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Leberabszess: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

Leberabszess: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

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Ein Leberabszess ist eine abgekapselte Eiteransammlung im Lebergewebe. Meist entsteht er durch eine Infektion, häufig mit Bakterien. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten und muss ärztlich behandelt werden, weil sich die Infektion ausbreiten und zu schweren Komplikationen führen kann.

Welche Symptome verursacht ein Leberabszess?

Die Beschwerden sind unterschiedlich stark und können anfangs unspezifisch sein. Häufig treten folgende Symptome auf:

  • Schmerzen oder Druckgefühl im rechten Oberbauch, manchmal mit Ausstrahlung in die rechte Schulter

  • Fieber und Schüttelfrost

  • Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit

  • ausgeprägtes Krankheitsgefühl oder Müdigkeit

  • unter Umständen eine Gelbfärbung der Haut und Augen (Ikterus)

Bei einer Gelbsucht können außerdem dunkler Urin und heller Stuhl auftreten. Die Symptome hängen unter anderem von der Größe und Lage des Abszesses sowie vom allgemeinen Gesundheitszustand ab.

Bei Fieber mit starken oder zunehmenden Oberbauchschmerzen, Schüttelfrost, Atembeschwerden, Verwirrtheit oder Gelbsucht solltest du sofort medizinische Hilfe suchen. Diese Beschwerden können auf eine schwere Infektion oder eine andere behandlungsbedürftige Erkrankung hinweisen.

Wie entsteht ein Leberabszess?

Bakterien können über verschiedene Wege in die Leber gelangen. Zu den möglichen Ursachen gehören:

  • Infektionen oder Abflussstörungen der Gallenwege, etwa im Zusammenhang mit Gallensteinen

  • die Ausbreitung einer Entzündung benachbarter Organe, zum Beispiel der Gallenblase oder Bauchspeicheldrüse

  • eine Infektion über die Blutbahn

  • Verletzungen oder Operationen, durch die Keime in das Lebergewebe gelangen können

  • selten Pilzinfektionen oder Parasiten, etwa Amöben

Eine geschädigte Leber, eine Leberzirrhose oder ein geschwächtes Immunsystem können das Risiko beeinflussen. Nicht jeder Leberabszess hat jedoch eine eindeutig feststellbare Ursache.

Wie wird ein Leberabszess diagnostiziert?

Am Anfang stehen deine Krankengeschichte und eine körperliche Untersuchung. Informiere die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt über Vorerkrankungen, aktuelle Medikamente, frühere Operationen und mögliche Reisen. Der Bauch wird abgetastet, insbesondere der Bereich über der Leber.

Blutuntersuchungen können Hinweise auf eine Entzündung, eine Infektion oder eine Beeinträchtigung der Leberfunktion liefern. Dabei können unter anderem Leberwerte, Bilirubin und das Blutbild kontrolliert werden. Für den direkten Nachweis eines Abszesses sind bildgebende Untersuchungen wichtig:

  • Ultraschall: Er ermöglicht eine erste Beurteilung der Leber, der Gallenwege und angrenzender Organe.

  • CT oder MRT: Diese Verfahren können Lage, Größe und Ausdehnung des Abszesses genauer darstellen.

In bestimmten Fällen wird der Abszess punktiert. Das gewonnene Material kann im Labor auf Bakterien oder andere Erreger untersucht werden und hilft dabei, die Behandlung auszuwählen. Eine Gewebeprobe ist nur in ausgewählten Situationen erforderlich, wenn die Diagnose trotz anderer Untersuchungen unklar bleibt. Auch andere Erkrankungen wie Hepatitis, Gallenwegserkrankungen oder Lebertumoren müssen gegebenenfalls ausgeschlossen werden.

Wie wird ein Leberabszess behandelt?

Die Therapie richtet sich nach Ursache, Größe und Lage des Abszesses sowie nach deinem allgemeinen Gesundheitszustand. Bakterielle Leberabszesse werden in der Regel mit Antibiotika behandelt. Anfangs können Medikamente eingesetzt werden, die gegen mehrere mögliche Bakterien wirken. Sobald der Erreger bekannt ist, kann die Therapie angepasst werden. Nimm Antibiotika genau nach ärztlicher Anweisung ein und beende die Behandlung nicht eigenständig, auch wenn du dich bereits besser fühlst.

