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Polymyalgia rheumatica: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

Polymyalgia rheumatica: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

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Polymyalgia rheumatica (PMR) ist eine entzündliche Erkrankung, die fast ausschließlich Menschen über 50 Jahre betrifft. Besonders häufig wird sie bei älteren Menschen diagnostiziert; Frauen erkranken etwas häufiger als Männer. Typisch sind Schmerzen und ausgeprägte Steifigkeit im Schulter- und Beckengürtel. Eine frühe ärztliche Abklärung ist wichtig, weil ähnliche Beschwerden auch durch andere Erkrankungen entstehen können und die PMR gut behandelbar ist.

Typische Symptome

Die Beschwerden beginnen oft relativ plötzlich und betreffen meist beide Seiten des Körpers. Häufig sind:

  • Schmerzen im Schultergürtel, die das Heben der Arme erschweren

  • Schmerzen und Steifigkeit im Hüft- oder Beckengürtel

  • deutliche Morgensteifigkeit, die länger als 45 Minuten anhalten kann

  • eingeschränkte Beweglichkeit, etwa beim Anziehen, Aufstehen oder Treppensteigen

  • Abgeschlagenheit, leichtes Fieber oder ungewollter Gewichtsverlust

Die Beschwerden sind morgens oft am stärksten und können sich im Tagesverlauf vorübergehend bessern. Kopfschmerzen können ebenfalls auftreten. PMR verursacht vor allem Schmerzen und Steifigkeit in großen Körperregionen; eine ausgeprägte Muskelschwäche ist dagegen nicht das typische Leitsymptom. Wenn neue oder ungewöhnliche Beschwerden hinzukommen, solltest du sie ärztlich ansprechen.

Diagnose: Untersuchung und Blutwerte

Die Diagnose ergibt sich aus deinen Beschwerden, der körperlichen Untersuchung und den Laborbefunden. Einen einzelnen Bluttest, der die PMR sicher bestätigt, gibt es nicht.

Anamnese und körperliche Untersuchung

Im Gespräch fragt die Ärztin oder der Arzt unter anderem, wann die Beschwerden begonnen haben, welche Körperregionen betroffen sind und wie lange die Morgensteifigkeit dauert. Bei der Untersuchung werden Beweglichkeit, Schmerzen und mögliche Schwellungen an Schultern, Hüften und anderen Gelenken geprüft.

Laboruntersuchungen

Häufig sind die Entzündungswerte CRP (C-reaktives Protein) und BSG (Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit) erhöht. Zusätzlich können Blutbild, Leber- und Nierenwerte untersucht werden. Die Werte unterstützen die Diagnose und helfen, andere Ursachen einzuschätzen. Eine normale Entzündungsreaktion schließt PMR nicht in jedem Fall aus.

Andere Erkrankungen ausschließen

Ähnliche Symptome können zum Beispiel bei einer Schilddrüsenunterfunktion, Muskelerkrankungen, rheumatoider Arthritis, Infektionen oder anderen entzündlichen Erkrankungen auftreten. Je nach Situation kommen deshalb unter anderem TSH, Kreatinkinase (CK), Rheumafaktor und Anti-CCP-Antikörper hinzu. Die Befunde müssen immer im Zusammenhang mit deiner Krankengeschichte und Untersuchung bewertet werden.

Mögliche Ursachen und Zusammenhang mit RZA

Die genaue Ursache der Polymyalgia rheumatica ist weiterhin nicht geklärt. Vermutet werden komplexe Zusammenhänge zwischen Entzündungsprozessen, dem Immunsystem, genetischer Veranlagung und möglichen Umwelteinflüssen. Eine bestimmte Ursache lässt sich daraus für einzelne Betroffene nicht ableiten.

PMR kann gemeinsam mit einer Riesenzellarteriitis (RZA) auftreten. Dabei handelt es sich um eine Entzündung größerer Blutgefäße, insbesondere im Kopfbereich. Neue starke Kopfschmerzen, Sehstörungen, Schmerzen beim Kauen oder eine auffällige Empfindlichkeit der Kopfhaut solltest du bei bestehender oder vermuteter PMR sofort ärztlich abklären lassen. Eine RZA kann unbehandelt ernsthafte Folgen haben.

