Präeklampsie ist eine ernst zu nehmende Schwangerschaftskomplikation. Sie tritt meist nach der 20. Schwangerschaftswoche auf und ist vor allem durch erhöhten Blutdruck gekennzeichnet. Auch Organe wie Nieren, Leber oder das Nervensystem können betroffen sein. Die Erkrankung entwickelt sich manchmal schleichend und bleibt zunächst unbemerkt. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen deshalb, Veränderungen früh zu erkennen.
Was ist Präeklampsie?
Bei einer Präeklampsie tritt während der Schwangerschaft Bluthochdruck auf. Häufig findet sich zusätzlich Eiweiß im Urin, medizinisch Proteinurie genannt. Der veraltete Begriff „Schwangerschaftsvergiftung“ wird zwar noch verwendet, bezeichnet aber keine genaue medizinische Diagnose. Präeklampsie betrifft etwa 2 bis 5 von 100 Schwangerschaften.
Die Erkrankung kann unterschiedlich schwer verlaufen. Für die Einordnung sind unter anderem der Blutdruck, die Urin- und Blutwerte, mögliche Beschwerden sowie der Zustand des Kindes entscheidend.
Symptome und Warnzeichen
Ein erhöhter Blutdruck verursacht nicht immer Beschwerden. Bei den Vorsorgeuntersuchungen wird er deshalb regelmäßig kontrolliert. Ein Wert ab 140/90 mmHg gilt als erhöht und sollte ärztlich beurteilt werden. Ein einzelner Messwert reicht nicht immer für die Diagnose aus.
Folgende Beschwerden können auf eine Präeklampsie oder eine schwere Verlaufsform hinweisen:
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anhaltende oder ungewöhnlich starke Kopfschmerzen
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Sehstörungen wie verschwommenes Sehen, Lichtblitze oder Punkte vor den Augen
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Schmerzen im Oberbauch, besonders auf der rechten Seite
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starke Übelkeit oder Erbrechen nach der frühen Schwangerschaft
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plötzlich auftretende oder deutliche Schwellungen an Gesicht und Händen
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eine schnelle Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen
Wassereinlagerungen an Füßen und Beinen sind in der Schwangerschaft häufig und allein kein Beweis für Präeklampsie. Treten sie plötzlich zusammen mit anderen Beschwerden auf, solltest du sie trotzdem abklären lassen. Bei starken Kopfschmerzen, Sehstörungen, heftigen Oberbauchschmerzen oder einer deutlichen Verschlechterung brauchst du sofort medizinische Hilfe.
Ursachen und Risikofaktoren
Eine einzelne Ursache lässt sich meist nicht feststellen. Das Risiko kann jedoch erhöht sein, wenn du bereits eine Präeklampsie hattest oder deine Mutter oder Schwester betroffen war. Weitere Risikofaktoren sind:
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Mehrlingsschwangerschaft
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Bluthochdruck, Diabetes oder eine Nierenerkrankung
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Autoimmunerkrankungen
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starkes Übergewicht
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sehr junges oder höheres Alter
Ein Risikofaktor bedeutet nicht, dass du zwangsläufig erkrankst. Informiere deine Ärztin, deinen Arzt oder deine Hebamme über Vorerkrankungen und frühere Schwangerschaftskomplikationen, damit die Vorsorge angepasst werden kann. In bestimmten Fällen kann zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche ein Screening zur individuellen Risikoeinschätzung angeboten werden.
Wie wird Präeklampsie festgestellt?
Zur Abklärung werden Blutdruck und Urin untersucht. Bei einem Verdacht können Bluttests folgen. Dabei werden unter anderem Blutplättchen sowie Leber- und Nierenwerte kontrolliert. Diese Ergebnisse zeigen, ob Organe betroffen sind und wie schwer die Erkrankung verlaufen könnte.
Zusätzlich wird das Kind überwacht. Ultraschalluntersuchungen geben Hinweise auf Wachstum und Versorgung. Ein Kardiotokogramm (CTG) zeichnet die Herztöne des Kindes und die Wehentätigkeit auf. Deine Beschwerden und deine Krankengeschichte sind für die Beurteilung ebenfalls wichtig. Teile dem Behandlungsteam deshalb auch Symptome mit, die dir zunächst nebensächlich erscheinen.
