Keuchhusten, auch Pertussis genannt, ist eine hochansteckende bakterielle Atemwegserkrankung. Auslöser ist Bordetella pertussis. Typisch sind Hustenanfälle, die sich über mehrere Wochen hinziehen können. Für Säuglinge ist die Infektion besonders gefährlich, aber auch Erwachsene können erkranken und andere anstecken.
Keuchhusten: Symptome und Verlauf
Keuchhusten verläuft meist in drei Phasen. Zu Beginn ähneln die Beschwerden einer Erkältung. Später treten die charakteristischen Hustenanfälle auf, bevor die Symptome langsam abklingen.
1. Katarrhalisches Stadium
In den ersten ein bis zwei Wochen beginnen meist Schnupfen, Niesen, leichtes Fieber und ein zunächst milder Husten. Die Beschwerden sind unspezifisch, deshalb wird Keuchhusten anfangs oft nicht erkannt. Gerade in dieser frühen Phase ist die Ansteckungsgefahr hoch.
2. Anfallsstadium
Danach werden die Hustenanfälle stärker. Mehrere Hustenstöße können direkt aufeinanderfolgen. Anschließend ist ein keuchendes Einatmen möglich. Zäher Auswurf und Erbrechen nach einem Hustenanfall kommen ebenfalls vor. Fieber ist in dieser Phase eher selten. Das Anfallsstadium dauert häufig drei bis sechs Wochen.
3. Erholungsstadium
Im letzten Stadium werden die Anfälle allmählich seltener und schwächer. Der Husten kann trotzdem noch Wochen oder Monate anhalten. Auch wenn die Infektion bereits abgeklungen ist, bleiben die gereizten Atemwege oft längere Zeit empfindlich.
Besondere Symptome bei Säuglingen
Bei Säuglingen fehlen die typischen Hustenanfälle manchmal. Stattdessen können Atempausen (Apnoen), Atemnot oder eine bläuliche Hautverfärbung (Zyanose) auftreten. Auch Trinkschwäche, Erbrechen und ein auffällig schlechter Allgemeinzustand sind ernst zu nehmen. Wenn dein Baby Atempausen zeigt, sich blau verfärbt oder schwer Luft bekommt, brauchst du sofort medizinische Hilfe.
Bei Erwachsenen und älteren Kindern fehlt das typische Keuchen häufig. Ein hartnäckiger, trockener Husten, der über Wochen anhält, kann dennoch auf Keuchhusten hindeuten. Deshalb wird die Erkrankung bei Erwachsenen nicht selten mit einer Erkältung oder Bronchitis verwechselt.
Ursachen und Ansteckung
Bordetella pertussis siedelt sich in den Atemwegen an und reizt deren Schleimhäute. Die Bakterien bilden unter anderem Toxine, die die natürliche Reinigung der Atemwege beeinträchtigen. Schleim kann dadurch schlechter abtransportiert werden, was die Hustenanfälle begünstigt.
Die Übertragung erfolgt vor allem durch Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen. Besonders leicht steckt man sich bei engem Kontakt zu einer erkrankten Person an. Das Risiko ist erhöht, wenn kein vollständiger Impfschutz besteht, der Impfschutz nachgelassen hat oder das Immunsystem geschwächt ist. Keuchhusten ist keine reine Kinderkrankheit: Auch Erwachsene können sich infizieren und die Bakterien unbemerkt weitergeben.
Wie wird Keuchhusten diagnostiziert?
Deine Ärztin oder dein Arzt fragt zunächst, wie lange du bereits hustest, ob die Beschwerden anfallsartig auftreten, ob Schleim oder Erbrechen dazukommen und ob Atemprobleme bestehen. Anschließend werden unter anderem Lunge, Rachen und Allgemeinzustand untersucht.
Zur Bestätigung können je nach Krankheitsphase verschiedene Tests eingesetzt werden:
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Ein Abstrich aus Nase oder Rachen kann die Bakterien direkt nachweisen.
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Mit einem PCR-Test lässt sich das Erbgut von Bordetella pertussis untersuchen.
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Im späteren Verlauf kann ein Bluttest Antikörper gegen den Erreger nachweisen.
Eine Röntgenaufnahme ist nicht die Standarduntersuchung für Keuchhusten. Sie kann sinnvoll sein, wenn Komplikationen wie eine Lungenentzündung vermutet werden. Da die Beschwerden auch bei Bronchitis, Asthma oder anderen Atemwegsinfektionen vorkommen, müssen diese Erkrankungen gegebenenfalls abgegrenzt werden.