Häufig wird der Eiter zusätzlich abgeleitet. Bei einer perkutanen Drainage führt die Ärztin oder der Arzt unter bildgebender Kontrolle eine Nadel oder einen Katheter durch die Haut in den Abszess ein. Der Inhalt wird abgeleitet und kann untersucht werden. Je nach Befund kommen auch eine operative Drainage oder die Entfernung des Abszesses infrage. Eine offene oder laparoskopische Operation ist insbesondere dann möglich, wenn eine Drainage nicht ausreicht, der Abszess ungünstig liegt oder eine zugrunde liegende Erkrankung operativ behandelt werden muss.

Nach der Behandlung sind Kontrolluntersuchungen wichtig. Dazu können Bluttests und Ultraschall oder andere bildgebende Verfahren gehören. So lässt sich prüfen, ob die Infektion abgeheilt ist und sich die Leberfunktion normalisiert.

Welche Komplikationen sind möglich?

Unbehandelt kann sich ein Leberabszess in der Leber oder auf andere Organe ausbreiten. Eine besonders gefährliche Komplikation ist die Sepsis: Dabei löst die Infektion eine schwere Reaktion des gesamten Körpers aus. Hohes Fieber, Schüttelfrost, schneller Herzschlag, Atembeschwerden, starke Schwäche oder Verwirrtheit sind Warnzeichen, bei denen du sofort den Notruf oder eine Notaufnahme kontaktieren solltest.

In seltenen schweren Fällen kann die Leberfunktion stark beeinträchtigt werden. Gelbsucht, Verwirrtheit oder eine erhöhte Blutungsneigung können auf ein Leberversagen hindeuten und sind Notfallzeichen. Wie gut die Erkrankung ausheilt, hängt unter anderem davon ab, wie früh sie erkannt wird, welcher Erreger verantwortlich ist und ob weitere Erkrankungen bestehen.

Was gilt bei Schwangerschaft und bei Kindern?

Leberabszess und Schwangerschaft: Patient und Arzt im hellen medizinischen Büro.

Bei einer Schwangerschaft müssen Untersuchungen und Medikamente sorgfältig auf die Situation abgestimmt werden. Ultraschall kann eine wichtige Untersuchung sein; die weitere Diagnostik und die Auswahl der Antibiotika entscheidet das behandelnde Team. Wenn du schwanger bist und Fieber, Oberbauchschmerzen oder andere passende Beschwerden hast, solltest du umgehend medizinischen Rat einholen. Ob nach der Behandlung gestillt werden kann, hängt unter anderem von den eingesetzten Medikamenten ab.

Bei Kindern sind Leberabszesse selten. Fieber, Bauchschmerzen, Reizbarkeit oder Appetitlosigkeit können sich nicht immer eindeutig zuordnen lassen. Deshalb ist eine zeitnahe ärztliche Untersuchung wichtig. Die Behandlung mit Antibiotika und gegebenenfalls Drainage wird an Größe und Lage des Abszesses sowie an Alter und Gesundheitszustand des Kindes angepasst.

Kann man einem Leberabszess vorbeugen?

Vorbeugung von Leberabszessen: Mann mit Obstkorb

Eine sichere Vorbeugung ist nicht in jedem Fall möglich. Sinnvoll ist es, Erkrankungen der Gallenwege und andere Infektionen ärztlich behandeln zu lassen. Besprich mit deinem Arzt, ob Impfungen gegen Hepatitis A und B für dich empfohlen sind. Alkohol solltest du höchstens in dem Maß trinken, das medizinisch für dich vertretbar ist; bei einer bestehenden Lebererkrankung kann ein vollständiger Verzicht sinnvoll sein. Nimm Medikamente und pflanzliche Präparate nicht ohne Rücksprache ein, da sie die Leber belasten oder mit anderen Arzneimitteln wechselwirken können.

Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die allgemeine Gesundheit, kann einen bestehenden Leberabszess aber nicht behandeln. Nahrungsergänzungsmittel, Homöopathie oder andere alternative Verfahren ersetzen weder Antibiotika noch eine notwendige Drainage.

Das Wichtigste auf einen Blick

Ein Leberabszess ist eine ernste, meist infektiöse Eiteransammlung in der Leber. Typische Hinweise sind Schmerzen im rechten Oberbauch, Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit und Appetitlosigkeit. Die Diagnose erfolgt vor allem mit Blutuntersuchungen und bildgebenden Verfahren. Je nach Befund werden Antibiotika und eine Drainage eingesetzt; manchmal ist eine Operation erforderlich. Bei entsprechenden Beschwerden solltest du nicht abwarten, sondern sofort ärztliche Hilfe suchen.

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