls normal sein. Treten dagegen Schwindel, Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Brustschmerzen oder Ohnmachtsanfälle auf, muss die Ursache abgeklärt werden. Mögliche Auslöser sind Medikamente, Veränderungen am Sinus- oder AV-Knoten, eine Schilddrüsenunterfunktion oder Elektrolytstörungen.
Tachykardie
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Eine Tachykardie liegt vor, wenn das Herz mehr als 100-mal pro Minute schlägt. Bei supraventrikulären Tachykardien entsteht die Störung oberhalb der Herzkammern. Ventrikuläre Tachykardien gehen von den Herzkammern aus und können gefährlich sein. Je nach Form und Schwere kommen Herzrasen, Schwindel, Atemnot oder Ohnmacht vor.
Wie werden Herzrhythmusstörungen diagnostiziert?
Am Anfang stehen ein Gespräch und eine körperliche Untersuchung. Dein Arzt fragt nach den Beschwerden, ihrem Beginn und möglichen Auslösern sowie nach Vorerkrankungen, Medikamenten und Herzerkrankungen in deiner Familie.
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EKG: Elektroden zeichnen die elektrische Aktivität des Herzens auf. Eine kurzzeitige Untersuchung kann unauffällig sein, wenn die Störung gerade nicht auftritt.
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Langzeit-EKG: Ein tragbares Gerät zeichnet die Herzaktivität meist über einen längeren Zeitraum auf und kann seltene Episoden erfassen.
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Belastungsuntersuchung: Ein Belastungs-EKG zeigt, wie das Herz unter körperlicher Anstrengung reagiert.
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Echokardiografie: Der Ultraschall untersucht Aufbau und Pumpfunktion des Herzens.
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Blutuntersuchung: Damit lassen sich unter anderem Schilddrüsenprobleme, Mineralstoffstörungen oder Entzündungszeichen prüfen.
Wenn diese Untersuchungen nicht ausreichen, können je nach Fragestellung weitere Verfahren wie CT, MRT, eine Herzkatheteruntersuchung oder eine elektrophysiologische Untersuchung folgen. Auch Smartwatches und tragbare EKG-Geräte können Hinweise liefern, ersetzen aber kein ärztliches EKG.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die Therapie richtet sich nach der konkreten Rhythmusstörung, ihrer Ursache und deinen Beschwerden. Mögliche Bausteine sind:
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Medikamente: Sie können den Herzschlag verlangsamen, den Rhythmus stabilisieren oder bei bestimmten Formen das Risiko von Blutgerinnseln senken.
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Herzschrittmacher: Bei einer behandlungsbedürftigen langsamen Herzfrequenz kann ein implantiertes Gerät elektrische Impulse abgeben.
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Ablation: Dabei werden Herzbereiche, die die Rhythmusstörung auslösen, gezielt verödet. Das Verfahren kommt unter anderem bei bestimmten Tachykardien und bei Vorhofflimmern infrage.
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Kardioversion: Bei bestimmten Rhythmusstörungen kann das Herz durch einen kontrollierten elektrischen Impuls in einen regelmäßigen Rhythmus gebracht werden.
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Implantierbarer Defibrillator (ICD): Bei einem erhöhten Risiko für gefährliche ventrikuläre Rhythmusstörungen kann ein ICD den Rhythmus überwachen und bei Bedarf eingreifen.
Ändere Medikamente nicht selbst und kläre auch die Wiederaufnahme oder Steigerung sportlicher Aktivitäten mit deinem Arzt. In der Schwangerschaft, bei höherem Alter oder bei weiteren Erkrankungen muss die Behandlung besonders individuell geplant werden.
Was kannst du selbst beachten?
Ein gesunder Lebensstil kann die Herzgesundheit unterstützen, verhindert aber nicht jede Rhythmusstörung. Sinnvoll sind regelmäßige, an deine Situation angepasste Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol und Koffein. Verzichte auf Nikotin und Drogen. Beobachte, ob bestimmte Getränke, Belastungen oder Stress deine Beschwerden auslösen, und notiere Zeitpunkt und Begleitsymptome für das Arztgespräch.
Regelmäßige Kontrollen sind besonders wichtig, wenn du bereits eine Herzerkrankung, familiäre Vorbelastung oder andere Risikofaktoren hast. Mit passender Diagnostik und Behandlung können viele Betroffene ihren Alltag weiterhin gut gestalten. Welche Prognose gilt, hängt jedoch immer von der Art und Ursache der Herzrhythmusstörung ab.
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