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Radiojodtherapie bei Schilddrüsenproblemen: Wirkung und Behandlung

Arzt lächelt in heller medizinischer Umgebung.

Radiojodtherapie bei Schilddrüsenproblemen: Wirkung und Behandlung

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Die Radiojodtherapie ist eine nuklearmedizinische Behandlung, bei der radioaktives Jod – meist Jod-131 – gezielt von Schilddrüsenzellen aufgenommen wird. Die Strahlung wirkt dann direkt im aufgenommenen Gewebe. Eingesetzt wird sie vor allem bei einer Schilddrüsenüberfunktion, bestimmten Schilddrüsenknoten, gutartigen Vergrößerungen und jodspeichernden Schilddrüsenkarzinomen.

Wie wirkt die Radiojodtherapie?

Die Schilddrüse benötigt Jod zur Bildung von Schilddrüsenhormonen. Über spezielle Transporter, die Natrium-Jodid-Symporter, nimmt sie Jod aus dem Blut auf. Radioaktives Jod wird auf demselben Weg in die Schilddrüsenzellen transportiert. Dort gibt Jod-131 vor allem Beta-Strahlung ab. Ihre Reichweite beträgt nur wenige Millimeter, sodass hauptsächlich die Zellen geschädigt werden, die das Radiojod aufgenommen haben.

Das behandelte Gewebe wird dadurch nach und nach in seiner Funktion eingeschränkt oder zerstört. Nicht aufgenommenes Radiojod wird überwiegend über den Urin und zu einem kleineren Teil über den Stuhl ausgeschieden. Die Halbwertszeit von Jod-131 beträgt etwa acht Tage. Die Wirkung setzt nicht sofort ein, sondern entwickelt sich meist über mehrere Wochen bis Monate.

Wann kommt die Therapie infrage?

  • Morbus Basedow: Die Autoimmunerkrankung kann zu einer dauerhaft erhöhten Hormonproduktion führen.
  • Autonome Adenome: Diese gutartigen, sogenannten heißen Knoten produzieren unabhängig von der hormonellen Steuerung Schilddrüsenhormone.
  • Multinoduläre Struma: Überaktive Bereiche in einer knotig veränderten Schilddrüse können gezielt behandelt werden.
  • Gutartige Schilddrüsenvergrößerung: Das Schilddrüsenvolumen kann sich verringern, sofern das Gewebe Radiojod aufnimmt.
  • Jodspeichernde Schilddrüsenkarzinome: Nach einer Operation können verbliebene Schilddrüsenreste, Mikrometastasen oder jodspeichernde Metastasen behandelt werden.

Die Therapie eignet sich nicht für jede Veränderung. Kalte Knoten, Zysten, Verkalkungen und Narbengewebe nehmen in der Regel kein oder zu wenig Jod auf. Bei einem Krebsverdacht, einer sehr großen Struma mit Druck auf die Atemwege oder nicht jodspeichernden Tumoren kann eine Operation sinnvoller sein. Die Entscheidung hängt von deiner Diagnose, der Größe und Funktion der Schilddrüse sowie deinen persönlichen Umständen ab.

Vorbereitung auf die Radiojodtherapie

Vor der Behandlung werden unter anderem Schilddrüsenhormone, TSH und die Jodaufnahme untersucht. Je nach Erkrankung und Ziel der Therapie kann es notwendig sein, Schilddrüsenmedikamente vorübergehend abzusetzen oder anders zu dosieren. Das darfst du nur nach den Anweisungen des behandelnden Teams tun.

Auch jodhaltige Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel, Kontrastmittel und jodiertes Salz können die Aufnahme des Radiojods beeinflussen. Ob und wie lange du darauf verzichten musst, legt das Zentrum fest. Im Ausgangstext werden dafür häufig etwa drei Wochen genannt; verbindlich sind die individuellen Vorgaben deiner Klinik. Bei der Behandlung von Schilddrüsenkrebs muss der TSH-Wert oft erhöht werden. Das kann durch eine vorübergehende Hormonpause oder ein spezielles Medikament geschehen.

Ablauf und stationärer Aufenthalt

Du erhältst Jod-131 meist einmalig als Kapsel. Die Einnahme ist in der Regel unkompliziert. Anschließend bleibst du auf einer speziellen nuklearmedizinischen Station in einem Einzelzimmer. Der stationäre Aufenthalt dient dem Strahlenschutz und ist bei den in Deutschland üblichen therapeutischen Aktivitäten vorgeschrieben.

