Gesundheitslexikon

Subduralhämatom: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

Subduralhämatom: Symptome, Ursachen und Behandlungen im Check

6 Min. Lesezeit
Kontrast
Schrift

Fakt: 87% sind nicht auf den med. Notfall vorbereitet!

Im Notfall zählt jede Sekunde. Mit deinem Nothilfepass hast du alle lebenswichtigen Daten griffbereit – ob Allergien, Medikamente oder Notkontakte. Erstelle jetzt kostenlos deinen digitalen Nothilfepass und gib dir und deinen Liebsten ein Stück mehr Sicherheit im Alltag! Mehr erfahren

Ein Subduralhämatom ist eine Blutansammlung zwischen der harten Hirnhaut und der Spinnwebenhaut. Meist entsteht sie nach einer Kopfverletzung, manchmal auch nach einem scheinbar leichten Sturz. Je nach Verlauf können die Beschwerden plötzlich auftreten oder sich über Wochen und Monate entwickeln.

Bei Bewusstseinsstörungen, einer plötzlich auftretenden Schwäche, Sprach- oder Sehstörungen, Krampfanfällen oder Bewusstlosigkeit musst du sofort den Notruf wählen. Auch nach einer zunächst harmlosen Kopfverletzung können sich Beschwerden verzögert zeigen.

Subduralhämatom: Symptome

Die Beschwerden hängen unter anderem davon ab, wie schnell die Blutung entsteht und wie stark sie auf das Gehirn drückt. Mögliche Anzeichen sind:

  • anhaltende oder zunehmende Kopfschmerzen und ein Druckgefühl im Kopf
  • Schwindel, Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen
  • verschwommenes Sehen oder Doppelbilder
  • Verwirrtheit, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
  • ungewöhnliche Müdigkeit, Benommenheit oder Bewusstseinsverlust
  • Sprachstörungen, Taubheitsgefühle, Schwäche oder Lähmungen, häufig auf einer Körperseite
  • epileptische Anfälle
  • auffällige Verhaltens- oder Wesensveränderungen, etwa Reizbarkeit, Aggressivität oder Apathie

Akute und chronische Verläufe

Bei einem akuten Subduralhämatom verschlechtert sich der Zustand oft innerhalb kurzer Zeit nach einer stärkeren Kopfverletzung. Starke Kopfschmerzen, zunehmende Verwirrtheit, neurologische Ausfälle oder Bewusstlosigkeit sind Warnzeichen. Ein chronisches Subduralhämatom entwickelt sich dagegen langsamer, oft über Wochen oder Monate. Schleichende Kopfschmerzen, Vergesslichkeit, Gangunsicherheit oder Wesensveränderungen können dann zunächst wie normale Alterserscheinungen wirken.

Wann ist ein Subduralhämatom ein Notfall?

Rufe sofort den Notruf, wenn nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf starke oder zunehmende Kopfschmerzen, Erbrechen, Verwirrtheit, eine Bewusstseinsveränderung, eine einseitige Schwäche, Sprach- oder Sehstörungen, ein Krampfanfall oder Bewusstlosigkeit auftreten. Das gilt besonders, wenn die betroffene Person Blutverdünner einnimmt.

Bis der Rettungsdienst eintrifft, solltest du die Person nicht allein lassen und Veränderungen von Bewusstsein und Atmung beobachten. Ist sie bewusstlos, atmet aber normal, kannst du sie in die stabile Seitenlage bringen. Bei fehlender oder nicht normaler Atmung musst du den Notruf wählen und den Anweisungen der Leitstelle folgen. Eine Person mit möglicher Wirbelsäulenverletzung solltest du möglichst nicht bewegen, außer es ist für die Atemwege oder die Wiederbelebung erforderlich.

Ursachen und Risikofaktoren

Häufig reißen nach einem Sturz, einem Schlag auf den Kopf oder einem Verkehrsunfall kleine Blutgefäße, insbesondere Brückenvenen. Das Blut sammelt sich zwischen den Hirnhäuten und kann Druck auf das Gehirn ausüben.

Mit zunehmendem Alter schrumpft das Gehirn teilweise, wodurch die Brückenvenen stärker gespannt und verletzlicher sein können. Deshalb kann bei älteren Menschen auch eine leichte Kopfverletzung ein chronisches Subduralhämatom auslösen. Zusätzliche Risikofaktoren sind:

  • häufige Stürze durch Gleichgewichts- oder Sehprobleme und Muskelschwäche
  • Gerinnungsstörungen oder Lebererkrankungen
  • blutverdünnende Medikamente wie Warfarin oder ASS sowie bestimmte weitere Medikamente
  • hoher oder regelmäßiger Alkoholkonsum, weil er die Sturzgefahr erhöhen und die Blutgerinnung beeinträchtigen kann
  • Sportarten und Berufe mit erhöhtem Risiko für Kopfverletzungen

Wenn du Blutverdünner einnimmst, darfst du die Behandlung nach einer Kopfverletzung nicht eigenständig verändern oder absetzen. Informiere die Ärztin, den Arzt oder den Rettungsdienst über alle eingenommenen Medikamente.

Diagnose

Bei Verdacht auf ein Subduralhämatom erfolgt zunächst eine körperliche und neurologische Untersuchung. Dabei werden unter anderem Bewusstsein, Reflexe, Kraft, Sprache, Sehen, Gedächtnis und Koordination geprüft. Außerdem fragt das medizinische Team nach dem Unfallhergang, bestehenden Erkrankungen und Medikamenten.