Behandlung von Keuchhusten
Bei Verdacht auf Keuchhusten solltest du ärztlichen Rat einholen, besonders wenn du engen Kontakt zu einem Säugling hast oder dein Impfschutz unvollständig ist. Die Behandlung richtet sich nach Alter, Krankheitsphase und Schwere der Beschwerden.
Antibiotika
Antibiotika bekämpfen die Bakterien und können vor allem bei einem frühen Behandlungsbeginn die Ansteckungsfähigkeit verkürzen. Sie beseitigen die Hustenanfälle jedoch nicht sofort, weil die gereizten Atemwege Zeit zur Erholung brauchen. Welches Antibiotikum geeignet ist, entscheidet die behandelnde Praxis. Nimm es genau nach ärztlicher Anweisung ein und setze die Behandlung nicht eigenständig ab.
Beschwerden lindern
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Schone dich und vermeide körperliche Überlastung.
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Trinke ausreichend, damit die Schleimhäute feucht bleiben.
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Eine ruhige, reizarm gestaltete Umgebung kann Hustenanfälle weniger belasten.
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Hustenstiller, Schmerzmittel oder fiebersenkende Medikamente solltest du nur nach Rücksprache mit einer Ärztin oder einem Arzt einsetzen.
Hausmittel können Beschwerden höchstens unterstützend lindern und ersetzen keine ärztliche Behandlung. Honig kann bei Hustenreiz helfen, ist aber für Kinder unter einem Jahr nicht geeignet. Bei Inhalationen mit heißem Wasser besteht Verbrühungsgefahr; sichere Inhalationsgeräte sind vorzuziehen.
Wann solltest du zum Arzt?
Eine ärztliche Abklärung ist wichtig, wenn der Husten anfallsartig ist, über längere Zeit anhält, beim Einatmen keucht oder Atemprobleme verursacht. Das gilt auch nach Kontakt mit einer an Keuchhusten erkrankten Person oder bei fehlendem Impfschutz. Bei Säuglingen solltest du bereits bei ungewöhnlichen Atempausen, Trinkschwäche, Erbrechen, bläulicher Haut oder einem deutlich schlechteren Zustand sofort handeln.
Komplikationen und Langzeitfolgen
Die Erkrankung heilt häufig ohne bleibende Schäden aus, kann aber insbesondere bei Säuglingen und älteren Menschen schwer verlaufen. Mögliche Komplikationen sind Atemnot, Sauerstoffmangel und eine Lungenentzündung. In seltenen Fällen können bei Säuglingen durch schwere Atemprobleme neurologische Schäden entstehen.
Auch nach dem Ende der akuten Infektion kann ein Reizhusten noch lange bestehen bleiben. Erschöpfung und Schlafmangel sind wegen der nächtlichen Hustenanfälle ebenfalls häufig belastend. Wenn Beschwerden nicht allmählich nachlassen oder sich verschlimmern, solltest du sie erneut ärztlich abklären lassen.
Keuchhusten vorbeugen
Die wichtigste Schutzmaßnahme ist die Impfung. In Deutschland beginnt die Grundimmunisierung im Säuglingsalter. Da der Impfschutz mit der Zeit nachlassen kann, sind Auffrischungen wichtig. Prüfe deinen Impfpass und besprich mit deiner Arztpraxis, ob eine Impfung oder Auffrischung empfohlen ist. Das gilt besonders, wenn du schwanger bist, engen Kontakt zu Säuglingen hast oder im medizinischen Bereich arbeitest.
Zusätzlich helfen Husten- und Niesetikette, regelmäßiges Händewaschen, Lüften und Abstand zu erkrankten Personen. Wenn du selbst an Keuchhusten erkrankt bist, solltest du Kontakte zu Säuglingen und anderen gefährdeten Menschen vermeiden und die Empfehlungen der behandelnden Praxis zur Ansteckungsfähigkeit beachten.
Keuchhusten bei Erwachsenen
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Bei Erwachsenen verläuft Keuchhusten oft weniger typisch, aber nicht unbedingt harmlos. Ein wochenlang anhaltender Husten kann Schlaf, Alltag und Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigen. Weil das Keuchen beim Einatmen häufig fehlt, wird die Erkrankung leicht übersehen. Wenn dein Husten ungewöhnlich lange anhält oder sich in heftigen Anfällen zeigt, lass die Ursache ärztlich klären.
Keuchhusten und Schule
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Erkrankte Kinder sollten zu Hause bleiben und die Schule sollte informiert werden. Für die Rückkehr gelten die ärztliche Einschätzung und die jeweils gültigen Regelungen der Einrichtung. So lässt sich das Risiko verringern, dass sich weitere Kinder, Familienmitglieder oder besonders gefährdete Säuglinge anstecken.
