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Hypothyreose: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

Hypothyreose: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

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Eine Hypothyreose, auch Schilddrüsenunterfunktion genannt, liegt vor, wenn die Schilddrüse nicht genügend Schilddrüsenhormone bildet. Dadurch laufen verschiedene Körperfunktionen langsamer ab. Die Beschwerden entwickeln sich oft schleichend und sind nicht eindeutig: Müdigkeit oder Gewichtszunahme können ebenso andere Ursachen haben. Eine ärztliche Abklärung ist deshalb wichtig.

Welche Symptome treten bei Hypothyreose auf?

Typische Beschwerden sind anhaltende Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme sowie eine erhöhte Kälteempfindlichkeit. Manche Betroffene frieren schneller als gewohnt oder fühlen sich körperlich und geistig verlangsamt.

  • trockene, raue Haut sowie brüchige oder langsamer wachsende Nägel

  • Haarausfall oder glanzloses, brüchiges Haar

  • Gewichtszunahme oder Schwierigkeiten beim Abnehmen

  • Verstopfung und eine verlangsamte Verdauung

  • Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen oder Gelenkbeschwerden

  • ein langsamerer Puls

  • depressive Verstimmungen, Reizbarkeit oder Ängstlichkeit

Bei Frauen kann sich die Unterfunktion auf den Menstruationszyklus auswirken. Blutungen können unregelmäßig, stärker oder schwächer ausfallen; auch ein Ausbleiben der Periode ist möglich. Eine unbehandelte Hypothyreose kann außerdem die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Ärzte behandeln Hypothyreose und Gewichtszunahme

Bei älteren Menschen werden Müdigkeit, Gedächtnisprobleme oder Verstopfung manchmal anderen Ursachen zugeschrieben. Bei Kindern können Wachstumsverzögerungen, Lernschwierigkeiten oder eine verzögerte Pubertät auf eine Schilddrüsenunterfunktion hindeuten. Bei Neugeborenen hilft ein Screening, eine angeborene Hypothyreose früh zu erkennen.

Ursachen der Schilddrüsenunterfunktion

Bei der primären Hypothyreose liegt die Ursache direkt in der Schilddrüse. Eine häufige Ursache ist die Hashimoto-Thyreoiditis. Dabei greift das Immunsystem die Schilddrüse an; die Entzündung kann langfristig die Hormonproduktion vermindern.

Auch ein Jodmangel kann die Bildung von Schilddrüsenhormonen beeinträchtigen. In Deutschland ist er durch jodiertes Speisesalz und jodiertes Tierfutter seltener geworden, kann aber weiterhin eine Rolle spielen. Eine zu hohe Jodzufuhr ist ebenfalls nicht grundsätzlich unproblematisch. Jodpräparate solltest du daher nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen.

Weitere mögliche Ursachen sind bestimmte Medikamente, eine Bestrahlung im Halsbereich oder eine teilweise beziehungsweise vollständige Entfernung der Schilddrüse. Familiäre Faktoren können das Risiko für Schilddrüsenerkrankungen erhöhen.

Bei der selteneren sekundären Hypothyreose liegt die Störung nicht in der Schilddrüse selbst, sondern in der Hirnanhangsdrüse oder im Hypothalamus. Diese Bereiche steuern normalerweise die Schilddrüse.

Wie wird Hypothyreose diagnostiziert?

Am Anfang stehen deine Beschwerden, ihre Dauer, mögliche Vorerkrankungen und eine körperliche Untersuchung. Dabei kann die Ärztin oder der Arzt unter anderem prüfen, ob die Schilddrüse vergrößert ist oder Knoten aufweist.

Entscheidend sind Blutuntersuchungen. Der TSH-Wert zeigt, wie stark die Hirnanhangsdrüse die Schilddrüse zur Hormonproduktion anregt. Bei einer primären Hypothyreose ist TSH häufig erhöht. Zusätzlich wird meist das Schilddrüsenhormon T4 bestimmt. Ein erhöhtes TSH bei noch normalem T4 wird als latente Hypothyreose bezeichnet; die Einordnung hängt vom gesamten Befund und deiner Situation ab.

Ein Ultraschall kann Größe und Struktur der Schilddrüse beurteilen und beispielsweise Knoten oder andere Veränderungen sichtbar machen. Eine Szintigrafie kommt je nach Fragestellung zur Funktionsbeurteilung infrage. Da Müdigkeit, Gewichtszunahme und depressive Verstimmungen auch andere Ursachen haben können, werden gegebenenfalls weitere Erkrankungen ausgeschlossen.

