Ein spektakulärer Einbruch in eine Sparkassenfiliale in Gelsenkirchen wirft ein Schlaglicht auf die Sicherheit und Versicherung von Bankschließfächern. Über 3000 Schließfächer wurden aufgebrochen, was bei vielen Kunden zu großen Sorgen um ihre Wertgegenstände führt. Der Vorfall verdeutlicht, dass der Schutz von im Schließfach gelagerten Wertsachen oft nicht so umfassend ist, wie viele annehmen.
Key Takeaways
- Bankschließfächer bieten keinen automatischen Versicherungsschutz gegen alle Risiken.
- Die Haftung der Banken ist oft auf geringe Summen begrenzt oder an Bedingungen geknüpft.
- Kunden sollten den Inhalt ihrer Schließfächer genau dokumentieren und gegebenenfalls eine zusätzliche Versicherung abschließen.
Die Haftung der Banken
Grundsätzlich haften Banken nur dann für den Verlust des Schließfachinhalts, wenn sie den Schaden selbst verschuldet haben, beispielsweise durch grobe Fahrlässigkeit oder Sicherheitsmängel. Bei Einbrüchen oder Naturkatastrophen ist die Haftung der Banken jedoch meist auf geringe Höchstbeträge beschränkt, die je nach Institut variieren. Diese Summen liegen oft nur im niedrigen fünfstelligen Bereich und reichen daher für wertvolle Inhalte wie Schmuck oder Edelmetalle nicht aus.
Versicherungsschutz: Was ist abgedeckt?
Viele Banken bieten eine Basissicherung, die jedoch oft nur Schäden bis zu einer bestimmten Grenze abdeckt (z.B. 3.000 bis 4.000 Euro in Österreich, oder bis zu 10.300 Euro bei der Sparkasse Gelsenkirchen, wobei dies keine pauschale Zahlung garantiert). Diese Grundversicherung greift in der Regel bei Einbruchdiebstahl, Raub oder Feuer. Elementarschäden wie Überschwemmungen sind oft ausgeschlossen.
Zusätzliche Versicherungen und Dokumentation
Experten raten dringend dazu, den Inhalt des Schließfachs zusätzlich zu versichern. Dies kann über eine separate Schließfachversicherung oder unter Umständen über die eigene Hausratversicherung geschehen, sofern diese explizit Schließfachinhalte abdeckt. Wichtig ist dabei, die Versicherungssumme an den tatsächlichen Wert der eingelagerten Gegenstände anzupassen, insbesondere bei Wertsteigerungen von Gold oder Silber.
Eine lückenlose Dokumentation des Inhalts ist unerlässlich. Dazu gehören Rechnungen, Kaufbelege, Fotos der Gegenstände (idealerweise im Schließfachraum aufgenommen) und gegebenenfalls Gutachten. Ohne solche Nachweise wird es schwierig bis unmöglich, im Schadensfall Ersatz zu erhalten, selbst wenn die Bank eine Haftungsgrenze angibt.
Was tun im Schadensfall?
Sollte es zu einem Einbruch oder einem anderen Schaden kommen, sollten Betroffene umgehend das polizeiliche Aktenzeichen sichern und sich von der Bank schriftlich die vertraglichen Haftungsgrenzen bestätigen lassen. Anschließend ist die Erstellung einer detaillierten Inventarliste mit allen verfügbaren Nachweisen entscheidend. Die Chancen, gestohlene Wertsachen wiederzuerlangen, sind oft gering, da Täter selten gefasst werden und Wertgegenstände schnell veräußert werden.
Quellen
- Bankschließfächer: Sicherheit und Versicherung – was Sie wissen sollten, Spiegel.
- Raub, Diebstahl: Kunden-Schließfächer sind oft nicht versichert, Westfalen-Blatt.
- 30 Millionen weg: Anwalt warnt nach Sparkassen-Raub vor fatalem Irrtum, FOCUS online.
- Wer haftet für die Schäden durch Einbruch oder Feuer? |
Nachrichten.at, Oberösterreichische Nachrichten. - Schließfach: Für eine Versicherung müssen Kunden meist extra zahlen, FOCUS online.

