Pflegeheime: Firmenversicherungen für Pflegeheime – Pflichten und Risikomanagement

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Pflegeheime: Firmenversicherungen für Pflegeheime – Pflichten und Risikomanagement

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Wenn du ein Pflegeheim betreibst, musst du nicht nur die Versorgung der Bewohner organisieren, sondern auch den Betrieb gegen Haftungs-, Sach- und Ausfallrisiken absichern. Firmenversicherungen können finanzielle Folgen von Personen-, Sach- und Vermögensschäden begrenzen. Welche Policen erforderlich oder sinnvoll sind, hängt unter anderem von der Größe deiner Einrichtung, den angebotenen Leistungen, dem Fuhrpark und den geltenden Vorschriften ab.

Welche Risiken muss ein Pflegeheim berücksichtigen?

Im Pflegebetrieb können Bewohner, Besucher oder Beschäftigte verletzt werden. Außerdem können Gebäude, Inventar, medizinische Geräte oder Fahrzeuge beschädigt werden. Hinzu kommen Vermögensschäden, Betriebsunterbrechungen, Datenschutzvorfälle und rechtliche Auseinandersetzungen. Eine Risikoanalyse hilft dir, die Eintrittswahrscheinlichkeit und mögliche Schadenshöhe zu bewerten. Daraus leitest du ab, welche Risiken du versichern, selbst tragen oder durch Prävention reduzieren willst.

Haftpflichtversicherungen für Pflegeheime

Betriebshaftpflicht

Die Betriebshaftpflichtversicherung schützt vor Ansprüchen Dritter, die aus dem Betrieb entstehen. Dazu zählen beispielsweise Verletzungen von Bewohnern oder Besuchern durch Mängel an Böden, Wegen, Möbeln oder anderen Einrichtungen. Auch Sachschäden an fremdem Eigentum können darunterfallen. Die Versicherung prüft zunächst, ob ein Anspruch berechtigt ist, wehrt unberechtigte Forderungen ab und leistet bei bestehender Haftung im Rahmen des Vertrags.

Prüfe, ob die besonderen Abläufe deines Pflegeheims, externe Dienstleister, Veranstaltungen, Gebäude- und Grundstücksrisiken sowie mögliche Umweltschäden ausreichend berücksichtigt sind. Die Deckungssumme sollte zu den möglichen Schadenshöhen passen, insbesondere bei Personenschäden. Ein Selbstbehalt kann die Prämie senken, erhöht aber deinen Eigenanteil im Schadensfall.

Berufshaftpflicht für Pflegekräfte

Die Berufshaftpflicht bezieht sich auf Schäden, die durch berufliche Fehler bei Pflege- oder behandlungsnahen Tätigkeiten entstehen können. Beispiele sind eine fehlerhafte Medikamentengabe, Wundversorgung, Lagerung, Dokumentation oder unterlassene Information. Mögliche Folgen reichen von Personenschäden bis zu Sach- und Vermögensschäden.

Betriebs- und Berufshaftpflicht decken unterschiedliche Risikobereiche ab. Deshalb solltest du prüfen, ob der Versicherungsschutz des Trägers die tatsächlich ausgeübten Tätigkeiten und alle relevanten Mitarbeitenden umfasst oder ob zusätzliche Absicherungen notwendig sind. Achte außerdem auf Ausschlüsse, den Umgang mit grober Fahrlässigkeit und besondere Tätigkeiten, etwa in der Palliativpflege oder beim Einsatz medizinischer Geräte.

Sachversicherungen für Gebäude, Inventar und Technik

Pflegeheim Zimmer mit Inventar

Gebäude- und Inhaltsversicherung

Eine Gebäudeversicherung kann Schäden am Gebäude durch Gefahren wie Feuer, Leitungswasser, Sturm oder Hagel abdecken. Elementargefahren wie Überschwemmung, Rückstau oder Erdbeben sind nicht automatisch in jedem Vertrag enthalten. Prüfe deshalb, welche Gefahren an deinem Standort relevant sind und ob sie eingeschlossen werden können.

