Ein Magengeschwür, medizinisch Ulcus ventriculi, ist ein tiefer Defekt in der Magenschleimhaut beziehungsweise Magenwand. Typische Beschwerden sind Schmerzen im Oberbauch, Völlegefühl, Übelkeit und Appetitlosigkeit. Häufige Ursachen sind eine Infektion mit Helicobacter pylori und die längerfristige Einnahme bestimmter Schmerzmittel. Eine ärztliche Untersuchung ist wichtig, weil ähnliche Symptome auch bei anderen Erkrankungen auftreten und ein unbehandeltes Geschwür zu Blutungen oder einem Magendurchbruch führen kann.
Magengeschwür: Symptome und Warnzeichen
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Ein Magengeschwür verursacht nicht immer Beschwerden. Wenn Symptome auftreten, zeigen sie sich häufig als brennender oder drückender Schmerz im Oberbauch. Er kann nach dem Essen oder bei leerem Magen auftreten und gelegentlich in Rücken oder Brust ausstrahlen. Weitere mögliche Anzeichen sind:
- Völlegefühl bereits nach kleinen Mahlzeiten
- Appetitlosigkeit und Übelkeit
- Sodbrennen und saures Aufstoßen
- Blähungen oder veränderter Stuhlgang
- gelegentliches Erbrechen
Diese Beschwerden beweisen kein Magengeschwür. Auch eine Magenschleimhautentzündung, Reflux oder andere Erkrankungen können ähnliche Symptome auslösen.
Wann du sofort Hilfe brauchst
Blut im Erbrochenen, Erbrechen mit einem Aussehen wie Kaffeesatz oder schwarzer, teerartiger Stuhl können auf eine Blutung hindeuten. Plötzlich sehr starke Bauchschmerzen, ein harter Bauch, Kreislaufprobleme oder ausgeprägte Schwäche können Zeichen einer schweren Komplikation wie einem Magendurchbruch sein. Wende dich in solchen Fällen sofort an den Rettungsdienst oder eine Notaufnahme.
Ursachen und Risikofaktoren
Helicobacter pylori
Das Bakterium Helicobacter pylori kann die Magenschleimhaut entzünden und ihre Schutzfunktion beeinträchtigen. Dadurch wird sie empfindlicher gegenüber der Magensäure. Eine Infektion kann über Atem- oder Stuhltests, eine Gewebeprobe bei der Magenspiegelung und je nach Situation weitere Untersuchungen nachgewiesen werden.
Schmerzmittel und andere Faktoren
Nicht steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac können die Magenschleimhaut schädigen und die Entstehung eines Geschwürs begünstigen. Auch Acetylsalicylsäure kann für den Magen problematisch sein. Wenn du solche Medikamente regelmäßig einnimmst, besprich das mit deinem Arzt oder deiner Ärztin. Setze verordnete Medikamente nicht eigenständig ab.
Stress gilt nicht als alleinige typische Ursache, kann Beschwerden aber verstärken und die Erholung erschweren. Rauchen und Alkohol reizen den Magen zusätzlich. Bestimmte Vorerkrankungen, etwa das Zollinger-Ellison-Syndrom, können ebenfalls eine Rolle spielen. Ältere Menschen und Personen mit einer Helicobacter-pylori-Infektion oder regelmäßiger NSAR-Einnahme haben ein höheres Risiko.
Ein Magengeschwür sitzt im Magen. Ein Zwölffingerdarmgeschwür entsteht dagegen im anschließenden Zwölffingerdarm. Die Beschwerden können ähnlich sein, die Behandlung richtet sich jedoch nach der jeweiligen Ursache und Diagnose.
Wie wird ein Magengeschwür diagnostiziert?
Zu Beginn fragt der Arzt nach deinen Beschwerden, ihrem zeitlichen Verlauf, deiner Ernährung, deinem Alkoholkonsum, dem Rauchen und allen Medikamenten. Bei der körperlichen Untersuchung wird unter anderem geprüft, ob der Bauch druckempfindlich ist.
Das wichtigste Verfahren ist die Magenspiegelung (Gastroskopie). Dabei wird die Speiseröhre, der Magen und der obere Abschnitt des Dünndarms mit einer kleinen Kamera untersucht. So lässt sich ein Geschwür direkt erkennen. Häufig wird dabei eine Gewebeprobe entnommen. Sie kann helfen, Helicobacter pylori nachzuweisen, andere Veränderungen der Magenschleimhaut zu beurteilen und bei einem Magengeschwür im Magen weitere Ursachen abzuklären.
