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Kardiogener Schock: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

Kardiogener Schock: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

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Ein kardiogener Schock ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Dabei kann das Herz nicht mehr ausreichend Blut durch den Körper pumpen. Die Organe erhalten dadurch zu wenig Sauerstoff und können innerhalb kurzer Zeit geschädigt werden. Wenn du einen kardiogenen Schock vermutest, ruf sofort den Notruf 112 in Deutschland.

Was ist ein kardiogener Schock?

Beim kardiogenen Schock liegt die Ursache des Kreislaufversagens direkt am Herzen. Seine Pumpfunktion reicht nicht mehr aus, um den Körper ausreichend mit Blut und Sauerstoff zu versorgen. Der Blutdruck kann abfallen; gleichzeitig können Herz, Gehirn, Nieren und andere Organe beeinträchtigt werden.

Der kardiogene Schock unterscheidet sich damit von anderen Schockformen. Beim hämorrhagischen oder hypovolämischen Schock fehlt beispielsweise Blutvolumen, beim septischen Schock steht eine schwere Infektion im Vordergrund. Beim kardiogenen Schock ist dagegen das Herz selbst die entscheidende Ursache.

Symptome: Diese Warnzeichen sind ernst

Die Beschwerden können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Gerade bei älteren Menschen oder bei bestehenden Erkrankungen sind die Anzeichen mitunter weniger eindeutig. Mögliche Warnzeichen sind:

  • zunehmende Atemnot, auch in Ruhe

  • extreme Müdigkeit, Schwäche oder Leistungseinbruch

  • Brustschmerzen oder ein Druck- und Engegefühl

  • schneller, schwacher Herzschlag

  • kalte, blasse oder feuchte Haut

  • Schwindel, Benommenheit oder Verwirrtheit

  • Bewusstlosigkeit

Ein Herzinfarkt kann sich zusätzlich durch Schmerzen oder Druck im Brustbereich, Ausstrahlung in Arm, Schulter, Nacken oder Kiefer, Kurzatmigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Kaltschweißigkeit zeigen. Bei Frauen treten häufiger weniger typische Beschwerden wie Übelkeit oder Rückenschmerzen auf. Auch bei Diabetes kann die Schmerzwahrnehmung verändert sein. Verlass dich deshalb nicht darauf, dass ein Herzinfarkt immer mit starken Brustschmerzen einhergeht.

Was du im Notfall tun solltest

Ruf bei plötzlicher starker Atemnot, Brustschmerzen, Bewusstseinsstörungen oder einem entsprechenden Verdacht sofort 112. Beschreibe den Standort, die Symptome und bekannte Vorerkrankungen. Halte, wenn möglich, eine Liste der Medikamente und bekannten Allergien bereit. Beruhige die betroffene Person, lockere beengende Kleidung und überwache bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die Vitalfunktionen, sofern du dazu in der Lage bist. Befolge die Anweisungen der Leitstelle.

Ursachen und Risikofaktoren

Die häufigste Ursache ist ein schwerer Herzinfarkt. Wird ein größerer Teil des Herzmuskels nicht mehr mit Sauerstoff versorgt und geschädigt, kann die Pumpfunktion plötzlich stark abnehmen.

Weitere mögliche Auslöser sind:

  • eine bereits bestehende oder akut entgleiste Herzinsuffizienz

  • schwere Herzklappenfehler, etwa eine ausgeprägte Aortenstenose oder eine akute Mitralinsuffizienz

  • Myokarditis, also eine Entzündung des Herzmuskels

  • Kardiomyopathien, bei denen der Herzmuskel verdickt, erweitert oder anderweitig verändert ist

  • bestimmte Medikamente oder Giftstoffe, die die Herzfunktion beeinträchtigen können

Das Risiko ist unter anderem bei koronarer Herzkrankheit, Bluthochdruck, Diabetes, hohem Cholesterinspiegel, Rauchen, höherem Alter und weiteren Herzerkrankungen erhöht. Diese Faktoren verursachen nicht zwangsläufig einen kardiogenen Schock, können das Herz aber anfälliger machen.

Wie wird der kardiogene Schock diagnostiziert?

