Eierstockkrebs, medizinisch Ovarialkarzinom, entsteht in den Eierstöcken. Die Erkrankung wird häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt, weil frühe Beschwerden unspezifisch sein können oder zunächst fehlen. Eierstockzysten und andere gutartige Veränderungen sind nicht dasselbe wie ein bösartiger Tumor. Ob eine Veränderung gut- oder bösartig ist, lässt sich nur durch eine ärztliche Abklärung feststellen.
Symptome und Risikofaktoren
Mögliche Anzeichen sind anhaltende oder wiederkehrende Beschwerden im Bauch- und Beckenbereich. Dazu gehören:
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Druckgefühl oder Schmerzen im Unterbauch
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Völlegefühl, auch nach kleinen Mahlzeiten
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Übelkeit oder unerklärlicher Gewichtsverlust
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Veränderungen beim Stuhlgang oder häufiger Harndrang
Diese Beschwerden können viele andere Ursachen haben und bedeuten nicht automatisch Krebs. Wenn sie neu auftreten, anhalten oder zunehmen, solltest du sie gynäkologisch abklären lassen.
Das Risiko steigt tendenziell mit dem Alter, besonders nach den Wechseljahren. Auch eine familiäre Häufung von Eierstock- oder Brustkrebs kann relevant sein. Genveränderungen wie BRCA1 und BRCA2 erhöhen das Erkrankungsrisiko. Als weitere mögliche Einflussfaktoren werden im Ausgangstext eine längere Östrogeneinwirkung, eine frühe erste Menstruation, Kinderlosigkeit und eine späte Menopause genannt. Ein einzelner Risikofaktor bedeutet jedoch nicht, dass du zwangsläufig erkrankst.
Wie wird Eierstockkrebs diagnostiziert?
Am Anfang steht meist das Gespräch über Beschwerden, Vorerkrankungen und familiäre Belastungen sowie eine körperliche Untersuchung. Ein Ultraschall kann die Eierstöcke und umliegende Strukturen sichtbar machen. Er kann über die Bauchdecke oder vaginal erfolgen. Weitere bildgebende Verfahren wie Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) helfen dabei, Veränderungen genauer zu beurteilen und eine mögliche Ausbreitung einzuschätzen.
Im Blut kann unter anderem der Tumormarker CA 125 bestimmt werden. Ein erhöhter Wert beweist keinen Eierstockkrebs, da auch andere Ursachen möglich sind. Um die Diagnose und den Tumortyp sicher festzustellen, wird Gewebe unter dem Mikroskop untersucht. Die Gewebeprobe kann im Rahmen einer Operation oder unter bestimmten Umständen mit einer Nadel entnommen werden.
Bei familiärer Häufung kann eine genetische Beratung sinnvoll sein. Dabei werden die Familiengeschichte, das persönliche Risiko, mögliche Testergebnisse und deren Konsequenzen besprochen. Ein positives Ergebnis bei BRCA1 oder BRCA2 bedeutet nicht, dass du sicher an Krebs erkrankst, sondern weist auf ein erhöhtes Risiko hin. In Deutschland gelten für genetische Untersuchungen unter anderem Vorgaben des Gendiagnostikgesetzes. Vor einem prädiktiven Gentest und zur Ergebnismitteilung ist eine genetische Beratung vorgesehen. Vor einem Test solltest du außerdem klären, welche Bedeutung das Ergebnis für dich und gegebenenfalls für Angehörige hat.
Behandlungsmöglichkeiten
Welche Therapie geeignet ist, hängt unter anderem vom Stadium, vom Tumortyp, vom allgemeinen Gesundheitszustand und von deinen persönlichen Wünschen ab. Das Behandlungsteam bespricht die Optionen mit dir.
Operation
Eine Operation hat häufig das Ziel, möglichst viel Tumorgewebe zu entfernen. Je nach Ausbreitung können ein oder beide Eierstöcke und Eileiter, die Gebärmutter sowie umliegendes Gewebe entfernt werden. Zu den im Ausgangstext genannten Eingriffen gehören die Salpingo-Oophorektomie, die Hysterektomie und die Omentektomie. Vorher werden mögliche Risiken und der Ablauf besprochen. Nach der Operation können Kontrollen, Schmerztherapie, Physiotherapie und weitere Behandlungen erforderlich sein.
Wie bei anderen Operationen bestehen Risiken, etwa Blutungen, Infektionen oder Verletzungen benachbarter Organe. Werden beide Eierstöcke entfernt, können Wechseljahresbeschwerden auftreten. Auch Körperbild, Sexualität und psychische Gesundheit können belastet sein. Sprich diese Themen frühzeitig an.
Chemotherapie
Eine Chemotherapie wirkt im ganzen Körper und wird häufig nach der Operation eingesetzt, um verbliebene Krebszellen zu behandeln. In manchen Situationen wird sie vor einer Operation gegeben, um den Tumor zu verkleinern. Die Medikamente können intravenös oder oral verabreicht werden und werden meist in Zyklen mit Behandlungs- und Erholungsphasen gegeben.
