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Cholezystektomie: Gallenblase raus – was bedeutet das für dich?

Arzt und Patient besprechen medizinische Unterlagen in einer Praxis.

Cholezystektomie: Gallenblase raus – was bedeutet das für dich?

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Bei einer Cholezystektomie wird die Gallenblase operativ entfernt. Häufig ist der Grund eine schmerzhafte Gallensteinerkrankung. Auch Entzündungen, bestimmte Polypen, eine gallenbedingte Bauchspeicheldrüsenentzündung oder eine Tumorerkrankung können den Eingriff notwendig machen. Die Gallenblase speichert und konzentriert die von der Leber gebildete Galle. Nach ihrer Entfernung fließt die Galle weiterhin in den Dünndarm, sodass du in der Regel ohne Gallenblase leben kannst.

Wann wird die Gallenblase entfernt?

Eine Operation kommt vor allem infrage, wenn Gallensteine Beschwerden oder Komplikationen verursachen. Typisch sind Schmerzen im rechten oder mittleren Oberbauch, oft nach dem Essen, außerdem Übelkeit, Erbrechen oder Verdauungsbeschwerden. Bei einer akuten Cholezystitis, also einer meist durch einen Stein ausgelösten Gallenblasenentzündung, können starke anhaltende Schmerzen, Fieber und Gelbsucht auftreten. Das solltest du zeitnah ärztlich abklären lassen.

Weitere mögliche Gründe sind eine chronische Entzündung mit wiederkehrenden Beschwerden, Gallenblasenpolypen mit erhöhtem Malignitätsrisiko, Gallenblasenkrebs oder eine durch Pankreatitis ausgelöste Erkrankung. Bei einer Funktionsstörung der Gallenblasenentleerung, der biliären Dyskinesie, wird eine Operation erst erwogen, wenn andere Ursachen ausgeschlossen sind und die Beschwerden anhalten.

Beschwerdefreie Gallensteine müssen meist nicht behandelt werden. Bei bestimmten Risikokonstellationen kann eine vorbeugende Operation dennoch besprochen werden. Die Entscheidung hängt immer von deinen Befunden und deinem persönlichen Risiko ab.

Welche Untersuchungen sind vor der Operation nötig?

Am Anfang stehen das Gespräch über deine Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamente und frühere Operationen sowie eine körperliche Untersuchung. Bluttests können Entzündungen, eine Störung des Gallenflusses oder eine Beteiligung der Bauchspeicheldrüse anzeigen. Dazu gehören unter anderem Leberwerte, Bilirubin, CRP, Leukozyten sowie Amylase und Lipase. Bei entsprechenden Beschwerden kann auch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung abgeklärt werden.

Der Ultraschall des Bauchraums ist häufig die erste Bildgebung. Er kann Gallensteine, eine verdickte Gallenblasenwand oder erweiterte Gallengänge zeigen. Je nach Befund kommen weitere Verfahren hinzu:

  • Die MRCP stellt Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge ohne Eingriff detailliert dar.

  • Bei der ERCP können Steine im Gallengang gleichzeitig entfernt werden; sie wird deshalb heute meist therapeutisch eingesetzt.

  • CT und Endosonografie helfen bei unklaren Befunden, Komplikationen oder dem Verdacht auf einen Tumor.

  • Eine nuklearmedizinische Funktionsuntersuchung kann bei Verdacht auf eine biliäre Dyskinesie sinnvoll sein.

Wie wird die Cholezystektomie durchgeführt?

Laparoskopische Operation

Die laparoskopische Cholezystektomie ist das übliche minimalinvasive Verfahren. Unter Vollnarkose führt das Operationsteam eine Kamera und Instrumente durch mehrere kleine Schnitte in den Bauch ein. Dafür wird der Bauchraum vorübergehend mit Kohlendioxid gefüllt. Der Chirurg identifiziert den Gallenblasengang und die Gallenblasenarterie, verschließt und durchtrennt sie und löst die Gallenblase aus ihrem Leberbett. Anschließend wird sie durch einen Zugang geborgen; bei Bedarf kommt dabei ein Bergebeutel zum Einsatz.

Die kleinen Schnitte werden vernäht oder mit einem speziellen Wundverschluss verschlossen. Im Vergleich zur offenen Operation sind Schmerzen, Krankenhausaufenthalt und Erholungszeit häufig geringer. Eine Single-Port-Technik mit nur einem Zugang ist möglich, aber nicht für jede Situation geeignet.

