Eine Steißbeinfistel, medizinisch Sinus pilonidalis genannt, besteht aus kleinen Gängen und Hohlräumen unter der Haut im Bereich des Steißbeins. Sie liegt meist am oberen Ende der Gesäßfalte. Manche Fisteln bleiben zunächst unauffällig, andere entzünden sich und verursachen innerhalb kurzer Zeit deutliche Beschwerden.
Steißbeinfistel: Symptome
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Eine Steißbeinfistel kann symptomlos sein. Typisch sind dann kleine Öffnungen in der Gesäßfalte, sogenannte Pits, die zufällig entdeckt werden. Bei einer Entzündung treten meist deutlichere Beschwerden auf:
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Schmerzen und Druckempfindlichkeit im Bereich des Steißbeins
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Rötung, Schwellung oder Verhärtung der Haut
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Austritt von klarer, trüber oder eitriger Flüssigkeit, manchmal mit Blutbeimengung
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Jucken oder Brennen bei einem länger bestehenden Verlauf
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Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl bei einer stärkeren Entzündung
Bei einer akuten Entzündung kann sich innerhalb weniger Tage ein schmerzhafter Abszess bilden. Eine chronische Steißbeinfistel verursacht dagegen oft wiederkehrenden Flüssigkeitsaustritt, eine leichte Schwellung oder Beschwerden beim Sitzen. Wenn du solche Veränderungen bemerkst, solltest du sie ärztlich untersuchen lassen.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genaue Entstehung ist nicht in jedem Fall eindeutig geklärt. Häufig wird angenommen, dass Haare durch Reibung und Druck in die Haut der Gesäßfalte eindringen. Der Körper kann darauf mit einer Entzündungsreaktion reagieren. Daraus können sich eine Zyste und Fistelgänge entwickeln. Deshalb wird die Erkrankung auch als „Haarnest“ bezeichnet.
Das Risiko kann unter anderem erhöht sein durch:
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stärkere oder dicke Behaarung im Bereich der Gesäßfalte
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langes Sitzen und wiederholten Druck auf die Region
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Übergewicht, stärkeres Schwitzen und ein feuchtes Hautmilieu
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enge oder scheuernde Kleidung
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eine tiefe Gesäßfalte oder andere anatomische Besonderheiten
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eine familiäre Häufung, die auf eine mögliche Veranlagung hindeuten kann
Eine Steißbeinfistel ist nicht einfach ein Zeichen mangelnder Hygiene. Eine milde, sorgfältige Reinigung und gründliches Trocknen können sinnvoll sein, aggressive oder übermäßige Reinigung kann die Haut dagegen reizen.
Wie wird eine Steißbeinfistel diagnostiziert?
Für die Diagnose reichen häufig die Krankengeschichte und eine körperliche Untersuchung aus. Die Ärztin oder der Arzt sieht sich die Gesäßfalte an und tastet die betroffene Stelle ab. Dabei wird unter anderem nach kleinen Hautöffnungen, Schwellungen, Verhärtungen und Entzündungszeichen gesucht.
Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT oder MRT sind nicht immer erforderlich. Sie können infrage kommen, wenn die Befunde unklar sind, das Ausmaß der Fistelgänge beurteilt werden soll oder andere Ursachen ausgeschlossen werden müssen. Ähnliche Beschwerden können beispielsweise durch einen Abszess anderer Ursache, ein Furunkel oder eine andere Zyste entstehen. Bei Beschwerden in der Nähe des Afters kann zusätzlich eine proktologische Untersuchung sinnvoll sein.
Behandlung der Steißbeinfistel
Welche Behandlung geeignet ist, hängt davon ab, ob eine Fistel Beschwerden verursacht, akut entzündet ist oder wiederholt auftritt. Eine beschwerdefreie Fistel kann zunächst ärztlich beobachtet werden. Lokale Hygiene und Verlaufskontrollen verhindern jedoch nicht zuverlässig, dass sie später Beschwerden verursacht. Eine bestehende Fistel heilt in der Regel nicht von selbst dauerhaft ab.
