Malaria ist eine durch Parasiten verursachte Infektionskrankheit, die vor allem in tropischen und subtropischen Regionen vorkommt. Übertragen wird sie hauptsächlich durch den Stich weiblicher Anopheles-Mücken. Unbehandelt kann insbesondere die Malaria tropica schwer verlaufen. Fieber nach einer Reise in ein Malariagebiet solltest du deshalb immer ernst nehmen.
Welche Symptome hat Malaria?
Die ersten Beschwerden sind oft unspezifisch und können an eine Grippe erinnern. Möglich sind:
- Fieber und Schüttelfrost
- Kopf- und Gliederschmerzen
- ausgeprägte Müdigkeit und Schwäche
- Übelkeit und Erbrechen
- Durchfall und Appetitlosigkeit
Das Fieber kann in Schüben auftreten, muss aber nicht einem regelmäßigen Muster folgen. Die Beschwerden beginnen je nach Erregerart unterschiedlich lange nach der Infektion. Häufig liegt die Inkubationszeit zwischen 7 und 30 Tagen; bei manchen Formen können Symptome auch später auftreten.
Ohne Behandlung kann Malaria unter anderem zu Blutarmut, Nierenversagen, Organschäden oder einer zerebralen Malaria führen. Bei der zerebralen Malaria können Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma auftreten. Wenn du nach einem Aufenthalt in einem Risikogebiet Fieber bekommst, brauchst du sofort eine ärztliche Abklärung. Das gilt auch dann, wenn die Reise bereits Wochen oder Monate zurückliegt.
Ursachen und Übertragung
Auslöser sind einzellige Parasiten der Gattung Plasmodium. Zu den wichtigen Arten gehören:
- Plasmodium falciparum, der Erreger der besonders gefährlichen Malaria tropica
- Plasmodium vivax und Plasmodium ovale, die meist Malaria tertiana verursachen
- Plasmodium malariae, der Erreger der seltenen Malaria quartana
Die Parasiten gelangen beim Stich einer infizierten weiblichen Anopheles-Mücke in den Körper und befallen später unter anderem rote Blutkörperchen. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht der typische Infektionsweg. Malaria tritt vor allem in Afrika südlich der Sahara, in Teilen Asiens und in Lateinamerika auf. In Europa wird sie überwiegend als Reisekrankheit festgestellt.
Wer ist besonders gefährdet?
Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem für Reisende ohne ausreichende Immunität, Schwangere, Kinder unter fünf Jahren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Auch ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen können bei einer Infektion stärker gefährdet sein. Wie hoch das Risiko tatsächlich ist, hängt unter anderem vom Reiseziel, der Jahreszeit, der Aufenthaltsdauer und der Unterkunft ab.
Welche Malariaformen gibt es?
- Malaria tropica: Sie wird meist durch Plasmodium falciparum verursacht und kann sich schnell zu einer lebensbedrohlichen Erkrankung entwickeln.
- Malaria tertiana: Sie wird vor allem mit Plasmodium vivax oder Plasmodium ovale in Verbindung gebracht. Diese Parasiten können in der Leber verbleiben und später Rückfälle auslösen.
- Malaria quartana: Sie wird durch Plasmodium malariae verursacht und ist selten.
Das klinische Bild lässt sich nicht zuverlässig allein anhand des Fieberverlaufs bestimmen. Dafür ist ein Bluttest erforderlich.
Wie wird Malaria diagnostiziert?
Bei Fieber oder grippeähnlichen Beschwerden nach einer Reise in ein Endemiegebiet solltest du den Arzt oder die Ärztin sofort über die Reise informieren. Zur Diagnose wird dein Blut untersucht. Bei der mikroskopischen Untersuchung lassen sich die Parasiten direkt nachweisen und teilweise der Erreger bestimmen. Zusätzlich können Schnelltests bestimmte Parasitenproteine im Blut erkennen.
Schnelltests liefern rasch ein Ergebnis, sind aber nicht in jeder Situation so zuverlässig wie die mikroskopische Untersuchung. Ein negatives Ergebnis schließt Malaria daher bei passenden Beschwerden nicht sicher aus. Bleibt der Verdacht bestehen, können wiederholte oder weiterführende Blutuntersuchungen notwendig sein. Auch Dengue-Fieber, Zika, Typhus und andere Infektionen können ähnliche Beschwerden verursachen.