Offene Operation

Bei einer offenen Cholezystektomie erfolgt meist ein größerer Schnitt unter dem rechten Rippenbogen. Dieses Vorgehen kann bei ausgeprägten Entzündungen, Verwachsungen, unklaren anatomischen Verhältnissen oder Komplikationen notwendig sein. Auch während einer geplanten laparoskopischen Operation kann der Wechsel zur offenen Technik sinnvoll sein. Diese Konversion ist eine Sicherheitsentscheidung und kein Zeichen eines Behandlungsfehlers.

Welche Risiken gibt es?

Wie jeder operative Eingriff kann auch die Cholezystektomie Komplikationen verursachen. Dazu gehören Blutungen, Wundinfektionen, Abszesse, Narkoseprobleme und Verletzungen benachbarter Organe wie Leber oder Darm. Möglich sind außerdem eine Gallenleckage oder eine Verletzung der Gallengänge, die weitere Behandlung oder eine erneute Operation erforderlich machen kann. Später kann sich an einer Operationsnarbe ein Narbenbruch entwickeln.

Wenn Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit oder Durchfall nach der Operation fortbestehen, wird dies manchmal als Postcholezystektomie-Syndrom bezeichnet. Die Ursachen sind unterschiedlich und sollten ärztlich untersucht werden. Das individuelle Risiko besprichst du vor dem Eingriff mit dem chirurgischen und anästhesiologischen Team.

Genesung nach der Operation

Nach dem Eingriff werden Kreislauf, Schmerzen und Wunden überwacht. Frühzeitiges, vorsichtiges Aufstehen und kurze Wege unterstützen die Erholung und helfen, Folgeproblemen vorzubeugen. Wie lange du im Krankenhaus bleibst, hängt vom Operationsverlauf und deinem Zustand ab. Nach einer unkomplizierten laparoskopischen Operation ist eine Entlassung oft früh möglich, die konkrete Entscheidung trifft jedoch das Behandlungsteam.

Halte deine Wunden sauber und trocken und beachte die Entlassungsanweisungen. Leichte Tätigkeiten sind meist früher möglich als schweres Heben oder intensiver Sport. Wann du wieder vollständig belastbar bist, richtet sich nach der Wundheilung, der Operationsmethode und deinem Befinden.

Ernährung und Leben ohne Gallenblase

Die Leber produziert auch nach der Operation weiterhin Galle. Sie wird nicht mehr in der Gallenblase gespeichert, sondern fließt kontinuierlich in den Dünndarm. Die meisten Menschen können deshalb langfristig normal leben und brauchen keine dauerhafte spezielle Diät.

In der ersten Zeit können kleinere, eher fettarme Mahlzeiten besser verträglich sein. Große oder sehr fettreiche Portionen lösen bei manchen Menschen vorübergehend Blähungen, Völlegefühl, Übelkeit oder Durchfall aus. Taste dich langsam an einzelne Lebensmittel heran und achte darauf, was dir bekommt. Wenn die Beschwerden anhalten, stark sind oder sich verschlimmern, solltest du sie ärztlich abklären lassen.

Was du vor der Entscheidung wissen solltest

Vor der Operation hast du Anspruch auf eine verständliche Aufklärung über den Grund des Eingriffs, mögliche Risiken, die geplante Methode und Alternativen. Bei Gallensteinen im Gallengang kann eine ERCP vor oder nach der Operation erforderlich sein. Die Behandlung kann außerdem eine Zusammenarbeit von Hausarzt, Gastroenterologie, Radiologie, Chirurgie und Anästhesiologie einschließen.

Wenn Gallensteine Beschwerden verursachen, solltest du die passende Behandlung mit deinem Arzt besprechen. Medikamente zur Steinauflösung oder andere Verfahren sind nur für bestimmte Situationen geeignet; bei Steinen im Gallengang kann eine endoskopische Entfernung infrage kommen. Hausmittel und naturheilkundliche Präparate sind nicht für jede Person geeignet und sollten vorab ärztlich abgeklärt werden.

Cholezystektomie: Doctor holding a tablet in a bright medical setting.

Eine Cholezystektomie kann Beschwerden und Komplikationen durch die Gallenblase behandeln. Für die meisten Menschen ist ein gutes Leben ohne Gallenblase möglich. Welche Untersuchungen, Operationsmethode und Nachsorge für dich sinnvoll sind, hängt von deiner individuellen Situation ab.

Cholezystektomie: Two doctors discussing a medical case.

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