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Schielen: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

Schielen: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

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Schielen, medizinisch Strabismus, bezeichnet eine Fehlstellung der Augen. Die Augenachsen sind dabei nicht parallel ausgerichtet: Ein Auge fixiert ein Objekt, während das andere nach innen, außen, oben oder unten abweicht. Schielen ist nicht nur ein kosmetisches Problem. Es kann das räumliche Sehen beeinträchtigen, Doppelbilder, Kopfschmerzen oder Augenbeschwerden verursachen und bei Kindern die Entwicklung des Sehens stören.

Welche Symptome sind typisch?

Das auffälligste Zeichen ist eine sichtbare Abweichung eines Auges. Sie kann dauerhaft bestehen oder nur bei Müdigkeit, Stress oder beim konzentrierten Sehen auftreten. Weitere mögliche Anzeichen sind:

  • Doppelbilder oder verschwommenes Sehen

  • Kopfschmerzen, müde, brennende oder gereizte Augen

  • Konzentrationsprobleme, besonders beim Lesen oder bei Bildschirmarbeit

  • häufiges Blinzeln, Zwinkern oder Zukneifen eines Auges

  • eine auffällige Kopfneigung, um den Sehwinkel zu verändern

  • Schwierigkeiten beim Lesen, beim Erfassen von Entfernungen oder bei der Koordination

Bei Kindern kann sich Schielen auch durch das Vermeiden bestimmter Tätigkeiten oder schnelle Ermüdung bemerkbar machen. Nicht jedes gelegentliche Schielen ist krankhaft. Bei Säuglingen kann eine vorübergehende Abweichung in den ersten Lebensmonaten vorkommen, sollte bei häufigem oder ausgeprägtem Auftreten aber augenärztlich beurteilt werden.

Ursachen und Risikofaktoren

Arzt kennt die Ursachen von Schielen.

Schielen kann verschiedene Ursachen haben. Eine familiäre Vorbelastung erhöht die Wahrscheinlichkeit, bedeutet aber nicht, dass du zwangsläufig betroffen bist. Auch unkorrigierte Fehlsichtigkeiten, insbesondere Weitsichtigkeit oder unterschiedlich starke Fehlsichtigkeiten beider Augen, können Schielen begünstigen.

Weitere mögliche Auslöser und Risikofaktoren sind:

  • Frühgeburt oder niedriges Geburtsgewicht

  • Augenerkrankungen wie eine Linsentrübung

  • Verletzungen des Auges, des Kopfes oder der Augenmuskeln

  • Erkrankungen der Nerven oder des Gehirns, etwa Durchblutungsstörungen, Entzündungen oder andere neurologische Ursachen

  • seltene organische Veränderungen, die das Sehen oder die Augenbeweglichkeit beeinträchtigen

Bei Erwachsenen kann Schielen seit der Kindheit bestehen oder neu auftreten. Neu auftretendes Schielen sollte immer untersucht werden, weil neben einer Störung der Augenmuskeln auch eine Verletzung oder neurologische Erkrankung dahinterstecken kann.

Welche Formen gibt es?

  • Einwärtsschielen: Ein Auge weicht zur Nase hin ab. Diese Form kommt besonders häufig bei Kindern vor.

  • Auswärtsschielen: Ein Auge weicht nach außen ab. Es kann zeitweise auftreten, etwa bei Müdigkeit.

  • Vertikales Schielen: Ein Auge steht höher oder tiefer als das andere. Dadurch können Doppelbilder und eine kompensatorische Kopfneigung entstehen.

  • Latentes Schielen: Die Augenstellung wird normalerweise durch das Gehirn ausgeglichen. Bei Müdigkeit oder Belastung kann die Abweichung sichtbar werden.

  • Manifestes Schielen: Die Fehlstellung ist dauerhaft oder regelmäßig sichtbar.

Beim Begleitschielen bleibt der Schielwinkel in verschiedenen Blickrichtungen weitgehend gleich. Beim sogenannten isolierten oder lähmungsbedingten Schielen verändert sich die Abweichung je nach Blickrichtung, beispielsweise wenn ein Augenmuskel oder der zuständige Nerv beeinträchtigt ist.

Warum ist die Untersuchung wichtig?

Wenn du bei dir oder deinem Kind eine auffällige Augenstellung bemerkst, solltest du einen Augenarzt aufsuchen. Die Untersuchung klärt, ob tatsächlich Schielen vorliegt, wie stark die Abweichung ist und ob eine Fehlsichtigkeit oder eine andere Erkrankung die Ursache sein könnte.

