Die Stiftung Warentest hat in ihrer neuesten Untersuchung 209 Zahnzusatztarife unter die Lupe genommen und 111 davon mit der Bestnote „sehr gut“ ausgezeichnet. Angesichts steigender Kosten im zahnmedizinischen Bereich und der Tatsache, dass die gesetzlichen Krankenkassen nur noch einen Teil der Behandlungskosten übernehmen, rückt eine Zahnzusatzversicherung für viele Verbraucher in den Fokus.
Die wichtigsten Erkenntnisse des Tests
- 111 von 209 getesteten Tarifen erhielten die Bestnote „sehr gut“.
- Die Gewichtung der Testkriterien liegt bei Zahnersatz, wobei auch die Leistung für Implantate und Inlays eine wichtige Rolle spielt.
- Wartezeiten können zu einer Herabstufung des Testergebnisses führen.
- Monatsbeitrag, Annahmerichtlinien und Leistungen für Prophylaxe oder Füllungen fließen nicht direkt in die Bewertung ein, sind aber für Verbraucher entscheidend.
- Die Zahl der Testsieger steigt, was auf einen umkämpften Markt und eine hohe Nachfrage hindeutet.
Kriterien der Bewertung
Die Beurteilung der Zahnzusatztarife durch Finanztest konzentriert sich primär auf die Leistungen im Bereich Zahnersatz. Verschiedene Leistungsbestandteile werden dabei mit unterschiedlicher Gewichtung berücksichtigt: 10% für die Regelversorgung, 40% für privatärztliche Versorgung ohne Inlay und Implantat, jeweils 20% für Implantate und Inlays sowie 10% für Höchstgrenzen in den ersten sechs Jahren. Eine wichtige Rolle spielt auch die Wartezeit: Tarife, die für Zahnersatzmaßnahmen Wartezeiten vorsehen, werden negativ bewertet. Faktoren wie der monatliche Beitrag, Annahmerichtlinien oder Leistungen für Zahnvorsorge (PZR), Füllungen sowie Wurzel- oder Parodontosebehandlungen werden im Testurteil nicht berücksichtigt, sind aber für die individuelle Entscheidung des Verbrauchers oft ausschlaggebend.
Der Markt für Zahnzusatzversicherungen wächst
Die Anzahl der Tarife, die von Finanztest als „sehr gut“ eingestuft werden, nimmt stetig zu. Dies spiegelt die Dynamik des Marktes wider, in dem viele Versicherer neue oder überarbeitete Tarifgenerationen auf den Markt bringen. Unternehmen wie die Bayerische, Barmenia und DFV sind seit Jahren in der Spitzengruppe vertreten, doch auch Neulinge wie Astra Versicherung sowie überarbeitete Tarife von Württembergische, Gothaer, Ottonova und Signal Iduna konnten sich erfolgreich platzieren. Die starke Nachfrage nach Zahnzusatzversicherungen unterstreicht die Bedeutung dieses Produkts für die finanzielle Absicherung zahnmedizinischer Behandlungen.
Worauf Verbraucher achten sollten
Obwohl Testsieger eine gute Orientierung bieten, sind sie nicht automatisch die individuell beste Absicherung für jeden. Versicherungsexperten betonen die Wichtigkeit, die persönlichen Bedürfnisse des Kunden zu ermitteln. Der aktuelle Zahnzustand und die Annahmebedingungen, insbesondere bei bereits fehlenden Zähnen, sind oft entscheidende Kriterien. Auch der Preis spielt eine große Rolle, wobei viele Verbraucher preislich attraktivere Tarife mit einer Kostenübernahme von 90 Prozent bei Zahnersatz bevorzugen. Die monatlichen Beiträge für die Testsieger können stark variieren, abhängig von der Tarifkalkulation und den nicht bewerteten Zusatzleistungen wie Prophylaxe. Es ist ratsam, das Kleingedruckte genau zu prüfen, um unerwartete Kostenfallen zu vermeiden, wie beispielsweise Leistungsausschlüsse für bereits bekannte Zahnprobleme oder unklare Angaben zur Kostenübernahme bei Implantaten.

