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Gastrektomie: So läuft die Magen-OP wirklich ab

Gastrektomie: Arzt und Patient besprechen eine Operation in einer Praxis.

Gastrektomie: So läuft die Magen-OP wirklich ab

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Bei einer Gastrektomie wird der Magen vollständig entfernt. Der Eingriff kommt vor allem bei Magenkrebs infrage, kann aber auch bei bestimmten schweren Komplikationen notwendig sein. Anschließend wird die Speiseröhre mit dem Dünndarm verbunden, damit Nahrung den Verdauungstrakt weiterhin passieren kann. Dein Körper braucht danach Zeit, um sich an die veränderte Verdauung anzupassen.

Wie umfangreich die Operation ausfällt, welche Rekonstruktion gewählt wird und wie lange die Erholung dauert, hängt von deiner Erkrankung, deinem Allgemeinzustand und dem Operationsbefund ab.

Was ist eine Gastrektomie?

Gastrektomie: Arzt mit Tablet in heller Operationsvorbereitungsumgebung

Die Gastrektomie ist die vollständige Entfernung des Magens. Davon unterscheidet sich die Magenresektion: Dabei wird nur ein Teil des Magens entfernt, sodass ein Restmagen erhalten bleibt.

Bei einer Krebserkrankung werden häufig zusätzlich Lymphknoten in der Umgebung des Magens entfernt. Sie können über die Lymphbahnen von Tumorzellen befallen sein. Die entnommenen Lymphknoten untersucht die Pathologie, weil der Befund für die Beurteilung der Erkrankung und die weitere Behandlung wichtig ist.

Wann wird der Magen vollständig entfernt?

Die wichtigste Indikation ist ein bösartiger Magentumor, wenn eine teilweise Entfernung nicht ausreicht, um den betroffenen Bereich mit Sicherheitsabstand zu entfernen. Eine Gastrektomie kann außerdem in seltenen Fällen bei unstillbaren Blutungen, nicht heilenden Magengeschwüren oder schweren Verletzungen des Magens erforderlich werden.

Ob eine vollständige Gastrektomie, eine teilweise Magenresektion oder ein anderes Verfahren sinnvoll ist, entscheidet das Behandlungsteam anhand von Lage, Größe und Ausdehnung der Erkrankung. Bei Magenkrebs können neben der Operation weitere Behandlungen wie Chemotherapie, Strahlentherapie oder Immuntherapie infrage kommen.

Sonderform: Sleeve-Gastrektomie

Die Sleeve-Gastrektomie ist nicht dasselbe wie eine totale Gastrektomie. Dabei wird ein großer Teil des Magens entfernt – im Ausgangstext werden etwa 80 Prozent genannt. Der verbleibende Magen wird zu einem schmalen Schlauch geformt. Das Fassungsvermögen sinkt, wodurch du kleinere Portionen isst und schneller satt werden kannst.

Der Schlauchmagen wird vor allem als Behandlungsoption bei starkem Übergewicht eingesetzt, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichend geholfen haben. Er ist Teil eines umfassenderen Therapiekonzepts und kein alleiniger Ersatz für eine langfristige Betreuung.

Wie läuft die Operation ab?

Die Gastrektomie findet unter Vollnarkose statt. In manchen Fällen wird zusätzlich eine Periduralanästhesie mit Schmerzkatheter eingesetzt. Während des Eingriffs überwacht das Anästhesieteam unter anderem Herzschlag, Blutdruck und Sauerstoffsättigung.

Der Zugang erfolgt entweder durch einen mittigen Bauchschnitt oder laparoskopisch. Bei der Bauchspiegelung werden über mehrere kleine Schnitte Trokare, eine Kamera und chirurgische Instrumente eingeführt. Der Bauchraum wird dabei mit Gas entfaltet, damit das Operationsteam den Bereich gut einsehen kann. Welche Technik geeignet ist, hängt unter anderem von Tumorgröße und -lage, Krankheitsstadium, deiner gesundheitlichen Situation und der Erfahrung des Teams ab.

Nach dem Freilegen des Magens werden die versorgenden Blutgefäße unterbunden. Anschließend trennt das Operationsteam den Magen an der Speiseröhre und am Zwölffingerdarm ab. Je nach Ausbreitung der Erkrankung können neben dem Magen und den Lymphknoten auch angrenzende Gewebe oder Organanteile betroffen sein. In einzelnen Fällen werden beispielsweise Teile der Speiseröhre, des Dünn- oder Dickdarms oder die Milz entfernt. Eine Mitentfernung der Gallenblase ist ebenfalls möglich, aber nicht grundsätzlich erforderlich.

Wie wird die Verdauung wiederhergestellt?

Nach einer totalen Gastrektomie wird ein Dünndarmabschnitt an die Speiseröhre genäht. So kann Nahrung wieder in den Darm gelangen. Verdauungssäfte aus Bauchspeicheldrüse und Galle erreichen den Dünndarm weiterhin und unterstützen dort die Verarbeitung der Nahrung.

