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Herpes Zoster: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

Herpes Zoster: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

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Herpes Zoster, auch Gürtelrose genannt, ist eine schmerzhafte Erkrankung durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV). Dieses Virus verursacht zunächst Windpocken und bleibt danach in Nervenzellen im Körper. Jahre oder Jahrzehnte später kann es wieder aktiv werden und eine Gürtelrose auslösen.

Herpes Zoster erkennen: typische Symptome

Oft beginnt eine Gürtelrose mit unspezifischen Beschwerden. Dazu gehören Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber oder ein allgemeines Krankheitsgefühl. Häufig treten außerdem Schmerzen, Brennen, Kribbeln oder Juckreiz an einer bestimmten Hautstelle auf, bevor ein Ausschlag sichtbar wird.

Nach einigen Tagen entwickeln sich meist kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen. Der Ausschlag ist typischerweise:

  • auf eine Körperseite begrenzt,

  • streifen- oder gürtelförmig angeordnet,

  • von brennenden, stechenden oder ziehenden Schmerzen begleitet.

Die Bläschen verkrusten anschließend und heilen häufig innerhalb von zwei bis vier Wochen ab. Die Schmerzen können jedoch länger bleiben.

Ursachen und Risikofaktoren

Nach einer Windpockeninfektion verschwindet das VZV nicht vollständig, sondern verbleibt in Nervenzellen. Wird die körpereigene Abwehr schwächer, kann sich das Virus entlang eines Nervs zur Haut ausbreiten. Dort entsteht der typische einseitige Ausschlag.

Das Risiko steigt insbesondere:

  • mit zunehmendem Alter, besonders ab 50 Jahren,

  • bei einem geschwächten Immunsystem, etwa durch Erkrankungen oder bestimmte Medikamente,

  • bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes,

  • bei starker oder anhaltender körperlicher Belastung und Stress.

Gürtelrose kann grundsätzlich jeden treffen, der Windpocken hatte. Auch Kinder können erkranken, allerdings tritt Herpes Zoster häufiger bei Erwachsenen und älteren Menschen auf.

Wie wird Gürtelrose diagnostiziert?

Die Diagnose stellt die Ärztin oder der Arzt meist anhand der Krankengeschichte und des typischen Hautbilds. Dabei werden unter anderem die Verteilung des Ausschlags, das Aussehen der Bläschen und die Begleitsymptome beurteilt.

Wenn der Ausschlag untypisch ist oder die Diagnose unklar bleibt, kann eine Probe aus einer Blase im Labor untersucht werden. Ein PCR-Test weist das Erbgut des Varizella-Zoster-Virus nach. Andere Erkrankungen mit ähnlichen Hautveränderungen sind zum Beispiel Herpes-simplex-Infektionen, Kontaktdermatitis, Insektenstiche oder bakterielle Hautinfektionen.

Wann solltest du zum Arzt?

Bei einem einseitigen, schmerzhaften Ausschlag mit Bläschen solltest du möglichst schnell ärztliche Hilfe suchen. Eine frühe Diagnose ist wichtig, weil antivirale Medikamente besonders zu Beginn der Erkrankung eingesetzt werden.

Dringend abklären lassen solltest du den Verdacht auf Gürtelrose, wenn:

  • das Gesicht, das Auge oder die Umgebung des Auges betroffen ist,

  • starke Schmerzen bestehen,

  • du dich deutlich krank fühlst,

  • dein Immunsystem geschwächt ist,

  • du schwanger bist oder an einer chronischen Erkrankung leidest.

Behandlung von Herpes Zoster

Antivirale Medikamente

Zur Behandlung können antivirale Medikamente wie Aciclovir, Famciclovir oder Valaciclovir eingesetzt werden. Sie hemmen die Vermehrung des Virus und sollten möglichst früh begonnen werden, idealerweise innerhalb von 72 Stunden nach Auftreten der ersten Bläschen. Ob ein Medikament geeignet ist, hängt unter anderem von deinem Gesundheitszustand, möglichen Wechselwirkungen und der Schwere der Erkrankung ab.

Bei schweren Verläufen oder einer ausgeprägten Immunschwäche kann eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich sein. Nimm antivirale Medikamente nur nach ärztlicher Verordnung und nach den angegebenen Einnahmehinweisen ein.