Wie wird Malaria behandelt?
Die Therapie richtet sich nach der Plasmodium-Art, dem Schweregrad, dem wahrscheinlichen Infektionsgebiet, möglichen Resistenzen, deinem Alter und deinem allgemeinen Gesundheitszustand. Nimm Malariamedikamente nicht eigenständig ein und ändere die Dosierung nicht ohne ärztliche Anweisung.
Bei vielen Formen der Malaria kommen Artemisinin-basierte Kombinationstherapien zum Einsatz. Sie verbinden Artemisinin mit einem weiteren Malariamittel. Welche Kombination geeignet ist, entscheidet das behandelnde Team. Bei schwerer Malaria, insbesondere bei Verdacht auf Malaria tropica, ist eine sofortige Behandlung im Krankenhaus erforderlich. In schweren Fällen kann eine intravenöse Therapie mit Artesunat notwendig sein.
Schwangere, Kinder, ältere Menschen und Personen mit anderen Erkrankungen benötigen eine besonders sorgfältige Auswahl und Dosierung der Medikamente. Nimm die verordnete Behandlung vollständig ein, informiere das Behandlungsteam über weitere Medikamente und melde Nebenwirkungen. Nachuntersuchungen können erforderlich sein, um den Behandlungserfolg zu kontrollieren.
Wie kannst du Malaria vorbeugen?
Vor einer Reise in ein Malariagebiet solltest du dich frühzeitig ärztlich oder in einem Tropeninstitut beraten lassen. Ob eine medikamentöse Prophylaxe sinnvoll ist und welches Präparat infrage kommt, hängt vom Reiseziel und deinen persönlichen Umständen ab. Auch die Dauer der Einnahme vor und nach der Reise ist abhängig vom gewählten Medikament. Für Kinder und Schwangere gelten besondere Anforderungen.
Da keine Maßnahme einen vollständigen Schutz garantiert, ist konsequenter Mückenschutz wichtig:
- Trage möglichst lange, helle Kleidung, besonders in der Dämmerung und nachts.
- Verwende geeignete Repellents wie DEET oder Icaridin nach den Anwendungshinweisen.
- Schlafe unter einem imprägnierten Moskitonetz oder in gut geschützten Räumen.
- Nutze, wenn möglich, Mückengitter oder eine Klimaanlage.
- Meide Aufenthalte im Freien zu Zeiten, in denen die übertragenden Mücken besonders aktiv sind.
Für Reisende gibt es keine allgemeine Impfempfehlung gegen Malaria. Impfstoffe werden bislang vor allem im Rahmen von Schutzprogrammen für Kinder in Risikogebieten eingesetzt. Informiere dich vor der Reise über die aktuelle Situation am Zielort.
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Besondere Hinweise für Kinder und Schwangere
Bei Kindern kann Malaria neben Fieber und Schüttelfrost auch durch ungewöhnliche Schläfrigkeit, Apathie, Bauchschmerzen oder Appetitlosigkeit auffallen. Säuglinge, Kleinkinder und mangelernährte Kinder sind besonders gefährdet. Bei Kindern müssen Medikamente alters- und gewichtsabhängig dosiert werden.
Während der Schwangerschaft kann Malaria für dich und das ungeborene Kind besonders gefährlich sein. Möglich sind unter anderem eine schwere Blutarmut, Frühgeburt oder ein niedriges Geburtsgewicht. Bei Fieber nach einem Aufenthalt in einem Malariagebiet solltest du sofort medizinische Hilfe suchen und keine Medikamente ohne ärztliche Rücksprache einnehmen.
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Wann musst du zum Arzt?
Jedes ungeklärte Fieber nach einem Aufenthalt in einem Malariagebiet ist ein dringender Grund für eine ärztliche Untersuchung. Warte nicht ab, bis typische Fieberschübe auftreten, und erwähne auch länger zurückliegende Reisen. Eine schnelle Diagnose und passende Behandlung senken das Risiko schwerer Komplikationen.
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Untersuchung. Wenn du aktuell Fieber nach einer Reise in ein Risikogebiet hast, wende dich sofort an eine medizinische Einrichtung.
