Das Tarsaltunnelsyndrom entsteht, wenn der Nervus tibialis (Schienbeinnerv) an der Innenseite des Sprunggelenks eingeengt oder gereizt wird. Typisch sind Schmerzen am Innenknöchel sowie Kribbeln, Brennen oder Taubheitsgefühle, die in die Fußsohle, Ferse oder Zehen ausstrahlen können. Die Beschwerden lassen sich anderen Fuß- oder Nervenerkrankungen leicht verwechseln. Eine ärztliche Abklärung ist deshalb wichtig.
Was ist ein Tarsaltunnelsyndrom?
Der Tarsaltunnel ist ein enger Kanal an der Innenseite des Knöchels. Durch ihn verlaufen unter anderem der Nervus tibialis, Sehnen und Blutgefäße. Wird der Nerv in diesem Bereich unter Druck gesetzt, kann seine Funktion beeinträchtigt werden. Das führt zu Schmerzen und Missempfindungen; bei ausgeprägter oder länger bestehender Nervenbelastung kann auch eine Schwäche der Fußmuskulatur auftreten.
Symptome: Woran erkennst du die Erkrankung?
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Schmerzen am oder hinter dem Innenknöchel
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Brennende, kribbelnde oder elektrisierende Missempfindungen
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Taubheitsgefühle in der Fußsohle, Ferse oder den Zehen
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Ausstrahlung der Beschwerden in die Fußsohle, die Zehen oder gelegentlich weiter nach oben
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Druckschmerz entlang des Schienbeinnervs hinter dem Innenknöchel
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Schwäche oder eingeschränkte Beweglichkeit der Fußmuskulatur
Langes Stehen, Gehen, sportliche Belastung oder bestimmte Schuhe können die Beschwerden verstärken. Manche Betroffene bemerken die Schmerzen auch nachts. Die Ausprägung ist unterschiedlich: Nicht jedes Tarsaltunnelsyndrom verursacht alle genannten Symptome.
Mögliche Ursachen und Risikofaktoren
Die Einengung des Nervs kann verschiedene Gründe haben. Zu den möglichen Auslösern und begünstigenden Faktoren gehören:
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eine von Natur aus enge anatomische Struktur oder eine Fußfehlstellung
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Verstauchungen, Prellungen und andere Verletzungen des Sprunggelenks
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Schwellungen oder Entzündungen im Bereich des Tarsaltunnels
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Überlastung durch wiederholte Belastungen, etwa beim Laufen, Tanzen oder Ballsport
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Ganglien, Zysten, Knochensporne oder selten andere Raumforderungen
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Erkrankungen wie Diabetes oder Arthritis, die mit Veränderungen an Nerven, Gelenken oder Gewebe einhergehen können
Manchmal lässt sich keine einzelne Ursache feststellen. Bei Kindern können unter anderem Fußfehlstellungen, Verletzungen, Entzündungen oder selten Zysten und andere Raumforderungen eine Rolle spielen. Bei älteren Menschen kommen zusätzlich altersbedingte Veränderungen sowie Begleiterkrankungen infrage.
Wie wird das Tarsaltunnelsyndrom diagnostiziert?
Am Anfang steht das ärztliche Gespräch. Beschreibe möglichst genau, wo die Beschwerden auftreten, wann sie beginnen, wodurch sie ausgelöst werden und ob Verletzungen oder Vorerkrankungen bestehen. Ein Schmerztagebuch kann dabei hilfreich sein.
Bei der körperlichen Untersuchung prüft die Ärztin oder der Arzt unter anderem Druckempfindlichkeit, Beweglichkeit, Kraft und die Sensibilität des Fußes. Beim Hoffmann-Tinel-Zeichen wird der Nerv hinter dem Innenknöchel leicht abgeklopft. Kribbeln oder ein elektrisierendes Gefühl können ein Hinweis sein, beweisen das Syndrom aber nicht.
Je nach Befund können weitere Untersuchungen folgen. Röntgenaufnahmen helfen vor allem dabei, knöcherne Ursachen oder andere Veränderungen zu beurteilen. Ultraschall und MRT können den Nerv, Sehnen und umliegendes Gewebe darstellen sowie mögliche Zysten oder andere Raumforderungen sichtbar machen. Zusätzlich muss die Untersuchung andere Ursachen ähnlicher Beschwerden berücksichtigen, zum Beispiel Plantarfasziitis, Morton-Neurom, eine periphere Neuropathie oder Probleme an der Lendenwirbelsäule.
