Bluterbrechen ist immer ein Warnsignal. Wenn du Blut erbrichst, schwarzen Stuhl bemerkst oder unter starkem Schwindel, Schwäche, kalter Haut, Herzrasen oder Verwirrtheit leidest, brauchst du sofort medizinische Hilfe. Wähle den Notruf 112 oder fahre direkt in eine Notaufnahme.
Was ist das Mallory-Weiss-Syndrom?
Beim Mallory-Weiss-Syndrom entstehen längliche Risse in der Schleimhaut am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen. Typischerweise treten sie nach starkem oder wiederholtem Erbrechen, Würgen oder starkem Husten auf. Durch den dabei entstehenden Druck kann die Schleimhaut einreißen und bluten. Auch übermäßiger Alkoholkonsum kann das Risiko erhöhen, vor allem weil er Erbrechen begünstigen kann.
Das Syndrom kann grundsätzlich jeden treffen. Häufiger betroffen sind unter anderem Menschen mit wiederholtem Erbrechen, etwa bei Magen-Darm-Infekten, starker Schwangerschaftsübelkeit oder Bulimie. Auch bestimmte Erkrankungen und Medikamente können indirekt eine Rolle spielen, wenn sie die Schleimhaut reizen oder Übelkeit und Erbrechen auslösen.
Symptome und wichtige Warnzeichen
Bluterbrechen
Das wichtigste Symptom ist Hämatemesis, also das Erbrechen von Blut. Frisches Blut kann hellrot erscheinen. Ist es länger im Magen geblieben, kann das Erbrochene dunkel und kaffeesatzartig aussehen. Blutungen können unterschiedlich stark sein und müssen von anderen Ursachen einer Blutung im oberen Verdauungstrakt unterschieden werden.
Begleitend können Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen im Oberbauch auftreten. Manche Beschwerden bestehen bereits vor dem Einreißen der Schleimhaut, andere entstehen durch die Reizung nach dem Erbrechen.
Zeichen von Blutverlust
- Schwindel oder ausgeprägte Schwäche
- Blässe und kalte Haut
- Herzrasen oder niedriger Blutdruck
- Kurzatmigkeit oder zunehmende Müdigkeit
- Ohnmacht oder Verwirrtheit
Diese Beschwerden können auf einen stärkeren Blutverlust bis hin zu einem Schock hindeuten. Warte dann nicht ab und versuche nicht, die Ursache selbst einzuschätzen.
Ursachen und Risikofaktoren
Der unmittelbare Auslöser ist meist ein plötzlicher Druckanstieg beim heftigen Würgen oder Erbrechen. Mögliche Auslöser beziehungsweise begünstigende Faktoren sind:
- übermäßiger Alkoholkonsum
- wiederholtes Erbrechen bei Infektionen oder anderen Erkrankungen
- starke Schwangerschaftsübelkeit
- Bulimie oder andere Ursachen für selbst ausgelöstes Erbrechen
- anhaltende Hustenanfälle
- starke körperliche Anstrengung mit Pressen oder Luftanhalten
- Verletzungen im Bauchbereich
Lebererkrankungen, Essstörungen und Erkrankungen mit chronischem Husten können das Risiko ebenfalls erhöhen. Medikamente wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), darunter Ibuprofen oder Diclofenac, können die Schleimhaut belasten oder Blutungen begünstigen. Nimm solche Medikamente nicht eigenständig ab, sondern besprich sie mit deinem Arzt oder deiner Ärztin.
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Wie wird das Mallory-Weiss-Syndrom diagnostiziert?
Zu Beginn fragt das medizinische Team, wann das Erbrechen oder Würgen begonnen hat, ob Blut sichtbar war, welche Medikamente du einnimmst und ob Vorerkrankungen bestehen. Eine körperliche Untersuchung ergänzt die Anamnese.