Polymyalgia rheumatica und andere Erkrankungen: Patient und Arzt in einer hellen Arztpraxis.

Behandlung der Polymyalgia rheumatica

Kortison als zentrale Therapie

Kortikosteroide wie Kortison sind in der Regel die wichtigste Behandlung. Sie wirken entzündungshemmend und können die Beschwerden oft rasch lindern. Zu Beginn wird häufig eine höhere Dosis eingesetzt. Wenn sich die Symptome und Entzündungswerte bessern, reduziert die behandelnde Praxis die Dosis schrittweise.

Das Ausschleichen muss ärztlich geplant werden. Du solltest Kortison nicht eigenständig absetzen oder die Dosis verändern, weil Beschwerden zurückkehren können und eine langfristige Behandlung oft erforderlich ist.

Weitere Medikamente

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) können Schmerzen lindern, sind bei PMR aber meist weniger wirksam als Kortikosteroide und können insbesondere bei längerer Einnahme Nebenwirkungen verursachen. Biologika werden normalerweise nicht als erste Behandlung eingesetzt, können in bestimmten Fällen aber ärztlich erwogen werden. Welche Medikamente geeignet sind, hängt unter anderem von deinen Vorerkrankungen und anderen Arzneimitteln ab.

Nebenwirkungen beachten

Eine länger dauernde Kortisontherapie kann unter anderem das Infektionsrisiko erhöhen, den Blutzucker beeinflussen und die Knochen schwächen. Deshalb sind regelmäßige Kontrolltermine wichtig. Sprich mit deiner Arztpraxis darüber, wie sich Risiken verringern lassen. Eine ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D oder entsprechende Nahrungsergänzungsmittel solltest du nicht eigenständig beginnen, sondern vorher medizinisch abklären.

Was du selbst unterstützen kannst

Unterstützende Maßnahmen ersetzen die medikamentöse Behandlung nicht. Angepasste Physiotherapie und regelmäßige, schonende Bewegung können helfen, Beweglichkeit und Muskelkraft zu erhalten. Geeignet können beispielsweise Spaziergänge, Schwimmen oder sanftes Dehnen sein. Vermeide Überlastung und lege Pausen ein, wenn Schmerzen zunehmen.

Eine ausgewogene Ernährung mit Gemüse, Obst, Fisch, Nüssen und pflanzlichen Ölen unterstützt die allgemeine Gesundheit. Eine spezielle PMR-Diät ist nicht belegt. Bei Schlafproblemen, Niedergeschlagenheit oder Angst können eine Anpassung der Schmerzbehandlung, psychologische Unterstützung oder eine Selbsthilfegruppe sinnvoll sein. Ein Schmerztagebuch kann dir und deiner Arztpraxis helfen, Veränderungen und mögliche Rückfälle zu erkennen.

Akupunktur, Kräuterpräparate und andere Verfahren werden teilweise ergänzend genutzt. Ihre Wirkung bei PMR ist nicht eindeutig belegt; außerdem können pflanzliche Mittel mit Medikamenten wechselwirken. Homöopathische Behandlungen haben keine wissenschaftlich belegte Wirksamkeit. Besprich neue Verfahren deshalb vorher mit deiner behandelnden Praxis.

Verlauf und Prognose

Die Prognose ist meist gut. Viele Betroffene erreichen mit konsequenter Behandlung wieder eine weitgehend normale Aktivität. Die Therapie kann jedoch ein Jahr oder länger dauern, und Rückfälle sind möglich. Bei wiederkehrenden Schmerzen, zunehmender Morgensteifigkeit oder neuen Bewegungseinschränkungen solltest du dich zeitnah untersuchen lassen, statt die Medikation selbst zu verändern.

Regelmäßige Arztbesuche helfen, Entzündungswerte, Beschwerden und mögliche Nebenwirkungen zu kontrollieren. Mit einer passenden Therapie, angepasster Bewegung und Aufmerksamkeit für Warnzeichen lässt sich die Lebensqualität häufig deutlich verbessern.

Polymyalgia rheumatica: Patient und Arzt in einer hellen Arztpraxis.

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