Sarkome sind seltene bösartige Tumoren, die aus dem Stütz- und Bindegewebe entstehen. Dazu gehören unter anderem Knochen, Muskeln, Fettgewebe, Sehnen, Nerven und Blutgefäße. Sie können in jedem Alter auftreten. Weil ihre Beschwerden oft unspezifisch sind, ist es wichtig, auffällige oder anhaltende Veränderungen ärztlich abklären zu lassen.
Was ist ein Sarkom?
Sarkome unterscheiden sich von Karzinomen durch das Gewebe, aus dem sie entstehen. Karzinome entwickeln sich meist aus Epithelzellen, etwa in Haut oder Drüsen. Sarkome gehen dagegen aus dem Stütz- und Bindegewebe hervor und machen insgesamt nur einen kleinen Anteil der bösartigen Tumoren aus.
Zu den Sarkomen zählen verschiedene Tumorarten. Beispiele sind Osteosarkome und Ewing-Sarkome des Knochens sowie Weichgewebesarkome wie Liposarkome, Leiomyosarkome, Fibrosarkome und synoviale Sarkome. Gutartige Tumoren wachsen nicht in gleicher Weise in umliegendes Gewebe ein und bilden keine Metastasen. Bösartige Sarkome können dagegen in benachbartes Gewebe wachsen und sich über Blut- oder Lymphbahnen ausbreiten.
Sarkom: Welche Symptome sind möglich?
Die Beschwerden hängen vor allem davon ab, wo der Tumor liegt, wie groß er ist und welches Gewebe betroffen ist. Ein Sarkom verursacht anfangs nicht immer Schmerzen.
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Tastbarer Knoten: Ein neuer Knoten unter der Haut kann weich oder hart sein und muss nicht schmerzen. Nimmt er an Größe zu oder bleibt über mehrere Wochen bestehen, solltest du ihn ärztlich untersuchen lassen.
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Schwellung, Druckgefühl oder Schmerzen: Ein Tumor im Weichgewebe kann Schmerzen, eine Schwellung oder ein Druckgefühl verursachen. Je nach Lage kann auch die Beweglichkeit eingeschränkt sein.
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Knochenschmerzen: Bei Knochensarkomen können Schmerzen auftreten, die sich nachts oder bei Belastung verstärken. Auch eine Schwellung oder Bewegungseinschränkung ist möglich.
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Ungewöhnliche Knochenbrüche: In seltenen Fällen schwächt ein Tumor den Knochen so stark, dass er bereits bei geringer Belastung bricht.
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Weitere Beschwerden: Sarkome im Bauchraum können diffuse oder lokalisierte Bauchschmerzen auslösen. Unerklärlicher Gewichtsverlust, Müdigkeit und allgemeine Schwäche sind möglich, aber unspezifisch und kommen auch bei vielen anderen Erkrankungen vor.
Ein einzelnes dieser Symptome bedeutet nicht, dass ein Sarkom vorliegt. Neue, zunehmende oder anhaltende Beschwerden solltest du dennoch ärztlich abklären lassen.
Welche Ursachen und Risikofaktoren gibt es?
Bei den meisten Sarkomen lässt sich keine eindeutige Ursache feststellen. Bestimmte Faktoren können das Risiko erhöhen, bedeuten aber nicht, dass zwangsläufig ein Sarkom entsteht.
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Genetische Faktoren: Das Risiko ist bei bestimmten erblichen Syndromen wie Neurofibromatose Typ 1 oder dem Li-Fraumeni-Syndrom erhöht. Die meisten Sarkome entstehen jedoch nicht durch eine vererbte Genveränderung.
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Frühere Strahlentherapie: Eine Bestrahlung wegen einer früheren Krebserkrankung kann das Risiko für ein späteres Sarkom geringfügig erhöhen.
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Bestimmte Schadstoffe: Vinylchlorid wird mit Angiosarkomen der Leber in Verbindung gebracht. Auch Dioxine und bestimmte berufliche Belastungen werden als mögliche Risikofaktoren beschrieben.
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Viren und chronische Veränderungen: Das Humane Herpesvirus 8 (HHV-8) steht mit dem Kaposi-Sarkom in Verbindung, insbesondere bei geschwächtem Immunsystem. Chronische Lymphödeme können das Risiko für bestimmte Angiosarkome erhöhen.
Wie wird ein Sarkom diagnostiziert?
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Am Anfang stehen die Krankengeschichte und eine körperliche Untersuchung. Dabei achtet das ärztliche Team unter anderem auf Knoten, Schwellungen, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.
Bildgebende Verfahren zeigen, wo ein verdächtiger Befund liegt und wie weit er sich ausdehnt. Je nach Fragestellung kommen Röntgen, Ultraschall, MRT oder CT zum Einsatz. Bei Veränderungen am Knochen können außerdem eine Knochenszintigrafie oder eine PET-Untersuchung infrage kommen. Zur Suche nach Metastasen werden ebenfalls bildgebende Verfahren eingesetzt; häufig ist dabei besonders die Lunge relevant.