Zum Einsatz kommen je nach Alter und Beschwerden unter anderem:

  • Sehtests zur Bestimmung der Sehschärfe

  • Messung der Brechkraft, um Fehlsichtigkeiten festzustellen

  • Aufdecktest und Wechseltest zur Beurteilung der Augenstellung

  • Untersuchung der Augenbeweglichkeit und des Schielwinkels

  • bei bestimmten Verdachtsmomenten bildgebende Verfahren wie eine MRT

Bei Kindern sind spielerische Bild- oder Symboltests möglich. Eine frühe Diagnose ist besonders wichtig, weil das Gehirn das Bild des abweichenden Auges unterdrücken kann, um Doppelbilder zu vermeiden. Dadurch kann eine Amblyopie entstehen.

Schielen und Amblyopie

Schielen und Amblyopie: Patient und Arzt in einer hellen Arztpraxis.

Eine Amblyopie, auch Schwachsichtigkeit genannt, entwickelt sich meist in der frühen Kindheit. Das betroffene Auge kann dabei dauerhaft schlechter sehen, obwohl es nicht zwingend selbst krank ist. Das Risiko steigt, wenn Schielen oder eine relevante Fehlsichtigkeit längere Zeit unbehandelt bleiben.

Mögliche Hinweise bei Kindern sind häufiges Zukneifen eines Auges, eine auffällige Kopfhaltung oder Schwierigkeiten beim Einschätzen von Entfernungen. Zur Behandlung kann das stärkere Auge zeitweise mit einem Pflaster abgedeckt werden, damit das schwächere Auge stärker genutzt wird. Je nach Situation kommen außerdem Brillen, Kontaktlinsen oder Atropin-Tropfen zum Einsatz. Die konkrete Behandlung legt der Augenarzt fest.

Wie wird Schielen behandelt?

Die Therapie richtet sich nach Ursache, Form, Ausmaß und Alter. Häufig wird zunächst eine bestehende Fehlsichtigkeit mit einer Brille oder Kontaktlinsen korrigiert. Prismen in einer Brille können bei bestimmten Formen helfen, Doppelbilder zu reduzieren oder die Zusammenarbeit der Augen zu unterstützen.

Weitere Möglichkeiten sind:

  • Orthoptische Therapie: Spezifische Übungen können bei geeigneten Formen die Zusammenarbeit der Augen verbessern.

  • Okklusionstherapie: Vor allem bei Kindern wird das stärkere Auge zeitweise abgedeckt, um das schwächere Auge zu fördern.

  • Augenmuskeloperation: Augenmuskeln werden verändert, damit sich die Augen besser ausrichten. Ob eine Operation sinnvoll ist, hängt vom individuellen Befund ab.

  • Botulinumtoxin: In ausgewählten Fällen kann eine Injektion in einen Augenmuskel dessen Aktivität vorübergehend schwächen.

Auch nach einer Behandlung sind regelmäßige Kontrollen wichtig, weil sich die Augenstellung verändern oder eine Anpassung der Therapie nötig werden kann. Alternative Verfahren wie Homöopathie, Akupunktur oder Nahrungsergänzungsmittel sind bei Schielen nicht ausreichend belegt und sollten eine augenärztliche Behandlung nicht ersetzen.

Schielen bei Kindern und Erwachsenen

Bei Kindern steht die Entwicklung des beidäugigen Sehens im Vordergrund. Unbehandeltes Schielen kann zu Amblyopie, eingeschränktem räumlichem Sehen und Problemen bei Lesen, Koordination oder Entfernungseinschätzung führen. Je früher die Ursache erkannt und behandelt wird, desto besser lässt sich die Sehentwicklung unterstützen.

Bei Erwachsenen können Doppelbilder, Kopfschmerzen und eine eingeschränkte Lebensqualität im Vordergrund stehen. Zusätzlich kann Schielen psychisch belasten, etwa durch Unsicherheit, Stigmatisierung oder soziale Rückzüge. Eine Beratung und gegebenenfalls psychologische Unterstützung können dann sinnvoll sein.

Plötzlich auftretendes Schielen, neue Doppelbilder oder Beschwerden nach einer Verletzung solltest du zeitnah ärztlich abklären lassen. Schielen lässt sich nicht zuverlässig anhand von Symptomen allein beurteilen. Eine augenärztliche Untersuchung zeigt, welche Ursache vorliegt und welche Behandlung für dich oder dein Kind geeignet ist.

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