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Morbus Bechterew: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

Morbus Bechterew: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

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Morbus Bechterew, auch Spondylitis ankylosans genannt, ist eine chronische entzündlich-rheumatische Erkrankung. Sie gehört zu den Spondyloarthritiden und betrifft vor allem die Wirbelsäule sowie die Iliosakralgelenke, die Becken und Wirbelsäule verbinden. Auch Hüften, Knie, Schultern, Sehnenansätze, Brustkorb und Augen können beteiligt sein.

Die Erkrankung beginnt häufig im jungen Erwachsenenalter, oft zwischen 20 und 30 Jahren. Sie betrifft Männer häufiger als Frauen, kann aber bei Frauen und bereits im Kindes- oder Jugendalter auftreten. Eine frühe Diagnose und konsequente Behandlung helfen, Schmerzen zu kontrollieren und die Beweglichkeit möglichst lange zu erhalten.

Typische Symptome von Morbus Bechterew

Die Beschwerden entwickeln sich oft schleichend und unterscheiden sich von Mensch zu Mensch. Typisch sind tief sitzende Schmerzen im unteren Rücken oder im Gesäß, die einseitig oder beidseitig auftreten können. Die Schmerzen bessern sich häufig durch Bewegung und werden in Ruhe nicht unbedingt besser.

  • Rückenschmerzen, die über längere Zeit bestehen oder wiederkehren

  • Ausgeprägte Morgensteifigkeit, oft länger als 30 Minuten

  • Besserung der Steifheit im Tagesverlauf oder durch Bewegung

  • Schmerzen, die in Hüften, Oberschenkel, Brustwirbelsäule oder Nacken ausstrahlen

  • Entzündungen großer Gelenke wie Knie, Hüfte oder Sprunggelenke

  • Schwellungen und Schmerzen an Sehnenansätzen sowie gelegentlich an Fingern oder Zehen

  • Müdigkeit, Erschöpfung, allgemeines Unwohlsein und mitunter Fieber oder Gewichtsverlust

Eine mögliche Begleiterkrankung ist die Uveitis, eine Entzündung der Regenbogenhaut. Ein rotes und schmerzendes Auge, Lichtempfindlichkeit oder verschwommenes Sehen solltest du zeitnah medizinisch abklären lassen.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genaue Ursache von Morbus Bechterew ist nicht geklärt. Vermutlich wirken genetische Veranlagung und weitere, bisher nicht vollständig verstandene Faktoren zusammen. Wenn enge Familienangehörige erkrankt sind, ist das eigene Risiko erhöht. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Erkrankung zwangsläufig vererbt wird.

Eine wichtige Rolle spielt das Merkmal HLA-B27. Es kommt bei vielen Betroffenen vor, ist aber kein eindeutiger Beweis für Morbus Bechterew: Auch Menschen ohne dieses Merkmal können erkranken, während viele HLA-B27-positive Menschen gesund bleiben. Umweltfaktoren und vorausgegangene Infektionen werden als mögliche Einflussfaktoren untersucht, sind als konkrete Auslöser aber nicht abschließend belegt.

Wie wird Morbus Bechterew diagnostiziert?

Es gibt keine einzelne Untersuchung, die Morbus Bechterew sicher nachweist. Die Diagnose ergibt sich aus dem Zusammenspiel deiner Beschwerden, der körperlichen Untersuchung, Blutwerten und bildgebenden Verfahren. Der Arzt fragt unter anderem nach Beginn, Dauer und Verlauf der Schmerzen und prüft Beweglichkeit sowie empfindliche oder geschwollene Gelenke.

Röntgenaufnahmen können typische Veränderungen an Wirbelsäule und Gelenken zeigen. Mit einer MRT lassen sich Entzündungen oft früher erkennen, bevor sie im Röntgenbild sichtbar werden. Blutuntersuchungen können Entzündungswerte und HLA-B27 berücksichtigen. Ein positives HLA-B27-Ergebnis allein reicht jedoch nicht für die Diagnose.

Bei Frauen können die Beschwerden variabler sein und häufiger andere Gelenke oder die Halswirbelsäule betreffen. Bei Kindern und Jugendlichen stehen oft Hüft-, Knie- oder Fußbeschwerden sowie Entzündungen an Sehnenansätzen im Vordergrund. Deshalb kann die Diagnose in diesen Gruppen schwieriger sein.

Behandlung von Morbus Bechterew

Morbus Bechterew: Patient und Arzt im Beratungsgespräch in der Praxis.

Morbus Bechterew ist nicht heilbar. Die Behandlung soll Entzündungen und Schmerzen verringern, die Beweglichkeit erhalten und die Lebensqualität verbessern. Welche Maßnahmen geeignet sind, hängt unter anderem von Krankheitsaktivität, Beschwerden und Begleiterkrankungen ab.