  • Computertomografie (CT): Sie ist schnell verfügbar und wird häufig eingesetzt, um eine Blutung im Schädel zu erkennen.
  • Magnetresonanztomografie (MRT): Sie kann zusätzliche Informationen liefern und insbesondere ältere oder schwer erkennbare Blutungen genauer darstellen.
  • Blutuntersuchungen: Sie können Hinweise auf Gerinnungsstörungen oder andere Risikofaktoren geben.

Je nach Beschwerden müssen auch andere Ursachen wie ein Schlaganfall oder ein Hirntumor ausgeschlossen werden. Die Wahl der Untersuchungen richtet sich nach der Dringlichkeit und deinem individuellen Zustand.

Behandlung eines Subduralhämatoms

Die Behandlung hängt von der Größe und Lage des Hämatoms, dem Druck auf das Gehirn, den Symptomen, dem zeitlichen Verlauf und deinem allgemeinen Gesundheitszustand ab.

Überwachung

Bei einem kleinen Hämatom ohne relevante Beschwerden kann eine engmaschige ärztliche Überwachung ausreichen. Dabei kontrolliert das Behandlungsteam deinen neurologischen Zustand und kann weitere CT- oder MRT-Untersuchungen veranlassen. Verschlechterungen müssen sofort gemeldet werden.

Operation

Wenn das Hämatom groß ist, Druck auf das Gehirn ausübt oder deutliche neurologische Beschwerden verursacht, kann eine Operation notwendig sein. Je nach Befund kommen unter anderem Bohrlochtrepanation oder Kraniotomie infrage. Dabei wird das angesammelte Blut entfernt; vorübergehend kann eine Drainage gelegt werden.

Medikamente können je nach Situation zur Behandlung von Schmerzen, Schwellungen oder Krampfanfällen eingesetzt werden. Welche Mittel geeignet sind, entscheidet das behandelnde Team. Alternative Verfahren wie Homöopathie oder Akupunktur ersetzen keine notwendige Diagnostik oder Behandlung.

Prognose, Nachsorge und Rehabilitation

Die Aussichten unterscheiden sich stark. Sie hängen unter anderem vom Alter, dem allgemeinen Gesundheitszustand, der Schwere der Kopfverletzung, dem Ausmaß der Blutung und der Geschwindigkeit der Behandlung ab. Ein chronisches Subduralhämatom kann einen günstigeren Verlauf nehmen, dennoch sind regelmäßige Kontrollen wichtig.

Nach der Behandlung können Kopfschmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen oder emotionale Veränderungen zurückbleiben. Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie können helfen, beeinträchtigte Fähigkeiten wiederzugewinnen. Auch Unterstützung im Alltag und psychologische Begleitung können sinnvoll sein. Halte die vereinbarten Nachsorgetermine ein und melde neue oder zunehmende Beschwerden sofort.

Vorbeugung

Nicht jedes Subduralhämatom lässt sich verhindern. Du kannst dein Risiko für Kopfverletzungen und Stürze jedoch senken:

  • Beseitige Stolperfallen, sorge für gute Beleuchtung und sichere Treppen.
  • Nutze bei Bedarf geeignete Gehhilfen und lass Seh- sowie Gleichgewichtsprobleme ärztlich abklären.
  • Trage beim Radfahren und bei Sportarten mit Kopfverletzungsrisiko einen passenden Helm.
  • Vermeide übermäßigen Alkoholkonsum.
  • Besprich Medikamente und Gerinnungsstörungen regelmäßig mit deinem Behandlungsteam.

Subduralhämatom bei älteren Menschen

Bei älteren Menschen können sich die Beschwerden besonders unauffällig entwickeln. Neue Gedächtnisprobleme, eine zunehmende Gangunsicherheit, ungewöhnliche Müdigkeit oder eine Wesensveränderung solltest du nicht automatisch dem Alter zuschreiben. Nach einem Sturz oder einer Kopfverletzung ist eine ärztliche Abklärung wichtig, auch wenn zunächst kaum Beschwerden bestehen.

Subduralhämatom und Alkohol

Subduralhämatom und Alkohol: Arzt in Besprechung mit einer jungen Frau

Alkohol kann die Koordination und das Urteilsvermögen beeinträchtigen und dadurch Stürze begünstigen. Bei regelmäßig hohem Konsum können außerdem Faktoren hinzukommen, die die Blutgerinnung oder die Erholung nach einer Verletzung beeinflussen. Wenn du deinen Alkoholkonsum nicht allein reduzieren kannst, hole dir ärztliche oder suchtmedizinische Unterstützung.

Wichtig auf einen Blick

Ein Subduralhämatom kann sich schnell oder schleichend entwickeln. Nach einer Kopfverletzung sind zunehmende Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle sowie Sprach-, Seh- oder Bewegungsstörungen dringende Warnzeichen. Die Diagnose erfolgt vor allem mit CT oder MRT. Je nach Befund reichen die Maßnahmen von engmaschiger Überwachung bis zu einer Operation. Bei akuten neurologischen Beschwerden gilt: sofort den Notruf wählen.

Arzt behandelt Subduralhämatom bei einer Frau

Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität: Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Eine Haftung ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen. Solltest du Fragen haben, schreib unserem Support.

Gesetzliche Krankenkasse

Vielleicht zahlst du zu viel - oder bekommst zu wenig.

Gesetzliche Krankenkasse

Wie groß sind die Unterschiede zwischen den Krankenkassen wirklich?

Tipp: Tarife ohne Gesundheitsfragen

Schnell abgesichert – auch mit Vorerkrankungen. Erfahre, welche Lösungen wirklich Sinn machen.

Befristete Aktionen

Sichere dir Mega-Rabatte, Sonderdeals und vieles mehr. Jetzt zuschlagen

Kostenlose Finanz-App

Starte jetzt mit der Finanzapp und behalte einen Überblick über deine Verträge.

Steven

Wendewerk Support