Behandlung: L-Thyroxin und regelmäßige Kontrollen

Die übliche Behandlung einer Hypothyreose ist die Hormonersatztherapie mit L-Thyroxin. Das Medikament ersetzt das fehlende Schilddrüsenhormon. Du solltest es genau nach ärztlicher Anweisung einnehmen. Häufig wird die Einnahme morgens auf nüchternen Magen empfohlen; für deine konkrete Einnahme und mögliche Wechselwirkungen gelten die Hinweise deiner Arztpraxis und der Packungsbeilage.

Die passende Dosis ist individuell. Nach Beginn oder Änderung der Behandlung werden die Schilddrüsenwerte kontrolliert und die Dosis bei Bedarf angepasst. Bis die richtige Einstellung gefunden ist, können mehrere Kontrollen nötig sein. Auch bei einer stabilen Behandlung sind regelmäßige Arzttermine sinnvoll.

Je nach Ursache ist die Behandlung vorübergehend oder langfristig erforderlich. Setze L-Thyroxin nicht eigenständig ab und ändere die Dosierung nicht ohne ärztliche Rücksprache.

Ernährung und Alltag

Eine spezielle Hypothyreose-Diät gibt es nicht. Eine ausgewogene Ernährung mit Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und ausreichender Flüssigkeit kann jedoch zu einem gesunden Alltag beitragen. Jod sollte weder grundsätzlich vermieden noch ungezielt hoch dosiert werden. Lass dich beraten, wenn du eine besondere Ernährungsform einhältst oder Nahrungsergänzungsmittel wie Jod, Selen oder Zink verwenden möchtest.

Bewegung kann helfen, körperliche Belastbarkeit und Wohlbefinden zu erhalten. Wenn du sehr erschöpft bist, beginne langsam, etwa mit Spaziergängen, und steigere die Belastung nach deinem Befinden. Regelmäßiger Schlaf und ein möglichst verlässlicher Tagesrhythmus können den Umgang mit Müdigkeit erleichtern. Bei anhaltender Niedergeschlagenheit, Angst oder sozialem Rückzug ist psychologische oder ärztliche Unterstützung sinnvoll.

Hypothyreose in Schwangerschaft und Kindheit

Während der Schwangerschaft ist eine gute Kontrolle der Schilddrüsenwerte besonders wichtig, weil Schilddrüsenhormone für die Entwicklung des Kindes eine Rolle spielen. Wenn du schwanger bist oder werden möchtest und eine Hypothyreose hast, solltest du deine Behandlung frühzeitig mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen. Der Bedarf an L-Thyroxin kann sich verändern; die Dosis darfst du nicht selbst anpassen. Auch nach der Geburt können weitere Kontrollen erforderlich sein.

Bei Kindern und Neugeborenen ist eine frühe Diagnose besonders wichtig, weil eine unbehandelte Unterfunktion die körperliche und geistige Entwicklung beeinträchtigen kann. Mit einer rechtzeitig begonnenen und regelmäßig kontrollierten Behandlung sind die Entwicklungsaussichten in der Regel deutlich besser.

Wann solltest du ärztliche Hilfe suchen?

Wenn mehrere typische Beschwerden neu auftreten oder länger anhalten, solltest du sie ärztlich abklären lassen. Das gilt besonders bei Kindern, in der Schwangerschaft oder bei bestehendem Kinderwunsch. Brustschmerzen, Atemnot, Herzstolpern oder ausgeprägte Schwellungen solltest du unabhängig von einer möglichen Hypothyreose zeitnah medizinisch beurteilen lassen.

Alternative Verfahren wie Homöopathie, pflanzliche Präparate oder Akupunktur ersetzen die Hormonersatztherapie nicht. Wenn du solche Methoden ergänzend nutzen möchtest, sprich vorher mit deiner Arztpraxis, da Präparate Wechselwirkungen haben können.

Hypothyreose und Lebensqualität: Arzt und Patient in einer hellen Arztpraxis.

Mit einer passenden Behandlung und regelmäßigen Kontrollen lässt sich eine Hypothyreose meist gut im Alltag managen. Entscheidend sind eine gesicherte Diagnose, die individuell passende Hormondosis und die Abstimmung mit deinem Behandlungsteam.

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