Die Diagnostik beginnt mit der körperlichen Untersuchung und der Beurteilung von Blutdruck, Puls, Haut, Atmung und Bewusstseinslage. Das medizinische Team hört Herz und Lunge ab und sucht nach Hinweisen auf die Ursache sowie auf die Beteiligung anderer Organe.

Ein EKG kann Anzeichen eines Herzinfarkts, einer Durchblutungsstörung oder einer Rhythmusstörung zeigen. Blutuntersuchungen helfen, die Herz- und Organfunktion zu beurteilen und beispielsweise Entzündungswerte oder Nierenwerte zu kontrollieren. Die Echokardiographie, also der Herzultraschall, zeigt, wie gut das Herz pumpt und ob strukturelle Probleme, Klappenfehler oder Flüssigkeit um das Herz vorliegen. Je nach Situation kommen Röntgen oder eine Computertomographie hinzu. Auch andere Schockursachen wie Lungenembolie, Sepsis oder Blutverlust müssen ausgeschlossen werden.

Arzt behandelt einen Kardiogenen Schock

Behandlung im Krankenhaus

Die Behandlung muss sofort beginnen und richtet sich nach der Ursache. Im Krankenhaus werden Atmung, Kreislauf und Organfunktionen eng überwacht. Sauerstoff oder eine künstliche Beatmung können erforderlich sein. Medikamente können den Blutdruck stabilisieren, die Herzkraft unterstützen oder bei einer Flüssigkeitsüberlastung überschüssiges Wasser ausscheiden. Welche Wirkstoffe geeignet sind, entscheidet das behandelnde Team; eine Selbstmedikation ist nicht möglich.

Liegt ein verschlossenes Herzkranzgefäß zugrunde, kann ein Herzkatheter das Gefäß wieder öffnen. Dabei kann ein Stent eingesetzt werden. In bestimmten Fällen ist eine Bypass-Operation erforderlich. Bei schwerem Pumpversagen kommen vorübergehend Herzunterstützungssysteme oder eine Herz-Lungen-Maschine infrage. Die Behandlung erfolgt auf einer spezialisierten Überwachungs- oder Intensivstation.

Nach dem kardiogenen Schock

Auch nach der akuten Behandlung sind regelmäßige Kontrollen wichtig. Möglich sind eine anhaltende Herzschwäche, Nierenschäden, Herzrhythmusstörungen oder neurologische Beeinträchtigungen. Zur Nachsorge können EKG, Echokardiographie und Blutuntersuchungen gehören. Medikamente müssen genau nach ärztlicher Vorgabe eingenommen und auf mögliche Wechselwirkungen geprüft werden.

Eine kardiologische Rehabilitation unterstützt dich dabei, deine Belastbarkeit schrittweise wieder aufzubauen. Bewegung, Ernährung und weitere Maßnahmen werden an deine Herzfunktion und die zugrunde liegende Erkrankung angepasst. Beginne nach einem kardiogenen Schock nicht eigenständig mit intensivem Sport. Kläre den Umfang vorher ärztlich ab.

Das Ereignis kann außerdem Angst, depressive Beschwerden oder eine posttraumatische Belastungsstörung auslösen. Gespräche mit Angehörigen, psychologische Beratung oder eine Selbsthilfegruppe können bei der Verarbeitung helfen.

Arzt und Patientin be

Was du zur Vorbeugung beitragen kannst

Nicht jeder kardiogene Schock lässt sich verhindern. Du kannst dein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen jedoch senken, indem du Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin regelmäßig kontrollieren lässt, verordnete Medikamente zuverlässig einnimmst, nicht rauchst und dich ausgewogen ernährst. Regelmäßige, individuell geeignete Bewegung sowie ärztliche Kontrollen sind ebenfalls wichtig. Bei neuen Brustschmerzen, Atemnot, Schwindel oder einer deutlichen Verschlechterung deiner Belastbarkeit solltest du medizinische Hilfe suchen.

Wichtig: Der kardiogene Schock ist ein medizinischer Notfall. Bei entsprechenden Beschwerden zählt jede Minute: Wähle sofort 112 und warte nicht auf eine Selbstheilung.

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