Bei Eierstockkrebs werden unter anderem Paclitaxel, Carboplatin, Cisplatin und Doxorubicin eingesetzt. Die Auswahl richtet sich nach deiner individuellen Situation. Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, Haarausfall, Fatigue, Schmerzen und ein erhöhtes Infektionsrisiko. Teile Beschwerden deinem Behandlungsteam mit, damit sie behandelt oder gelindert werden können.
Zielgerichtete Therapien und Immuntherapie
Zielgerichtete Medikamente greifen bestimmte Eigenschaften oder Signalwege von Krebszellen an. Dazu gehören beispielsweise PARP-Inhibitoren, die insbesondere bei bestimmten BRCA-Veränderungen eine Rolle spielen können, sowie Medikamente, die die Blutgefäßbildung des Tumors hemmen. Ob eine solche Therapie infrage kommt, hängt vom Tumor und von den Voraussetzungen der jeweiligen Behandlung ab.
Eine Immuntherapie soll das Immunsystem dabei unterstützen, Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen. Sie wirkt nicht bei jeder Patientin und ist nicht für jede Form von Eierstockkrebs zugelassen. Mögliche Nebenwirkungen können unter anderem Hautveränderungen, Durchfall oder Entzündungen sein. Strahlentherapie gehört nicht zur Standardbehandlung, kann aber in bestimmten Situationen erwogen werden. Verschiedene Verfahren lassen sich je nach Befund kombinieren.
Nachsorge, Alltag und Unterstützung
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Nach der Behandlung vereinbarst du mit deinem Ärzteteam einen individuellen Nachsorgeplan. Kontrolltermine können körperliche Untersuchungen, Bluttests einschließlich Tumormarker und je nach Situation bildgebende Verfahren umfassen. Die Häufigkeit richtet sich nach deiner Erkrankung. Rehabilitation kann helfen, körperliche Belastbarkeit und Selbstständigkeit zurückzugewinnen. Mögliche Bausteine sind Physiotherapie, Ergotherapie sowie Sport- und Bewegungstherapie.
Die Erkrankung und ihre Behandlung können Angst, Erschöpfung, Trauer oder Sorgen vor einem Rückfall auslösen. Psychologische Beratung, Selbsthilfegruppen, Familienberatung und Entspannungstechniken können Unterstützung bieten. Auch Sexualität und Partnerschaft dürfen Thema der Behandlung sein: Schmerzen, Scheidentrockenheit, Müdigkeit oder Veränderungen des Körperbilds können die Intimität beeinflussen. Eine offene Kommunikation und bei Bedarf sexualmedizinische oder therapeutische Beratung können helfen.
Fruchtbarkeit und Schwangerschaft
Operation und Chemotherapie können die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Wenn du dir Kinder wünschst, solltest du vor Therapiebeginn mit deinem Behandlungsteam über Möglichkeiten wie das Einfrieren von Eizellen sprechen. Ob eine Schwangerschaft nach der Behandlung möglich und medizinisch vertretbar ist, hängt von deiner Erkrankung und Therapie ab und sollte mit spezialisierten Ärztinnen und Ärzten geplant werden.
Versicherung und finanzielle Fragen
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Die Krankenversicherung übernimmt in der Regel die medizinisch notwendigen Standardbehandlungen, etwa Operation, Chemotherapie und je nach Situation weitere Verfahren. Bei neuen, nicht standardmäßigen oder ergänzenden Therapien solltest du die Kostenübernahme vorab mit deiner Kasse klären. Auch bei genetischen Tests und Versicherungsfragen können die konkrete Versicherung, der Zweck des Tests und die rechtlichen Rahmenbedingungen eine Rolle spielen. Lass dich vor einer Entscheidung beraten und prüfe Angaben, Bedingungen und Ausschlüsse genau.
Bei finanziellen oder sozialen Problemen können der Sozialdienst des Krankenhauses, Krebsberatungsstellen, die Deutsche Krebshilfe, regionale Krebsgesellschaften oder Patientenorganisationen wie Frauenselbsthilfe Krebs Anlaufstellen sein. Je nach persönlicher Situation kommen außerdem Sozialleistungen, Stiftungen oder regionale Härtefallfonds infrage. Unterstützung kann sich auch auf Haushalt, Kinderbetreuung oder Fahrten zu Behandlungsterminen beziehen.
Früherkennung und Umgang mit der Erkrankung
Für Eierstockkrebs gibt es kein allgemein wirksames Screening. Ultraschall und Bluttests können Hinweise liefern, sind aber nicht perfekt und ersetzen keine individuelle ärztliche Einschätzung. Wenn du Beschwerden, eine familiäre Belastung oder Fragen zu deinem persönlichen Risiko hast, besprich die sinnvollsten Untersuchungen mit deiner gynäkologischen Praxis. Eine ausgewogene Ernährung, Bewegung und ausreichend Schlaf können dein allgemeines Wohlbefinden während und nach der Behandlung unterstützen; sie ersetzen jedoch keine Krebstherapie.
Eierstockkrebs erfordert eine individuell geplante Behandlung und regelmäßige Nachsorge. Informiere dein Ärzteteam über neue Beschwerden und Nebenwirkungen und hole dir Unterstützung, wenn die Erkrankung körperlich, psychisch oder finanziell belastet.