Die Inhaltsversicherung schützt bewegliche Sachen wie Pflegebetten, Möbel, Küchengeräte, Waschmaschinen und sonstige Betriebseinrichtung. Je nach Vertrag können unter anderem Feuer, Leitungswasser, Einbruchdiebstahl und Vandalismus versichert sein. Ermittle die Versicherungssumme sorgfältig. Ist sie niedriger als der tatsächliche Wert des Inventars, kann eine Unterversicherung entstehen. Für die Wiederbeschaffung ist häufig der Neuwert entscheidend; maßgeblich ist jedoch die konkrete Vereinbarung.

Elektronik-, Glas- und Diebstahlschutz

Medizinische und technische Geräte können durch Überspannung, Bedienfehler oder andere Ereignisse beschädigt werden. Eine Elektronikversicherung kann solche Risiken ergänzend absichern, soweit sie nicht bereits in einer anderen Police enthalten sind. Eine Glasversicherung kommt für vereinbarte Glasflächen wie Fenster, Türen oder Spiegel infrage. Bei Diebstahl musst du die vertraglichen Sicherheitsvorschriften, etwa zum Verschließen von Türen und Fenstern, einhalten.

Kfz-Versicherung für Dienstfahrzeuge und Fuhrparks

Für jedes eingesetzte Fahrzeug ist die Kfz-Haftpflicht die Grundlage. Sie deckt Schäden ab, die du mit dem Fahrzeug anderen zufügst. Teilkasko kann unter anderem bei Diebstahl, Brand, Glasbruch oder Wildschäden leisten; Vollkasko umfasst je nach Vertrag zusätzlich selbst verschuldete Unfallschäden und Vandalismus.

Kläre, welche Fahrten versichert sind: etwa Bewohnertransporte, Arztfahrten, Einkäufe, Materialtransporte oder eine mögliche private Nutzung. Für Krankentransporte können besondere Anforderungen und Risiken gelten. Bei mehreren Fahrzeugen lohnt sich ein Vergleich von Flottentarifen. Ergänzend können Fahrerschutz und Insassenabsicherung relevant sein, insbesondere wenn du regelmäßig Bewohner transportierst.

Spezialversicherungen für besondere Risiken

  • Cyberversicherung: Sie kann bei Hackerangriffen, Ransomware, Datenverlust, IT-Forensik, Datenwiederherstellung oder der Information Betroffener unterstützen. Gesundheits- und Bewohnerdaten machen Pflegeheime zu besonders schutzbedürftigen Einrichtungen.
  • Betriebsunterbrechungsversicherung: Sie kann fortlaufende Kosten und entgangenen Gewinn abdecken, wenn der Betrieb nach einem Brand, Wasserschaden oder einer anderen versicherten Ursache vorübergehend ausfällt.
  • Rechtsschutzversicherung: Sie kann Kosten rechtlicher Auseinandersetzungen mit Beschäftigten, Lieferanten oder Behörden übernehmen, soweit der konkrete Fall versichert ist.
  • Vertrauensschadenversicherung: Sie kann finanzielle Verluste durch vorsätzliche Handlungen von Mitarbeitenden, etwa Unterschlagung oder Betrug, absichern.
  • D&O-Versicherung: Sie kommt für bestimmte Haftungsrisiken von Geschäftsführung oder anderen Organen wegen Pflichtverletzungen infrage.

Diese Policen sind nicht automatisch für jedes Pflegeheim erforderlich. Entscheidend ist, welche Risiken in deiner Einrichtung tatsächlich bestehen und welche Leistungen die bestehenden Verträge bereits enthalten.

