Ein Schlaganfall durch Hirnblutung, medizinisch hämorrhagischer Schlaganfall, entsteht, wenn ein Blutgefäß im Gehirn reißt. Das austretende Blut schädigt das umliegende Hirngewebe und kann den Druck im Schädel erhöhen. Eine Hirnblutung ist ein medizinischer Notfall.
Wenn du plötzlich neurologische Ausfälle oder einen ungewöhnlich starken Kopfschmerz bemerkst, ruf sofort 112 an. Warte nicht ab, auch wenn die Beschwerden wieder nachlassen.
Welche Symptome hat ein Schlaganfall durch Hirnblutung?
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Die Beschwerden beginnen häufig plötzlich. Welche Symptome auftreten, hängt davon ab, welcher Bereich des Gehirns betroffen ist. Mögliche Warnzeichen sind:
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plötzliche Schwäche oder Lähmung von Gesicht, Arm oder Bein, meist auf einer Körperseite
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Sprachstörungen, undeutliche Sprache oder Schwierigkeiten, Gesprochenes zu verstehen
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plötzliche Sehstörungen, Doppelbilder oder verschwommenes Sehen
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Schwindel, unsicherer Gang oder Gleichgewichtsstörungen
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Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen oder Bewusstlosigkeit
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ein plötzlich einsetzender, sehr starker Kopfschmerz, der sich deutlich von bisherigen Kopfschmerzen unterscheidet
Ein starker Kopfschmerz tritt nicht bei jeder Hirnblutung auf. Umgekehrt bedeutet nicht jeder Kopfschmerz einen Schlaganfall. Treten die Schmerzen jedoch ungewöhnlich heftig und plötzlich auf oder kommen weitere Ausfälle hinzu, brauchst du sofort medizinische Hilfe.
Was solltest du bei Verdacht tun?
Ruf den Notruf 112 und sage ausdrücklich, dass du einen Schlaganfall vermutest. Beschreibe die Symptome und merke dir, wann sie begonnen haben oder wann die betroffene Person zuletzt ohne Beschwerden war. Lege nicht auf, bevor die Leitstelle das Gespräch beendet.
Bis der Rettungsdienst eintrifft, beobachtest du Bewusstsein und Atmung und hältst die betroffene Person ruhig. Gib ihr nichts zu essen, zu trinken oder einzunehmen, da Schluckstörungen bestehen können. Bei Bewusstlosigkeit und normaler Atmung kann die stabile Seitenlage erforderlich sein; bei fehlender normaler Atmung muss sofort mit den Wiederbelebungsmaßnahmen nach Anleitung der Leitstelle begonnen werden.
Wie unterscheidet sich die Hirnblutung vom Hirninfarkt?
Beim ischämischen Schlaganfall, auch Hirninfarkt genannt, wird ein Blutgefäß durch ein Gerinnsel oder eine andere Verengung verschlossen. Beim hämorrhagischen Schlaganfall reißt ein Gefäß, und Blut tritt in das Gehirngewebe oder in angrenzende Räume aus. Die Beschwerden können ähnlich sein, die Behandlung ist jedoch unterschiedlich. Deshalb lässt sich die Ursache nicht allein anhand der Symptome feststellen.
Hirnblutungen machen etwa 10 bis 15 Prozent aller Schlaganfälle aus. Auch wenn sie seltener sind als Hirninfarkte, müssen sie genauso schnell abgeklärt werden.
Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es?
Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann die kleinen Gefäße im Gehirn schädigen und gilt als wichtiger Risikofaktor für Hirnblutungen. Weitere mögliche Ursachen oder begünstigende Faktoren sind:
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Aneurysmen, also Aussackungen einer Gefäßwand, die reißen können
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angeborene oder erworbene Gefäßmissbildungen
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Störungen der Blutgerinnung
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blutgerinnungshemmende Medikamente, deren Wirkung bei einer Blutung ärztlich überprüft und gegebenenfalls aufgehoben werden muss
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Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und bestimmte Drogen wie Kokain oder Amphetamine
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zunehmendes Alter und familiäre Vorbelastungen
Das Risiko lässt sich unter anderem durch eine gute Blutdruckeinstellung, Rauchverzicht, regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und einen maßvollen Umgang mit Alkohol beeinflussen. Verordnete Medikamente solltest du nicht eigenständig absetzen oder verändern.