Das Behandlungsteam misst regelmäßig die verbleibende Radioaktivität. Erst wenn sie unter den geltenden Grenzwert gesunken ist, wirst du entlassen. Je nach Dosis, Ausscheidung und Erkrankung dauert der Aufenthalt häufig einige Tage; im Ausgangstext werden zwei bis zwölf Tage als mögliche Spanne genannt. Besuch, Zimmerverlassen und Kontakt zu anderen Menschen sind während des Aufenthalts eingeschränkt. Nach der Entlassung erhältst du konkrete Regeln zu Abstand, Hygiene und Kontaktzeiten.

Die Radiojodtherapie vermeidet einen chirurgischen Eingriff und damit Operations- und Narkoserisiken. Dafür tritt die Wirkung langsamer ein. Bei sehr großen Schilddrüsen oder Veränderungen ohne ausreichende Jodaufnahme kann eine Operation wirksamer oder überhaupt erst geeignet sein.

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Nebenwirkungen und mögliche Folgen

Die meisten Beschwerden sind mild und vorübergehend. Möglich sind eine Reizung oder ein Druckgefühl im Hals, leichte Halsschmerzen, Mundtrockenheit und eine Reizung der Speicheldrüsen. Bei höheren Aktivitäten, etwa in der Krebstherapie, können Speicheldrüsen stärker belastet werden. Saure Bonbons können den Speichelfluss anregen, sofern dein Behandlungsteam dies empfiehlt. Selten treten Magenbeschwerden oder eine stärkere Schwellung im Hals auf. Bei starken Schmerzen, Atemproblemen oder ungewöhnlichen Beschwerden musst du sofort das medizinische Personal informieren.

Eine häufige spätere Folge ist eine Schilddrüsenunterfunktion. Sie lässt sich in der Regel mit Schilddrüsenhormonen behandeln. Ob und wann du diese Medikamente benötigst, wird anhand deiner Blutwerte entschieden. Nach einer Therapie wegen Schilddrüsenkrebs kann eine Hormonersatztherapie außerdem Teil des vorgesehenen Behandlungskonzepts sein.

Schwangerschaft, Stillzeit und weitere Einschränkungen

Während der Schwangerschaft darf keine Radiojodtherapie durchgeführt werden, weil radioaktives Jod die kindliche Schilddrüse schädigen kann. Auch in der Stillzeit ist die Behandlung nicht möglich; die erforderliche Stillpause und ein möglicher Neustart müssen ärztlich geklärt werden. Eine Schwangerschaft sollte nach der Therapie erst nach der vom Behandlungsteam empfohlenen Wartezeit geplant werden, im Ausgangstext werden häufig mindestens sechs Monate genannt.

Bei Kindern und Jugendlichen wird die Therapie nur nach sorgfältiger individueller Abwägung eingesetzt. Auch Fragen zur Fruchtbarkeit solltest du vor allem bei höheren Dosen, wiederholten Behandlungen oder bestehendem Kinderwunsch frühzeitig ansprechen. Gegebenenfalls können Maßnahmen zum Fruchterhalt besprochen werden.

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Nachsorge und Strahlenschutz

Nach der Entlassung gelten für eine individuell festgelegte Zeit besondere Strahlenschutzregeln. Dazu können Abstand zu Schwangeren und kleinen Kindern, eine Begrenzung enger Kontakte und sorgfältige Hygiene gehören. Befolge die schriftlichen Anweisungen deiner Klinik, da sie von der verabreichten Aktivität und deiner Ausscheidung abhängen.

Regelmäßige Blutuntersuchungen zeigen, ob sich eine Unterfunktion entwickelt hat und ob eine Hormondosis angepasst werden muss. Je nach Erkrankung kommen Ultraschall, Szintigrafie oder weitere Untersuchungen hinzu. Nach einer Krebstherapie wird zusätzlich kontrolliert, ob noch jodspeicherndes Gewebe vorhanden ist oder ein Rückfall beziehungsweise Metastasen vorliegen. Wie häufig die Termine stattfinden, hängt von deiner Diagnose und dem bisherigen Verlauf ab.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Radiojodtherapie behandelt vor allem jodaufnehmendes, überaktives oder verbliebenes Schilddrüsengewebe.
  • Die Wirkung entwickelt sich langsam über Wochen bis Monate.
  • Die Behandlung erfolgt meist stationär, weil das Radiojod zunächst über den Körper ausgeschieden wird.
  • Eine spätere Schilddrüsenunterfunktion ist möglich und mit Hormonen behandelbar.
  • Schwangerschaft und Stillzeit schließen die Therapie aus.
  • Ob Radiojodtherapie, Operation oder eine andere Behandlung geeignet ist, muss ein spezialisiertes Behandlungsteam individuell beurteilen.

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