Wichtig: Eine Subarachnoidalblutung ist ein medizinischer Notfall. Wenn du plötzlich einen extrem starken, ungewohnten Kopfschmerz bekommst oder jemand entsprechende Symptome zeigt, wähle sofort 112. Warte nicht ab und fahre nicht selbst ins Krankenhaus.
Was ist eine Subarachnoidalblutung?
Bei einer Subarachnoidalblutung tritt Blut in den Raum zwischen dem Gehirn und den Hirnhäuten aus. Die Blutung kann das Gehirn schädigen, den Druck im Schädel erhöhen und weitere Komplikationen auslösen. Eine schnelle Untersuchung und Behandlung sind deshalb entscheidend.
Symptome: Diese Anzeichen sind typisch
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Das auffälligste Symptom ist häufig ein plötzlich einsetzender, sehr starker Kopfschmerz. Betroffene beschreiben ihn oft als den schlimmsten oder ungewöhnlichsten Kopfschmerz ihres Lebens. Weitere mögliche Anzeichen sind:
- steifer oder schmerzhafter Nacken
- Übelkeit und Erbrechen
- Sehstörungen, etwa verschwommenes Sehen oder Doppelbilder
- Verwirrtheit, Benommenheit oder starke Schläfrigkeit
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht
- Krampfanfälle
- neurologische Ausfälle, zum Beispiel Schwäche, Gefühlsstörungen oder Sprachprobleme
Die Symptome können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Auch wenn der Kopfschmerz nachlässt, muss ein möglicher Notfall sofort medizinisch abgeklärt werden.
Ursachen und Risikofaktoren
Die häufigste Ursache einer nicht durch eine Verletzung ausgelösten Subarachnoidalblutung ist ein geplatztes Aneurysma. Dabei handelt es sich um eine Ausbuchtung einer Hirnarterie, deren Gefäßwand reißen kann.
Weitere mögliche Ursachen sind schwere Kopfverletzungen, Blutgerinnungsstörungen und selten andere Erkrankungen oder Veränderungen an Gefäßen beziehungsweise im Gehirn. Zu den Faktoren, die das Risiko erhöhen können, gehören:
- Bluthochdruck
- Rauchen
- hoher Alkoholkonsum
- bestimmte Bindegewebs- oder Nierenerkrankungen
- eine familiäre Belastung mit Aneurysmen oder Subarachnoidalblutungen
- die Einnahme bestimmter Medikamente, die die Blutgerinnung beeinflussen
Alter und Geschlecht lassen sich nicht verändern. Wenn in deiner Familie Aneurysmen oder Subarachnoidalblutungen vorkommen, solltest du das ärztlich ansprechen. Ob eine Untersuchung sinnvoll ist, hängt von deiner persönlichen Situation ab.
Wie wird die Blutung diagnostiziert?
Im Krankenhaus fragt das Ärzteteam nach dem Beginn und Verlauf der Beschwerden, Vorerkrankungen und eingenommenen Medikamenten. Zusätzlich werden Bewusstsein, Reflexe, Kraft, Gefühl, Sprache und Augenbewegungen geprüft.
- CT: Eine Computertomografie ist häufig die erste bildgebende Untersuchung, weil sie schnell durchgeführt werden kann und Blutungen sichtbar macht.
- MRT: Eine Magnetresonanztomografie kann ergänzende Informationen liefern oder eingesetzt werden, wenn die Befunde im CT nicht eindeutig sind.
- Lumbalpunktion: Wenn der Verdacht trotz unauffälliger oder unklarer Bildgebung bestehen bleibt, kann die Untersuchung der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit weitere Hinweise geben.
- Gefäßdarstellung: Bei einer bestätigten Blutung wird meist nach der Blutungsquelle, etwa einem Aneurysma, gesucht. Dafür können spezielle bildgebende Verfahren erforderlich sein.
