Für viele gesetzlich Versicherte in Deutschland wird die Gesundheitsversicherung ab 2026 spürbar teurer. Zahlreiche große Krankenkassen haben zum Jahreswechsel höhere Zusatzbeiträge angekündigt. Das bringt nicht nur finanzielle Belastung, sondern veranlasst viele Mitglieder, ihre Kasse auf den Prüfstand zu stellen – und zu wechseln.
Wichtigste Erkenntnisse
- Über 30 Krankenkassen erhöhen 2026 die Beiträge, darunter auch große Anbieter wie TK und DAK.
- Versicherte können bei einer Beitragserhöhung von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen.
- Der Kassenwechsel ist unkompliziert und kann jährlich mehrere Hundert Euro sparen.
- 95 Prozent der Leistungen sind bei allen Kassen gleich, Unterschiede gibt es vor allem bei Zusatzleistungen.
Gründe für die Beitragserhöhungen
Obwohl die Politik versucht hat, mit einem Sparpaket die steigenden Kosten einzudämmen, reichen die Maßnahmen vielen Krankenkassen nicht aus. Neben wachsenden Ausgaben für Medikamente, Kliniken und Personal müssen viele Kassen gesetzlich vorgeschriebene Rücklagen wieder auffüllen. Der durchschnittliche Zusatzbeitrag steigt auf rund 2,9 Prozent – einige Kassen liegen jedoch deutlich darüber oder darunter.
So funktioniert der Kassenwechsel
Wer von einer Beitragserhöhung betroffen ist, kann dank Sonderkündigungsrecht in eine günstigere Kasse wechseln. Das sind die wichtigsten Schritte:
- Neue Krankenkasse wählen: Leistungen, Beitragshöhe und Zusatzangebote vergleichen.
- Aufnahmeantrag stellen: Dies ist online, per Post oder telefonisch möglich.
- Formalitäten erledigen: Die neue Kasse kündigt automatisch die alte Mitgliedschaft.
- Arbeitgeber informieren: Dieser meldet die neue Kasse elektronisch.
Bei Sonderkündigung gilt eine zweimonatige Kündigungsfrist zum Monatsende. Der Wechsel kann also spätestens zum Beginn des übernächsten Monats erfolgen.
Worauf Versicherte beim Wechsel achten sollten
- Beitragssatz: Schon kleine Unterschiede können pro Jahr hohe Summen ausmachen – vor allem bei höheren Einkommen oder bei Selbstständigen.
- Zusatzleistungen: Angebote wie professionelle Zahnreinigung, Reiseimpfungen oder alternative Heilmethoden variieren von Kasse zu Kasse.
- Erreichbarkeit und Service: Viele schätzen persönliche Beratung oder praktische Online-Services.
Die meisten Leistungen (z.B. Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte) übernimmt jede gesetzliche Kasse. Unterschiede gibt es vor allem in den so genannten Satzungsleistungen und Bonusprogrammen.
Warum ein Wechsel sinnvoll sein kann
Wer auf Preis und Leistung achtet, kann schnell mehrere Hundert Euro pro Jahr sparen – gerade bei stark steigenden Zusatzbeiträgen lohnt der Vergleich umso mehr. Besonders für Selbstständige, die den gesamten Beitrag selbst zahlen, ergeben sich hohe Einsparpotenziale. Ein Wechsel ist aber nicht nur bei steigenden Kosten ratsam, sondern auch, wenn gewünschte Zusatzangebote oder bessere Services gefragt sind.
Der Ausblick: Bleiben die Beiträge hoch?
Finanzexperten und Kassenvertreter warnen vor weiteren Steigerungen in den kommenden Jahren. Die Politik hat zwar Handlungsbereitschaft signalisiert, doch die finanziellen Herausforderungen bleiben groß. Ein regelmäßiger Blick auf Vergleichsportale und die Kassenangebote kann sich daher auch in Zukunft auszahlen.
Quellenverzeichnis
- Gesetzliche Krankenversicherung: Schneller Wechsel möglich, Verbraucherzentrale.de.
- Gesetzliche Krankenkassen 2026: Fast jede zweite Kasse hat ihren Beitragssatz erhöht, Stiftung Warentest.
- Krankenkassen-Zusatzbeiträge: So wechseln Sie die Krankenkasse, WirtschaftsWoche.
- Mehrere große Krankenkassen erhöhen Zusatzbeiträge, aber nicht alle, MDR.
- Trotz Sparpaket: Zwei große Krankenkassen kündigen Erhöhung der Zusatzbeiträge für Versicherte an, WELT.