Medikamente

  • NSAR: Nicht-steroidale Antirheumatika werden häufig eingesetzt, um Schmerzen und Entzündungen zu lindern. Sie können Nebenwirkungen haben und sollten deshalb ärztlich abgestimmt werden.

  • Immunmodulierende Medikamente: Je nach Verlauf kommen Wirkstoffe infrage, die das Immunsystem beeinflussen. Dazu zählen unter bestimmten Voraussetzungen beispielsweise Sulfasalazin oder Upadacitinib.

  • Biologika: Bei hoher Krankheitsaktivität oder unzureichender Wirkung anderer Therapien können gezielt wirkende Medikamente wie TNF-Blocker eingesetzt werden.

  • Weitere Schmerztherapien: Kortison-Injektionen können bei einzelnen starken Beschwerden infrage kommen. Opioide sollten wegen möglicher Abhängigkeit und eines erhöhten Sturzrisikos besonders zurückhaltend eingesetzt werden.

Die Behandlung muss regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden. Bei Kinderwunsch, Schwangerschaft oder Stillzeit solltest du die Medikamente frühzeitig mit deinem Arzt besprechen.

Physiotherapie und Bewegung

Physiotherapie ist ein zentraler Bestandteil der Behandlung. Dehn-, Kräftigungs-, Haltungs- und Atemübungen können dabei helfen, die Wirbelsäule und Gelenke beweglich zu halten, die Muskulatur zu stärken und die Körperhaltung zu unterstützen. Die Übungen sollten zu deinen Beschwerden passen und idealerweise angeleitet werden.

Geeignet können gelenkschonende Aktivitäten wie Schwimmen, Walking oder Radfahren sein. Auch Wassertherapie kann Bewegungen erleichtern. Wichtig ist, regelmäßig aktiv zu bleiben, Überlastung zu vermeiden und Schmerzen nicht zu ignorieren. Wärme, Kälte, Massagen und Entspannungstechniken können die Behandlung ergänzen. Ergotherapie unterstützt dich dabei, den Alltag gelenkschonend zu gestalten.

Lebensstil und psychische Gesundheit

Eine spezielle Ernährung, die Morbus Bechterew heilt, gibt es nicht. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst, Vollkornprodukten, Nüssen, Samen und Omega-3-reichen Lebensmitteln wie fettem Fisch kann eine gesundheitsbewusste Lebensweise unterstützen. Größere Ernährungsumstellungen oder Ausschlussdiäten solltest du fachlich besprechen.

Rauchst du, kann ein Rauchstopp sinnvoll sein. Regelmäßiger Schlaf, Bewegung und Strategien zur Stressbewältigung können dir helfen, mit den Beschwerden umzugehen. Chronische Schmerzen und Einschränkungen können die Psyche belasten. Wenn du dich dauerhaft traurig, ängstlich, erschöpft oder isoliert fühlst, können psychotherapeutische Unterstützung und der Austausch in einer Selbsthilfegruppe entlasten.

Mögliche Komplikationen und Prognose

Komplikationen von Morbus Bechterew: Arzt und Patient in einer hellen Praxis.

Der Verlauf ist unterschiedlich. Wiederkehrende Entzündungen können die Wirbelsäule versteifen und zu einer eingeschränkten Beweglichkeit führen. Auch Schäden an Hüften, Knien oder Schultern sind möglich. Weitere mögliche Begleitprobleme sind Uveitis, Osteoporose und psychische Belastungen. Es gibt außerdem Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Eine frühe Diagnose, individuell passende Medikamente, regelmäßige Bewegung und ärztliche Kontrollen können den Umgang mit der Erkrankung verbessern. Viele Betroffene bleiben trotz Morbus Bechterew aktiv und gestalten ihren Alltag weitgehend selbstständig.

Unterstützung im Alltag

Sprich offen mit Familie, Freunden und deinem Behandlungsteam darüber, wobei du Unterstützung brauchst. Die medizinische Versorgung kann durch Rheumatologie, Physiotherapie, Ergotherapie, Ernährungsberatung oder Psychotherapie ergänzt werden. Anerkannte Patientenorganisationen und Selbsthilfegruppen bieten Informationen und Austausch.

Wenn Rückenschmerzen wiederkehren, länger anhalten oder von ausgeprägter Morgensteifigkeit begleitet werden, solltest du sie ärztlich abklären lassen. Dieser Überblick ersetzt keine individuelle Diagnose oder Behandlung.

Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität: Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Eine Haftung ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen. Solltest du Fragen haben, schreib unserem Support.

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