Die wichtigste Untersuchung ist meist eine Gastroskopie. Dabei wird ein dünnes Instrument mit Kamera über die Speiseröhre in den Magen geführt. So lassen sich die Schleimhaut und die Risse direkt beurteilen. Bei Bedarf kann die Blutung während der Untersuchung zugleich behandelt werden.
Blutuntersuchungen helfen, den Blutverlust und die Blutgerinnung einzuschätzen. Je nach Beschwerden und Befund kommen weitere Untersuchungen infrage, um andere Blutungsquellen auszuschließen. Dazu gehören beispielsweise Magengeschwüre, eine Entzündung der Speiseröhre, Blutungen aus Speiseröhrenvarizen oder andere Erkrankungen des oberen Verdauungstrakts.
Behandlung
Die Therapie richtet sich nach der Stärke der Blutung und deinem allgemeinen Zustand. Kleine Blutungen können unter ärztlicher Beobachtung von selbst zum Stillstand kommen. Das medizinische Team überwacht dann unter anderem Kreislauf und Blutwerte und behandelt die auslösende Übelkeit oder das Erbrechen.
Medikamente
Zum Einsatz können säurehemmende Medikamente wie Protonenpumpenhemmer kommen. Sie reduzieren die Magensäure und können die Heilung der gereizten Schleimhaut unterstützen. Gegen Übelkeit und Erbrechen können ärztlich verordnete Antiemetika eingesetzt werden. Welche Medikamente geeignet sind, hängt von deinen Beschwerden und Vorerkrankungen ab.
Endoskopische Blutstillung
Bei einer anhaltenden oder stärkeren Blutung kann die Blutung während der Gastroskopie gestillt werden. Mögliche Verfahren sind die Koagulation, das Anbringen kleiner Clips oder in bestimmten Fällen das Auftragen eines Gewebeklebers. Eine Bluttransfusion oder weitere Maßnahmen können erforderlich werden, wenn der Blutverlust erheblich ist.
Operation
Eine Operation ist selten nötig. Sie kann in Betracht kommen, wenn die Blutung durch medikamentöse oder endoskopische Verfahren nicht ausreichend kontrolliert werden kann.
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Verlauf, Nachsorge und Vorbeugung
In vielen Fällen heilt der Schleimhautriss ohne bleibende Schäden ab. Nach der Behandlung solltest du die ärztlichen Empfehlungen befolgen und auf Anzeichen einer erneuten Blutung achten. Bei erneutem Bluterbrechen, schwarzem Stuhl, zunehmender Schwäche oder Schwindel musst du sofort medizinische Hilfe suchen.
Das Risiko für eine erneute Episode lässt sich nicht immer vollständig verhindern. Sinnvoll ist es jedoch, übermäßigen Alkoholkonsum zu vermeiden, wiederkehrendes Erbrechen und chronischen Husten ärztlich abklären zu lassen und Medikamente, die den Magen-Darm-Trakt belasten können, nur nach Rücksprache einzunehmen. Rauchen und individuell unverträgliche Reizstoffe können ebenfalls reduziert oder vermieden werden.
Die Blutung kann verständlicherweise Angst vor einer Wiederholung auslösen. Wenn dich diese Angst, eine Essstörung oder der Umgang mit Alkohol stark belastet, können ärztliche, psychotherapeutische oder beratende Angebote unterstützen.
Das Wichtigste im Überblick
- Das Mallory-Weiss-Syndrom sind Schleimhautrisse am Übergang von Speiseröhre und Magen.
- Häufig entstehen sie nach starkem Erbrechen, Würgen oder Husten.
- Bluterbrechen kann hellrot oder kaffeesatzartig aussehen und muss sofort abgeklärt werden.
- Die Diagnose wird meist durch eine Gastroskopie und Blutuntersuchungen gestellt.
- Die Behandlung reicht von Überwachung und Medikamenten bis zur endoskopischen Blutstillung; eine Operation ist selten.