Wie wird eine Hirnblutung diagnostiziert?
Im Krankenhaus wird zunächst geprüft, welche neurologischen Funktionen beeinträchtigt sind. Dazu gehören unter anderem Muskelkraft, Sprache, Bewusstsein, Reflexe und Wahrnehmung. Blutuntersuchungen geben Hinweise auf die Blutgerinnung und weitere relevante Werte.
Eine Computertomografie (CT) wird im Notfall häufig zuerst eingesetzt. Sie ist schnell verfügbar und kann eine akute Blutung meist rasch sichtbar machen. Eine Magnetresonanztomografie (MRT) liefert detailliertere Bilder und kann je nach Situation zur weiteren Abklärung eingesetzt werden. Mit einer Angiografie lassen sich die Blutgefäße genauer untersuchen, etwa wenn ein Aneurysma oder eine Gefäßmissbildung vermutet wird.
Die Behandlung erfolgt häufig auf einer Stroke Unit oder einer neurointensivmedizinischen Station. Dort können Bewusstsein, Atmung, Blutdruck und neurologischer Zustand eng überwacht werden.
Wie wird ein Schlaganfall durch Hirnblutung behandelt?
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Die Akuttherapie richtet sich nach Ort und Größe der Blutung, der Ursache und dem Zustand der betroffenen Person. Ärztliche Teams versuchen, eine Ausbreitung der Blutung zu verhindern und eine gefährliche Drucksteigerung im Gehirn zu behandeln.
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Blutdruckkontrolle: Ein zu hoher Blutdruck kann die Blutung begünstigen. Deshalb wird er engmaschig überwacht und ärztlich angepasst.
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Aufhebung einer Gerinnungshemmung: Wenn blutgerinnungshemmende Medikamente eingenommen werden, kann je nach Wirkstoff eine spezifische Gegenbehandlung erforderlich sein.
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Behandlung von Schwellung und erhöhtem Hirndruck: Dafür kommen je nach Befund intensivmedizinische Maßnahmen und Medikamente infrage.
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Operation oder interventioneller Eingriff: Bei bestimmten Blutungen kann es nötig sein, Blut zu entfernen, den Druck zu entlasten oder die Blutungsquelle, etwa ein Aneurysma, zu versorgen. Ob ein Eingriff sinnvoll ist, hängt vom individuellen Befund ab.
Welche Maßnahmen notwendig sind, kann nur das behandelnde Fachteam nach der Bildgebung und den weiteren Untersuchungen entscheiden. Eine Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten, die bei manchen ischämischen Schlaganfällen eingesetzt wird, ist bei einer Hirnblutung nicht automatisch geeignet.
Rehabilitation und mögliche Folgen
Nach der Akutbehandlung beginnt die Rehabilitation möglichst früh, sobald der Gesundheitszustand es erlaubt. Physiotherapie unterstützt Beweglichkeit, Kraft und Gleichgewicht. Ergotherapie hilft dabei, Alltagsfähigkeiten wiederzugewinnen. Bei Sprach- oder Schluckstörungen kommt Logopädie infrage.
Mögliche längerfristige Folgen sind Lähmungen, Koordinations- und Wahrnehmungsstörungen, Sprach- oder Schluckprobleme, Gedächtnisprobleme und Veränderungen des Verhaltens. Auch Depressionen, Ängste oder eine starke emotionale Belastung können auftreten. Solche Beschwerden solltest du im Behandlungsteam ansprechen, weil psychologische oder psychiatrische Unterstützung Teil der Rehabilitation sein kann.
Wie gut die Erholung verläuft, hängt unter anderem von Ort und Ausmaß der Blutung, den betroffenen Hirnregionen und dem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Angehörige können im Alltag und bei Therapien unterstützen, sollten aber ebenfalls auf ihre eigene Belastung achten.
Was kannst du vorbeugend tun?
Der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor ist ein dauerhaft hoher Blutdruck. Lass Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin regelmäßig kontrollieren und behandle bestehende Erkrankungen nach ärztlicher Empfehlung. Rauchverzicht, regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene und eher salzarme Ernährung sowie weniger Alkohol können dazu beitragen, Gefäßrisiken zu senken. Bei familiärer Vorbelastung oder bekannten Gefäßproblemen solltest du die individuelle Vorsorge mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen.