Schmerzen und Hautbeschwerden lindern

Welche Schmerzmittel infrage kommen, hängt von deinen Vorerkrankungen und anderen Medikamenten ab. Bei stärkeren Nervenschmerzen können ärztlich verordnete Wirkstoffe eingesetzt werden, die gezielt auf die Schmerzverarbeitung im Nervensystem wirken.

Halte die betroffenen Hautstellen sauber und trocken, trage lockere Kleidung und vermeide es, die Bläschen aufzukratzen. Kühle Umschläge können Beschwerden lindern. Durch aufgekratzte oder aufgeplatzte Bläschen können Bakterien eindringen und zusätzliche Hautinfektionen verursachen.

Mögliche Komplikationen

Die häufigste länger anhaltende Folge ist die Post-Zoster-Neuralgie. Dabei bleiben brennende, stechende oder ziehende Nervenschmerzen bestehen, obwohl der Ausschlag bereits abgeheilt ist. Die Beschwerden können Monate andauern und die Lebensqualität sowie den Schlaf beeinträchtigen. Eine ärztliche Schmerztherapie kann dann notwendig sein.

Bei einem Befall im Gesicht können außerdem Augen oder Ohren betroffen sein. Möglich sind unter anderem eine Entzündung der Hornhaut, Sehstörungen, Hörprobleme oder Gleichgewichtsstörungen. Eine schnelle Untersuchung ist deshalb besonders wichtig.

Weitere mögliche Folgen sind Narben, bakterielle Hautinfektionen sowie eine psychische Belastung durch Schmerzen, Schlafprobleme oder Einschränkungen im Alltag.

Ist Gürtelrose ansteckend?

Gürtelrose selbst wird nicht wie eine Erkältung von Mensch zu Mensch übertragen. Die Flüssigkeit aus den Bläschen enthält jedoch das Varizella-Zoster-Virus. Menschen, die noch keine Windpocken hatten, können sich bei direktem Kontakt mit der Bläschenflüssigkeit mit Windpocken anstecken.

Decke die Bläschen ab, wasche dir regelmäßig die Hände und vermeide während der ansteckenden Phase den direkten Kontakt zu Schwangeren, Neugeborenen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Die Ansteckungsgefahr nimmt ab, sobald alle Bläschen verkrustet sind.

Vorbeugung durch Impfung

Eine Impfung kann das Risiko für Herpes Zoster und bestimmte Komplikationen senken. Im Ausgangstext wird sie insbesondere für alle Personen ab 60 Jahren sowie für Personen ab 50 Jahren mit bestimmten Grunderkrankungen oder einem erhöhten Komplikationsrisiko empfohlen. Ob die Impfung für dich geeignet ist, solltest du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen.

Wie bei Impfungen allgemein können vorübergehend Schmerzen, Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle sowie Kopfschmerzen oder Müdigkeit auftreten. Lass dich zu Impfstoff, Impfplan und möglichen Gegenanzeigen individuell beraten.

Gürtelrose, Windpocken und besondere Lebenssituationen

Windpocken sind die erste Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus; Gürtelrose entsteht durch dessen spätere Reaktivierung. Eine durchgemachte Windpockeninfektion schützt daher nicht vor Herpes Zoster.

Wenn du schwanger bist, ein Kind mit Bläschen hast oder an einer chronischen Erkrankung leidest, solltest du den Verdacht auf Gürtelrose ärztlich abklären lassen. Medikamente und weitere Maßnahmen müssen in diesen Situationen besonders sorgfältig ausgewählt werden. Informiere die behandelnde Praxis über alle Erkrankungen und Medikamente, die du einnimmst.

Mythen über Herpes Zoster: Arzt mit Tablet

Häufige Irrtümer

  • „Nur ältere Menschen bekommen Gürtelrose.“ Das stimmt nicht. Das Risiko steigt zwar mit dem Alter, aber auch jüngere Menschen können erkranken.

  • „Gürtelrose ist harmlos.“ Die Erkrankung kann starke Schmerzen und Komplikationen verursachen, vor allem bei älteren oder immungeschwächten Menschen.

  • „Nach Windpocken ist man vor Gürtelrose geschützt.“ Das Virus bleibt im Körper und kann später reaktiviert werden.

Herpes Zoster und chronische Erkrankungen: Arzt im Gespräch mit einer Patientin

Bei Verdacht auf Herpes Zoster zählt vor allem eine frühe ärztliche Einschätzung. Sie hilft, die Diagnose zu sichern, eine passende Behandlung zu beginnen und Risiken wie Augenbeteiligung oder Post-Zoster-Neuralgie frühzeitig zu berücksichtigen.

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