Die Element Insurance AG, ein Berliner Versicherungs-Startup, steht vor der Insolvenz. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat einen entsprechenden Antrag gestellt, was den Versicherungsschutz für rund 400.000 Kunden gefährdet. Betroffene sollten umgehend ihre Policen prüfen und sich nach Alternativen umsehen, da eine Regulierung von Schäden unsicher ist und die Verträge bald enden könnten.
Wichtige Punkte für Element-Versicherte
- Insolvenzantrag gestellt: Die BaFin hat einen Insolvenzantrag gegen Element Insurance eingereicht.
- Betroffene Kunden: Rund 400.000 Kunden könnten betroffen sein.
- Risiko bei Schäden: Die Regulierung von Schäden ist unsicher, Zahlungen könnten ausbleiben oder nur teilweise erfolgen.
- Handlungsbedarf: Kunden sollten dringend ihre Verträge prüfen und sich um neuen Versicherungsschutz bemühen.
- White-Label-Modell: Element agiert als White-Label-Versicherer, Verträge laufen oft über Partner.
Was bedeutet die Insolvenz für Kunden?
Die Insolvenz der Element Insurance AG birgt erhebliche Risiken für die Versicherten. Insbesondere bei neu aufgetretenen Schäden ist unklar, ob diese reguliert werden können. Da das Sicherungsvermögen möglicherweise nicht ausreicht, um alle Ansprüche zu decken, könnten Kunden im Ernstfall nur einen Teil ihrer Forderungen erhalten. Der Bund der Versicherten (BdV) rät dringend dazu, sich umgehend um einen neuen Versicherungsschutz bei einem anderen Anbieter zu bemühen, idealerweise mit einer vorläufigen Deckungszusage.
Nicht immer offensichtlich: Die Rolle der Partner
Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass Element oft als White-Label-Versicherer agiert. Das bedeutet, dass Verträge nicht immer direkt unter dem Namen Element Insurance abgeschlossen werden, sondern über Kooperationspartner. In diesen Fällen ist Element lediglich als Risikoträger in den Versicherungsbedingungen genannt. Zu diesen Partnern gehören unter anderem Auto Protect, asspario, Die Bayerische, direkt-AS, Friday, hepster, Manufaktur Augsburg, Panda und Schutzgarant. Kunden, die sich unsicher sind, ob sie von der Insolvenz betroffen sind, sollten daher ihre Versicherungsdokumente genau prüfen, um den tatsächlichen Risikoträger zu identifizieren.
Rettungsversuche und das Ende der Verträge
Der vorläufige Insolvenzverwalter prüft derzeit, ob die bestehenden Policen auf eine solvente Versicherungsgesellschaft übertragen werden können. Sollte dies nicht gelingen, werden die Versicherungsverträge voraussichtlich einen Monat nach der endgültigen Eröffnung des Insolvenzverfahrens enden, ohne dass eine gesonderte Kündigung erforderlich ist. Die Eröffnung des Verfahrens wird für Februar erwartet. Auch wenn Verträge enden, bleiben Kunden grundsätzlich zur Prämienzahlung verpflichtet, bis das Verhältnis beendet ist. Ein Teil der gezahlten Prämien könnte jedoch nach Vertragsende zurückgefordert werden, sofern dieser Teil auf die Zeit nach der Beendigung entfällt.
Was sollten Versicherte jetzt tun?
Element-Versicherte sollten nicht abwarten, sondern proaktiv handeln. Es wird empfohlen, sich schnellstmöglich um alternative Versicherungsangebote zu kümmern. Bei neuen Verträgen sollte auf eine Deckungszusage geachtet werden, um sicherzustellen, dass der Versicherungsschutz im Schadenfall ausreichend ist. Die Verbraucherzentralen raten, bei Haftpflichtversicherungen hohe Deckungssummen zu wählen, um im Ernstfall gut abgesichert zu sein.