Eine Biopsie ist entscheidend, um die Diagnose zu sichern. Dabei entnimmt das ärztliche Team eine Gewebeprobe, die in der Pathologie untersucht wird. Möglich sind unter anderem Nadel-, Inzisions- oder in bestimmten Fällen Exzisionsbiopsien. Die Pathologie bestimmt den Tumortyp und beurteilt weitere Eigenschaften des Tumors. Molekulare Untersuchungen können zusätzliche Informationen liefern und bei der Auswahl einer passenden Therapie helfen.
Die Diagnose und Therapieplanung erfolgen möglichst in einem spezialisierten Sarkomboard. Dort beraten beispielsweise Chirurgie, Onkologie, Radiologie und Pathologie gemeinsam über das weitere Vorgehen.
Wie wird ein Sarkom behandelt?
Die Behandlung richtet sich nach Sarkomtyp, Größe und Lage des Tumors, Stadium, Ausbreitung und deinem allgemeinen Gesundheitszustand. Häufig werden mehrere Verfahren kombiniert.
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Operation: Wenn möglich, wird der Tumor vollständig mit einem Sicherheitsabstand entfernt. Bei Knochensarkomen kann häufig eine gliedmaßenerhaltende Operation mit Rekonstruktion oder Prothese durchgeführt werden.
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Chemotherapie: Medikamente wirken im gesamten Körper und werden je nach Sarkomtyp eingesetzt, etwa bei erhöhtem Metastasenrisiko oder bereits vorhandener Ausbreitung.
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Strahlentherapie: Sie kann vor oder nach einer Operation eingesetzt werden, um einen Tumor zu verkleinern oder das Risiko verbliebener Tumorzellen zu verringern. In bestimmten Situationen kommt sie auch anstelle einer Operation infrage.
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Zielgerichtete Therapien: Diese Medikamente richten sich gegen bestimmte molekulare Eigenschaften der Tumorzellen und sind nur bei passenden Tumormerkmalen geeignet.
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Immuntherapie: Sie unterstützt das Immunsystem dabei, Tumorzellen zu erkennen und anzugreifen. Ihr Einsatz hängt stark vom Sarkomtyp und der individuellen Situation ab.
Eine Behandlung vor der Operation wird als neoadjuvante Therapie bezeichnet. Sie kann beispielsweise Chemotherapie oder Strahlentherapie umfassen. Nach der Behandlung sind regelmäßige Kontrollen wichtig, um Rückfälle oder Metastasen frühzeitig zu erkennen. Rehabilitation, Physiotherapie und psychologische Unterstützung können helfen, körperliche und seelische Belastungen zu bewältigen.
Besonderheiten bei Kindern und Jugendlichen
Bei Kindern und Jugendlichen kommen unter anderem Osteosarkome, Ewing-Sarkome und Rhabdomyosarkome vor. Anhaltende Knochenschmerzen ohne erkennbare Verletzung, schnell wachsende Knoten oder Schwellungen, Bewegungseinschränkungen sowie unerklärliche Müdigkeit sollten ärztlich abgeklärt werden. Die Behandlung erfolgt in spezialisierten kinderonkologischen Teams. Mögliche Langzeitfolgen wie Wachstums- oder Fruchtbarkeitsstörungen machen eine langfristige Nachsorge besonders wichtig.
Prognose und Unterstützung
Die Prognose lässt sich nicht pauschal angeben. Entscheidend sind unter anderem Sarkomtyp, Tumorgröße, Lage, Aggressivität, Stadium, mögliche Metastasen, Vollständigkeit der Operation und das Ansprechen auf die Therapie. Früh erkannte, örtlich begrenzte Sarkome können häufig besser behandelt werden als weit fortgeschrittene Erkrankungen.
Eine Sarkomdiagnose belastet viele Betroffene und Angehörige. Krebsberatungsstellen, Selbsthilfegruppen, psychoonkologische Angebote und das behandelnde Team können bei medizinischen, sozialen und emotionalen Fragen unterstützen.
Alternative Methoden: Was solltest du beachten?
Akupunktur, pflanzliche Präparate, spezielle Diäten oder hoch dosierte Vitamine können eine medizinische Behandlung nicht ersetzen. Für viele alternative Verfahren ist die Wirksamkeit bei Sarkomen nicht ausreichend belegt. Außerdem sind Wechselwirkungen und Nebenwirkungen möglich. Sprich deshalb immer mit deinem behandelnden Team, bevor du solche Methoden zusätzlich einsetzt.
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Wenn du einen neuen oder zunehmenden Knoten, anhaltende Knochenschmerzen, eine ungeklärte Schwellung oder andere länger bestehende Beschwerden bemerkst, lass die Ursache ärztlich abklären. Nur eine Untersuchung mit Bildgebung und gegebenenfalls einer Biopsie kann klären, ob ein Sarkom vorliegt.