Pflichten und laufende Prüfung des Versicherungsschutzes

Ob und welche Versicherungsnachweise du gegenüber Behörden erbringen musst, hängt von den geltenden Vorschriften, dem Bundesland und der Art deiner Einrichtung ab. Informiere dich deshalb bei den zuständigen Stellen und halte die erforderlichen Nachweise geordnet bereit.

Prüfe deine Verträge regelmäßig, mindestens bei wesentlichen Änderungen und sinnvollerweise in festen Intervallen. Melde beispielsweise Umbauten, neue Pflegeleistungen, zusätzliche Geräte, veränderte Tätigkeitsbereiche, einen größeren Fuhrpark oder eine deutlich veränderte Mitarbeiterzahl an den Versicherer, sofern dies nach dem Vertrag erforderlich ist. Bewahre Policen, Laufzeiten, Kündigungsfristen, Ansprechpartner und Schadenmeldungswege zentral auf. Dein Team sollte wissen, wer im Schadensfall informiert wird und welche Sofortmaßnahmen gelten.

Risikomanagement und Prävention

Versicherungsschutz ersetzt kein funktionierendes Risikomanagement. Erfasse regelmäßig mögliche Gefahren und bewerte deren Auswirkungen. Daraus können Maßnahmen entstehen wie rutschhemmende Flächen, freie Flucht- und Verkehrswege, Wartung technischer Geräte, Brandschutzübungen, sichere Lagerung von Medikamenten und Wertgegenständen sowie Schulungen zur Dokumentation und Notfallversorgung.

Erstelle Notfallpläne für Brand, Stromausfall, Wasserschäden, IT-Ausfälle und andere relevante Szenarien. Lege fest, wer Bewohner versorgt, Rettungsdienste informiert, Bereiche absperrt und die Kommunikation übernimmt. Sicherheitsprüfungen durch interne oder externe Fachleute helfen, übersehene Schwachstellen zu erkennen. Analysiere jeden Vorfall und passe Abläufe, Schulungen oder technische Maßnahmen an.

Versicherer auswählen und Kosten planen

Vergleiche Angebote nicht nur nach dem Preis. Wichtig sind der konkrete Leistungsumfang, Deckungssummen, Selbstbehalte, Ausschlüsse, Obliegenheiten und die Erfahrung des Versicherers mit Pflegeeinrichtungen. Achte außerdem auf erreichbare Ansprechpartner und nachvollziehbare Abläufe bei der Schadenregulierung. Die Prämien werden unter anderem durch Größe, Mitarbeiterzahl, Leistungsangebot, Schadenshistorie und vorhandene Sicherheitsmaßnahmen beeinflusst.

Du kannst Kosten durch bessere Prävention, passende Selbstbehalte, einen Angebotsvergleich oder die Bündelung von Verträgen beeinflussen. Denke dabei an deine Liquidität: Ein hoher Selbstbehalt muss im Schadensfall finanzierbar sein. Plane die Versicherungsbeiträge in dein Jahresbudget ein und kläre die steuerliche Behandlung mit deinem Steuerberater.

Was tun im Schadensfall?

  1. Sicherheit herstellen: Versorge Verletzte, sichere den Gefahrenbereich und rufe erforderliche Hilfe.
  2. Intern informieren: Benachrichtige die zuständige Leitung und bestimme eine verantwortliche Person.
  3. Schaden dokumentieren: Halte Zeitpunkt, Ort, Beteiligte, Hergang, Zeugen und Schäden fest. Fotografiere Sachschäden, soweit dies möglich ist.
  4. Versicherung melden: Beachte die vereinbarten Meldefristen und stimme weitere Schritte mit dem Versicherer ab.
  5. Folgeschäden vermeiden: Sichere beschädigte Bereiche, stoppe weitere Schäden und bewahre Belege sowie relevante Unterlagen auf.

Informiere Bewohner und Angehörige offen über die eingeleiteten Maßnahmen. Nach der Regulierung solltest du den Vorfall auswerten und das Risikomanagement anpassen.

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