Behandlung: Beobachtung, Medikamente und Entbindung
Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad, deinen Organwerten, dem Zustand des Kindes und der Schwangerschaftswoche. Bei einer weniger schweren Form können engmaschige Kontrollen ausreichen. Dabei werden unter anderem Blutdruck, Urin, Blutwerte und das Wohlbefinden des Kindes überwacht. Ob eine ambulante Betreuung möglich ist oder eine Aufnahme ins Krankenhaus nötig wird, entscheidet das Behandlungsteam.
Bei deutlich erhöhtem Blutdruck können geeignete blutdrucksenkende Medikamente eingesetzt werden. Nimm solche Arzneimittel nur genau nach ärztlicher Anweisung ein und setze sie nicht selbstständig ab. Bei schweren Verläufen oder einem erhöhten Risiko für Krampfanfälle kann Magnesiumsulfat im Krankenhaus gegeben werden.
Die einzige Möglichkeit, eine Präeklampsie dauerhaft zu beenden, ist die Entbindung. Wenn sich dein Zustand oder der Zustand des Kindes verschlechtert, kann eine vorzeitige Geburt notwendig werden. Der Zeitpunkt und die Art der Entbindung hängen von den medizinischen Befunden und der Schwangerschaftswoche ab.
Eklampsie und HELLP-Syndrom
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Eklampsie
Bei einer Eklampsie kommt es im Zusammenhang mit einer Präeklampsie zu Krampfanfällen. Sie ist ein medizinischer Notfall. Wenn eine schwangere oder kürzlich entbundene Person einen Krampfanfall erleidet, ruf sofort den Notruf. Schütze sie vor Verletzungen, lege etwas Weiches unter den Kopf, stecke nichts in den Mund und halte sie nicht gewaltsam fest. Bleib bei ihr, bis medizinische Hilfe eintrifft.
HELLP-Syndrom
Das HELLP-Syndrom ist eine schwere Komplikation. Die Abkürzung steht für Hämolyse, erhöhte Leberwerte und eine niedrige Thrombozytenzahl. Mögliche Beschwerden sind Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, allgemeines Unwohlsein oder Schulterschmerzen. Ein hoher Blutdruck muss nicht immer vorhanden sein. Die Diagnose erfolgt durch Blutuntersuchungen und erfordert eine schnelle medizinische Beurteilung. Zur Behandlung können Überwachung, Medikamente und eine vorzeitige Entbindung notwendig sein.
Nach der Geburt: Nachsorge und psychische Gesundheit
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Auch nach der Entbindung kann der Blutdruck erhöht bleiben oder sich die Erkrankung zunächst weiterentwickeln. Halte deshalb die Nachsorgetermine ein und lass Blutdruck sowie je nach Situation Blut- und Nierenwerte kontrollieren. Bei erneuten Kopfschmerzen, Sehstörungen, Oberbauchschmerzen oder starker Verschlechterung solltest du unverzüglich medizinische Hilfe suchen.
Nach einer Präeklampsie besteht langfristig ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch in einer späteren Schwangerschaft ist das Wiederholungsrisiko erhöht. Besprich vor einer erneuten Schwangerschaft deine persönliche Situation und mögliche Vorsorgemaßnahmen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung im passenden Umfang und der Verzicht auf Rauchen unterstützen die allgemeine Gesundheit, ersetzen aber keine medizinische Betreuung.
Die Erkrankung und eine mögliche Frühgeburt können psychisch stark belasten. Angst, depressive Stimmung, Schlafprobleme oder das Gefühl, das Erlebte nicht verarbeiten zu können, solltest du ernst nehmen. Gespräche mit vertrauten Menschen, einer Hebamme, einer Ärztin oder einem Arzt sowie psychotherapeutische Unterstützung können helfen.
Was du dir merken solltest
Präeklampsie lässt sich nicht immer verhindern, aber durch Vorsorge häufig früh erkennen. Nimm Blutdruck- und Urinkontrollen wahr und sprich neue oder ungewöhnliche Beschwerden sofort an. Verzichte auf eine eigenständige Behandlung mit Medikamenten, Aspirin, Magnesium oder pflanzlichen Mitteln. Bei Krampfanfällen oder schweren Warnzeichen gilt: sofort den Notruf wählen.
