Die Beiträge für die Wohngebäudeversicherung steigen weiter an. Hausbesitzer müssen sich auf höhere Kosten einstellen, da die Versicherer die Prämien an die gestiegenen Baupreise, Lohnkosten und zunehmende Extremwetterereignisse anpassen. Diese Anpassungen sind notwendig, um die Gebäude auch bei steigenden Wiederherstellungskosten adäquat zu versichern und Unterversicherungen zu vermeiden.
Wichtige Punkte im Überblick
- Die Beiträge zur Wohngebäudeversicherung steigen aufgrund verschiedener Faktoren.
- Der Anpassungsfaktor, der Baupreis- und Lohnkosten widerspiegelt, ist eine Hauptursache.
- Zunehmende Extremwetterereignisse und Leitungswasserschäden erhöhen die Schadenaufwendungen der Versicherer.
- Die Anpassungen dienen dem Schutz vor Unterversicherung und sichern die volle Deckung im Schadensfall.
- Kunden können der Beitragsanpassung widersprechen, riskieren aber eine Unterversicherung.
Gründe für steigende Prämien
Die jährlichen Beitragsanpassungen in der Wohngebäudeversicherung sind kein Ausdruck von Willkür der Versicherer, sondern basieren auf einem bewährten Mechanismus. Die Prämien werden an die Entwicklung der Baupreis- und Lohnkosten angepasst. Steigen diese, erhöhen sich auch die Versicherungsbeiträge. Der Anpassungsfaktor, der sich aus dem Baupreisindex und dem Tariflohnindex für das Baugewerbe zusammensetzt, war 2023 um 14,7 Prozent und 2024 um 7,5 Prozent gestiegen. Für 2025 wird ein Anpassungsfaktor von 26,51 erwartet, was zu einer moderateren Steigerung von rund 2,46 Prozent führen könnte. Dennoch nehmen viele Versicherer zusätzliche, unternehmensindividuelle Anpassungen vor, die in Einzelfällen zu Erhöhungen von bis zu 40 Prozent führen können.
Schutz vor Unterversicherung und steigende Schadenaufwendungen
Die jährlichen Anpassungen sind essenziell, um sicherzustellen, dass ein Gebäude jederzeit ausreichend versichert ist. Ohne diese Anpassung würde die Versicherungssumme aufgrund der Inflation schnell nicht mehr ausreichen, um einen Totalschaden abzudecken. Die meisten Gebäude sind daher zum gleitenden Neuwert versichert, was bedeutet, dass die Versicherungssumme sich automatisch an die aktuellen Baukosten anpasst. Dies schützt die Versicherungsnehmer vor Unterversicherung, auch in Zeiten hoher Inflation.
Neben den gestiegenen Baukosten belasten auch zunehmende Extremwetterereignisse wie Stürme und Starkregen die Versicherer. Allein im Jahr 2021 betrug der Schadenaufwand in der Wohngebäudeversicherung über 10 Milliarden Euro. Auch Leitungswasserschäden, oft verursacht durch Installationsfehler oder veraltete Leitungssysteme, tragen erheblich zu den Schadenaufwendungen bei und machen fast die Hälfte des gesamten Schadenaufwands aus.
Was bedeutet das für Hausbesitzer?
Die Beitragsanpassungen betreffen sowohl Neukunden als auch Bestandskunden gleichermaßen. Versicherte haben durch die Beitragsanpassung kein außerordentliches Kündigungsrecht, da mit der Erhöhung auch höhere Leistungen im Schadensfall verbunden sind. Ein Widerspruch gegen die Anpassung ist zwar möglich, führt jedoch dazu, dass das Gebäude nicht mehr zum gleitenden Neuwert versichert ist und somit die Gefahr einer Unterversicherung steigt. Hausbesitzer sollten ihre Versicherungspolicen regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls vergleichen, um Einsparpotenziale zu nutzen, beispielsweise durch die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung oder durch energetische Sanierungen am Gebäude.
Quellen
- Prämienanpassungen in der Wohngebäudeversicherung – das sind die Gründe, procontra.
- Teure Zeiten für Eigentümer: Gebäudeversicherung steigt 2026 deutlich, Immowelt.
- Wohngebäudeversicherung 2025: So passen Versicherer die Beiträge an – Vertrieb, Versicherungsbote.
- Anpassungsfaktor steigt 2024 um 7,5 Prozent, GDV Gesamtverband der Versicherer.
- Beitragsanpassungen bis zu 80 Prozent: Der Druck in der Gebäudeversicherung steigt, procontra.

