Zum Jahreswechsel 2026 sehen sich gesetzlich Versicherte mit steigenden Krankenkassenbeiträgen konfrontiert. Fast die Hälfte der gesetzlichen Krankenkassen hat ihre Zusatzbeiträge angehoben, was für viele zu einer spürbaren Mehrbelastung führt. Nur eine geringe Anzahl von Kassen senkt ihre Beiträge, während die meisten stabil bleiben.
Key Takeaways
- 35 Krankenkassen erhöhen ihre Zusatzbeiträge zum 1. Januar 2026.
- Nur eine Krankenkasse senkt ihren Beitrag, während 36 ihn stabil halten.
- Der durchschnittliche Zusatzbeitrag steigt auf 2,9 Prozent.
- Ein Kassenwechsel kann sich lohnen und mehrere hundert Euro im Jahr sparen.
Anstieg der Zusatzbeiträge
Ab Januar 2026 werden 35 gesetzliche Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge erhöhen. Dies betrifft auch große Kassen wie die TK, die ihren Beitrag auf 17,29 Prozent anhebt, und die DAK, deren Beitrag von 17,4 auf 17,8 Prozent steigt. Die Barmer hält ihren Beitrag stabil bei 17,89 Prozent. Die BKK Firmus bleibt mit 16,78 Prozent die günstigste bundesweite Kasse.
Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz für 2026 wurde auf 2,9 Prozent festgelegt, ein Anstieg um 0,4 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Dies hat Auswirkungen auf bestimmte Personengruppen wie Bürgergeld-Empfänger und Auszubildende mit geringem Einkommen.
Warum steigen die Beiträge?
Die steigenden Ausgaben im Gesundheitswesen sind die Hauptursache für die Beitragserhöhungen. Dazu zählen höhere Kosten für Krankenhausbehandlungen, Medikamente, ärztliche Behandlungen und Krankengeld. Auch demografische Entwicklungen, teure Behandlungsmethoden und steigende Personalkosten tragen dazu bei. Trotz eines Sparpakets der Bundesregierung warnen Krankenkassenverbände vor weiteren Erhöhungen, da Rücklagen aufgefüllt werden müssen.
Lohnt sich ein Kassenwechsel?
Angesichts der Beitragserhöhungen raten Experten zum Vergleich der Krankenkassen. Der Preisabstand zwischen den günstigsten und teuersten Kassen hat sich vergrößert. Bei einem Bruttoeinkommen von 3.000 Euro kann ein Wechsel zu einer günstigeren Kasse eine jährliche Ersparnis von rund 327 Euro bedeuten. Gutverdiener und Selbstständige können sogar noch mehr sparen.
Ein Wechsel ist in der Regel unkompliziert. Bei einer Beitragserhöhung haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht, das es ihnen ermöglicht, auch außerhalb der regulären Fristen zu einer anderen Kasse zu wechseln. Bei der Wahl einer neuen Kasse sollten neben dem Beitragssatz auch Zusatzleistungen wie professionelle Zahnreinigung oder Osteopathie-Behandlungen berücksichtigt werden.
Reformen und Ausblick
Die Bundesregierung plant Reformen, um den stetigen Anstieg der Gesundheitsausgaben zu bremsen. Eine Expertenkommission soll Vorschläge erarbeiten, die von Leistungskürzungen bis hin zu neuen Gebührenmodellen reichen könnten. Die Krankenkassen fordern zudem höhere staatliche Zuschüsse für Bürgergeld-Empfänger.
Quellen
- Gesetzliche Krankenkassen 2026: Fast jede zweite Kasse hat ihren Beitragssatz erhöht, Stiftung Warentest.
- Mehrere große Krankenkassen erhöhen Zusatzbeiträge, aber nicht alle, MDR.
- Gestiegene Beitragssätze: Krankenkassen-Wechsel kann sich lohnen, Bayerischer Rundfunk.
- Beitrags-Schock! Diese 44 Krankenkassen erhöhen – nur zwei werden billiger, FOCUS online.
- Krankenkassen: Fast die Hälfte der GKV erhöht Beiträge – nur ein Bruchteil reagiert, WELT.