Behandlung eines Abszesses
Bei einem schmerzhaften Abszess wird die Eiteransammlung häufig durch einen kleinen Schnitt entlastet und drainiert. Das kann den Druck und die Schmerzen reduzieren. Die zugrunde liegenden Fistelgänge bleiben dabei jedoch bestehen und müssen gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt behandelt werden.
Operation und minimal-invasive Verfahren
Bei wiederkehrenden, chronischen oder deutlich symptomatischen Fisteln kann eine Operation notwendig sein. Dabei werden die Fistelgänge je nach Befund entfernt. Möglich sind unter anderem:
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Offene Wundheilung: Die Wunde bleibt offen und heilt von innen nach außen. Die Heilung dauert länger und erfordert eine konsequente Wundpflege.
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Direkter Wundverschluss: Die Wunde wird nach dem Eingriff vernäht. Ob diese Methode geeignet ist, hängt unter anderem von Lage und Ausmaß der Fistel ab.
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Lappenplastik: Bei größeren oder wiederkehrenden Fisteln kann umliegendes Gewebe zur Deckung der Wunde verwendet werden.
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Minimal-invasive Verfahren: Bei ausgewählten Fisteln kommen kleinere Eingriffe wie das Pit-Picking oder Verfahren mit Laserenergie infrage. Sie sind nicht für jeden Befund geeignet und können ebenfalls mit einem Rückfallrisiko verbunden sein.
Antibiotika können bei einer bakteriellen Entzündung ärztlich verordnet werden. Sie behandeln jedoch nicht die Fistelgänge selbst. Hausmittel, homöopathische Mittel oder Kräuteranwendungen ersetzen keine ärztliche Abklärung; ihre Wirksamkeit zur Beseitigung einer Steißbeinfistel ist nicht belegt.
Nachsorge und Wundheilung
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Nach einer Behandlung ist die richtige Wundpflege entscheidend. Halte dich an die Anweisungen des behandelnden Teams. Dazu können regelmäßige Verbandswechsel, das Sauber- und Trockenhalten der Wunde sowie Kontrolltermine gehören. Rötung, zunehmende Schwellung, stärkere Schmerzen, auffälliger Flüssigkeitsaustritt oder Fieber solltest du zeitnah mitteilen.
Direkt nach einer Operation kann es sinnvoll sein, Druck auf die Wunde und langes Sitzen zu vermeiden. Trage lockere Kleidung und steigere deine körperliche Aktivität erst nach ärztlicher Rücksprache. Wann du wieder Sport treiben kannst, hängt vom Eingriff und deinem Heilungsverlauf ab. Eine ausgewogene Ernährung und ausreichendes Trinken unterstützen den Körper während der Wundheilung, ersetzen aber keine Nachsorge.
Vorbeugung und Alltag
Nicht jeder Risikofaktor lässt sich beeinflussen. Du kannst die Region aber möglichst reizarm halten:
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Wasche die Gesäßfalte regelmäßig mit milden Produkten und trockne sie anschließend gründlich.
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Vermeide aggressive oder stark parfümierte Reinigungsprodukte.
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Trage lockere, atmungsaktive Kleidung und wechsle verschwitzte Kleidung.
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Unterbrich langes Sitzen regelmäßig und verändere deine Sitzposition.
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Achte auf ein für dich gesundes Körpergewicht, wenn Übergewicht eine Rolle spielt.
Bei Kindern und Jugendlichen sowie bei älteren Menschen gelten dieselben Grundsätze: Veränderungen am Steißbeinbereich sollten ärztlich beurteilt werden. Eine frühe Diagnose kann helfen, den Verlauf und die passende Behandlung besser einzuschätzen.
Wann solltest du zum Arzt?
Bei einer schmerzhaften Schwellung, Rötung, Verhärtung oder eitrigem Ausfluss solltest du einen Arzttermin vereinbaren. Fieber oder ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl können auf eine stärkere Entzündung hinweisen. Auch wiederkehrende Beschwerden, eine nicht heilende Öffnung oder Einschränkungen beim Sitzen gehören abgeklärt. Nur durch eine Untersuchung lässt sich feststellen, ob tatsächlich eine Steißbeinfistel vorliegt und welche Behandlung für dich geeignet ist.