Behandlung der Subarachnoidalblutung
Die Behandlung erfolgt in der Regel in einer spezialisierten Klinik. Zunächst stabilisiert das Team wichtige Körperfunktionen, überwacht den neurologischen Zustand und behandelt unter anderem Schmerzen, Übelkeit sowie Blutdruck- und Druckprobleme nach medizinischer Notwendigkeit.
Wenn ein Aneurysma die Blutungsquelle ist, muss es möglichst rasch ausgeschaltet werden. Dafür kommen vor allem zwei Verfahren infrage:
- Coiling: Über einen Katheter werden feine Spiralen in das Aneurysma eingebracht. Sie sollen den Blutfluss in der Aussackung vermindern und sie verschließen.
- Clipping: Bei einer Operation wird ein Clip an der Basis des Aneurysmas angebracht, damit kein Blut mehr in die Aussackung fließt.
Welches Verfahren geeignet ist, hängt unter anderem von Lage und Form des Aneurysmas, dem Zustand der betroffenen Person und den Befunden der Gefäßuntersuchung ab. Bei Komplikationen können weitere Eingriffe notwendig werden. Medikamente werden individuell ausgewählt. Du solltest weder Blutverdünner noch andere Arzneimittel eigenständig beginnen, absetzen oder verändern.
Mögliche Komplikationen und Folgen
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Eine Subarachnoidalblutung kann erneut auftreten, wenn die Blutungsquelle nicht behandelt ist. Weitere mögliche Komplikationen sind ein erhöhter Druck im Schädel, Krampfanfälle, Durchblutungsstörungen des Gehirns und neurologische Ausfälle. Auch Infektionen können im Zusammenhang mit einer schweren Erkrankung oder einem Eingriff auftreten.
Nach der Akutphase bleiben bei manchen Betroffenen körperliche Einschränkungen, Müdigkeit, Gleichgewichtsprobleme oder Kopfschmerzen zurück. Ebenso können Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Konzentration und andere kognitive Fähigkeiten beeinträchtigt sein. Angst, depressive Beschwerden oder eine traumatische Belastung sind ebenfalls möglich.
Prognose, Rehabilitation und Nachsorge
Wie die Erkrankung ausgeht, hängt unter anderem von der Stärke und Ursache der Blutung, dem Zustand des Gehirns, möglichen Komplikationen und dem Beginn der Behandlung ab. Allgemeine Aussagen zur Heilung oder Überlebenswahrscheinlichkeit sind deshalb nicht auf jeden Menschen übertragbar.
Nach der Akutbehandlung kann eine Rehabilitation erforderlich sein. Physiotherapie unterstützt Kraft, Beweglichkeit und Koordination. Ergotherapie hilft bei alltäglichen Tätigkeiten. Bei Sprach- oder Schluckproblemen kann Logopädie eingesetzt werden; bei Gedächtnis- und Konzentrationsproblemen kommt eine kognitive Rehabilitation infrage. Auch psychologische Unterstützung oder eine Psychotherapie kann sinnvoll sein.
Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen dienen dazu, die Genesung zu verfolgen, die Blutgefäße zu kontrollieren und neue Beschwerden früh zu erkennen. Angehörige können bei Arztterminen, im Alltag und während der Rehabilitation unterstützen. Gleichzeitig sollten auch sie auf ihre eigene Belastung achten.
Risiko senken
Eine Subarachnoidalblutung lässt sich nicht immer verhindern. Du kannst beeinflussbare Risiken jedoch reduzieren:
- Blutdruck regelmäßig kontrollieren und erhöhten Blutdruck ärztlich behandeln lassen
- nicht rauchen oder Unterstützung bei der Raucherentwöhnung nutzen
- Alkoholkonsum begrenzen
- regelmäßig bewegen und auf eine ausgewogene Ernährung achten
- Vorerkrankungen und familiäre Belastungen mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen
Bei einem plötzlich einsetzenden, extrem starken Kopfschmerz, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfällen oder neuen neurologischen Ausfällen gilt: sofort 112 anrufen, die betroffene Person nicht allein lassen und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes Atmung und Bewusstsein beobachten.