Behandlung des Tarsaltunnelsyndroms
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Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt von der Ursache, der Dauer und der Stärke der Beschwerden ab. Ziel ist es, den Druck auf den Nerv zu verringern und die auslösende Ursache zu behandeln.
Konservative Behandlung
Bei leichteren oder vorübergehenden Beschwerden können zunächst konservative Maßnahmen versucht werden. Dazu gehören eine vorübergehende Reduzierung belastender Aktivitäten, Hochlagern bei Schwellungen und – sofern medizinisch geeignet – Kühlung. Physiotherapie kann Beweglichkeit und Kraft verbessern. Einlagen oder Orthesen können den Fuß stabilisieren und Fehlstellungen ausgleichen. Lass dir Übungen und Hilfsmittel individuell zeigen, statt den Fuß trotz Schmerzen weiter zu belasten.
Medikamente und Injektionen
Schmerz- oder entzündungshemmende Medikamente können zeitweise eingesetzt werden. Ob beispielsweise Ibuprofen, Paracetamol oder andere Arzneimittel infrage kommen, hängt von deiner Gesundheit, anderen Medikamenten und möglichen Gegenanzeigen ab. Sprich deshalb mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer Apotheke. In bestimmten Fällen kann eine ärztlich vorgenommene Kortisoninjektion erwogen werden; sie ist keine allgemeine Dauerlösung.
Operation
Wenn eine behandelbare Raumforderung den Nerv einengt oder konservative Maßnahmen nicht ausreichend helfen, kann eine operative Dekompression des Tarsaltunnels infrage kommen. Dabei wird der Druck auf den Nerv reduziert. Ob eine Operation sinnvoll ist, muss individuell anhand der Beschwerden, Untersuchungsergebnisse und Ursache entschieden werden. Nach dem Eingriff sind Schonung, Kontrollen und gegebenenfalls Physiotherapie wichtig. Wie bei jeder Operation sind unter anderem Wundheilungsstörungen, Infektionen oder fortbestehende Beschwerden möglich.
Verlauf und Heilungsdauer
Wie lange die Beschwerden anhalten, lässt sich nicht pauschal sagen. Der Verlauf hängt unter anderem von der Ursache, der Dauer der Nerveneinengung, Begleiterkrankungen und dem Beginn der Behandlung ab. Wird die Ursache früh erkannt und behandelt, können sich die Beschwerden bessern. Bei länger bestehender Nervenschädigung können Symptome jedoch fortbestehen oder wiederkehren. Diabetes kann die Beurteilung und Heilung erschweren.
Sport und Vorbeugung
Bei Schmerzen, Kribbeln oder Taubheit solltest du die auslösende Belastung zunächst reduzieren und die Ursache ärztlich abklären lassen. Für die Vorbeugung können gut passende Schuhe mit ausreichend Platz, eine schrittweise Steigerung des Trainings und ausreichende Erholungsphasen hilfreich sein. Nach Verletzungen sollte die Belastung langsam wieder aufgebaut werden. Dehn- und Kräftigungsübungen gehören in ein individuell abgestimmtes Programm, besonders wenn eine Fehlstellung oder frühere Verletzung vorliegt.
Wann solltest du zum Arzt?
Lass anhaltende oder zunehmende Schmerzen, wiederkehrendes Kribbeln und Taubheitsgefühle ärztlich untersuchen. Das gilt auch bei einem veränderten Gangbild, deutlicher Muskelschwäche oder Problemen, den Fuß beziehungsweise die Zehen zu bewegen. Bei Kindern sollten länger anhaltende Fußschmerzen, Hinken, Aktivitätsvermeidung oder Missempfindungen abgeklärt werden. Warte nicht erst ab, bis starke Schmerzen oder Lähmungserscheinungen auftreten.
Fragen für deinen Arzttermin
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Welche andere Ursache könnte meine Beschwerden erklären?
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Welche Untersuchungen sind zur Einordnung notwendig?
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Welche Behandlung ist angesichts der Ursache und des Schweregrads sinnvoll?
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Welche Belastungen und Übungen sollte ich vorerst vermeiden?
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Wann ist eine Kontrolle nötig und auf welche Warnzeichen sollte ich achten?
Notiere vorher deine Beschwerden, bestehende Erkrankungen, frühere Verletzungen und eingenommene Medikamente. Das erleichtert die Diagnose und hilft dabei, die Behandlung auf dich abzustimmen.