Je nach Operationsumfang und Anatomie gibt es unterschiedliche Rekonstruktionsverfahren. Möglich ist auch eine Magenersatzplastik: Dabei wird aus einem Dünndarmstück ein kleines Reservoir geformt und an die Speiseröhre angeschlossen. Bei einer teilweisen Magenresektion wird der verbleibende Magen mit dem Dünndarm verbunden. Eine häufig verwendete Variante ist die Y-Roux-Rekonstruktion, bei der der Dünndarm in einer Y-Form neu verbunden wird.

Was passiert nach der Gastrektomie?

Nach der Operation wirst du engmaschig überwacht. Drainagen können Wundsekret ableiten und werden kontrolliert, bis sie entfernt werden können. Bevor der Nahrungsaufbau beginnt, kann eine Kontrastmitteluntersuchung prüfen, ob die Verbindungen zwischen Speiseröhre und Darm dicht sind.

Der Kostaufbau erfolgt schrittweise: zunächst mit Flüssigkeit, anschließend mit breiiger und später fester Nahrung. Du solltest dich auf mehrere kleine Mahlzeiten einstellen, weil der Magen als Speicher fehlt oder deutlich kleiner ist. Eine individuelle Ernährungsberatung hilft dir dabei, ausreichend Energie, Eiweiß und Nährstoffe aufzunehmen und Beschwerden wie das Dumping-Syndrom zu vermeiden.

Nach einer Milzentfernung sind bestimmte Impfungen wichtig, insbesondere die Impfung gegen Pneumokokken. Wenn die Gallenblase entfernt wurde, kann die Galle weiterhin aus der Leber in den Darm fließen; die Gallenblase ist dafür nicht zwingend erforderlich.

Ernährung, Vitamine und Nachsorge

Nach einer Gastrektomie können Nährstoffe schlechter aufgenommen werden. Besonders Vitamin B12 und Eisen müssen regelmäßig kontrolliert werden. Je nach Blutwerten können Vitamin B12, Eisen, Calcium, Vitamin D oder andere Präparate notwendig sein. Nimm Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente nur nach ärztlicher Empfehlung ein.

Im Alltag helfen meist mehrere kleine Mahlzeiten, eine nährstoffreiche Auswahl und eine an deine Verträglichkeit angepasste Trinkmenge. Manche Menschen entwickeln Durchfall, Verstopfung, Sodbrennen oder ein Dumping-Syndrom. Besprich anhaltende oder zunehmende Beschwerden mit deinem Behandlungsteam.

Regelmäßige Kontrolltermine dienen dazu, den Heilungsverlauf, die Ernährung und mögliche Mangelzustände zu überprüfen. Eine chirurgische Nachkontrolle ist laut Ausgangstext etwa sechs Wochen nach der Operation sinnvoll. Hautfäden oder Klammern können etwa 12 bis 14 Tage nach dem Eingriff entfernt werden. Die Arbeitsunfähigkeit hängt vom Operationsverfahren und deinem Allgemeinzustand ab; im Ausgangstext werden als Richtwert zwei bis vier Wochen genannt.

Welche Risiken sind möglich?

Die Gastrektomie ist ein großer Eingriff. Zu den möglichen Komplikationen gehören Blutungen, Infektionen und Abszesse, Verletzungen benachbarter Organe sowie eine Undichtigkeit an den neu angelegten Verbindungen. Gelangen Verdauungssäfte in den Bauchraum, kann eine schwere Entzündung entstehen und ein weiterer Eingriff erforderlich werden.

Weitere mögliche Folgen sind Wundheilungsstörungen, Narbenbrüche, Verwachsungen mit einem Darmverschluss sowie vorübergehende oder anhaltende Verdauungsprobleme. Auch Entzündungen der Bauchspeicheldrüse oder der Gallenwege können auftreten. Nach der Operation sind zudem Mangelernährung, Vitamin-B12- oder Eisenmangel und das Dumping-Syndrom möglich.

Bei starken oder neuen Beschwerden solltest du sofort dein behandelndes Ärzteteam informieren. Bewegung, Rehabilitation und Physiotherapie können den schrittweisen Aufbau von Kraft und Belastbarkeit unterstützen. Auch psychologische Beratung oder eine Selbsthilfegruppe kann hilfreich sein, wenn dich die Diagnose oder die Veränderungen im Alltag belasten.

Ein Leben ohne Magen erfordert Anpassungen, ist aber möglich. Entscheidend sind eine individuelle Ernährungsberatung, regelmäßige medizinische Kontrollen und die enge Abstimmung mit deinem Behandlungsteam.

Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität: Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Eine Haftung ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen. Solltest du Fragen haben, schreib unserem Support.

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