Je nach Befund kommen zusätzlich Blutuntersuchungen sowie Atem- oder Stuhltests infrage. Die Beschwerden allein reichen für eine sichere Diagnose nicht aus.
Behandlung des Magengeschwürs
Säurehemmende Medikamente
Zur Behandlung werden meist Protonenpumpenhemmer (PPI) wie Omeprazol, Pantoprazol oder Lansoprazol eingesetzt. Sie verringern die Magensäure, sodass die Schleimhaut abheilen kann. H2-Blocker oder Antazida können in bestimmten Situationen ebenfalls eine Rolle spielen. Welches Präparat und welche Dauer passend sind, hängt von Ursache, Befund und Begleiterkrankungen ab.
Behandlung von Helicobacter pylori
Wird Helicobacter pylori nachgewiesen, erfolgt eine Eradikationstherapie mit mehreren Antibiotika und einem Säureblocker. Nimm die Medikamente genau nach ärztlicher Anweisung ein, auch wenn die Beschwerden frühzeitig nachlassen. Nach der Behandlung kann eine Kontrolle sinnvoll sein, um den Erfolg zu überprüfen.
NSAR überprüfen und Komplikationen behandeln
Wenn Schmerzmittel die Ursache sein könnten, prüft der Arzt, ob sie reduziert, abgesetzt oder durch eine andere Behandlung ersetzt werden können. Das darfst du nicht allein entscheiden. Bei starken Blutungen oder einem Magendurchbruch sind eine sofortige Behandlung im Krankenhaus und gegebenenfalls ein Eingriff erforderlich. Eine Operation ist bei unkomplizierten Magengeschwüren dagegen selten notwendig.
Was du selbst beachten kannst
Es gibt keine allgemeingültige „Magengeschwür-Diät“. Meide vor allem Lebensmittel und Getränke, die deine Beschwerden nachweislich verstärken. Häufig werden Alkohol, Nikotin, Kaffee, sehr scharfe oder sehr fettige Speisen schlecht vertragen. Mehrere kleine Mahlzeiten können angenehmer sein als wenige große Portionen. Trinke ausreichend, sofern medizinisch nichts dagegen spricht.
Eine ausgewogene Ernährung, Bewegung, ausreichend Schlaf und ein möglichst regelmäßiger Tagesablauf unterstützen dein Wohlbefinden. Entspannungstechniken wie Atemübungen, Meditation oder Spaziergänge können helfen, mit Stress umzugehen. Sie ersetzen weder Säureblocker noch eine Behandlung einer Helicobacter-pylori-Infektion. Auch Kräutertees oder andere pflanzliche Mittel solltest du vor der Anwendung mit Arzt oder Apotheke besprechen, weil Wechselwirkungen und Nebenwirkungen möglich sind.
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Verlauf und Vorbeugung
Mit einer passenden Behandlung heilt ein Magengeschwür häufig ab. Ohne Behandlung können Blutungen, eine Durchbohrung der Magenwand, Narben oder eine Behinderung am Magenausgang auftreten. Halte Kontrolltermine ein und nimm verordnete Medikamente wie besprochen ein. Wenn Helicobacter pylori die Ursache war, ist die vollständige Behandlung der Infektion besonders wichtig.
Du kannst dein Risiko senken, indem du NSAR nicht länger oder höher dosiert einnimmst als ärztlich empfohlen, auf Alkohol und Nikotin möglichst verzichtest und wiederkehrende Beschwerden abklären lässt. Bei Kindern und Jugendlichen sind Magengeschwüre seltener, kommen aber ebenfalls vor. Wiederkehrende Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Appetitlosigkeit sollten auch bei ihnen ärztlich untersucht werden.
Wichtig: Oberbauchschmerzen lassen sich nicht sicher selbst einem Magengeschwür zuordnen. Wenn die Beschwerden anhalten, wiederkehren oder sich verschlimmern, vereinbare einen ärztlichen Termin. Bei Blutungszeichen oder plötzlich starken Bauchschmerzen brauchst du sofort medizinische Hilfe.
