Vergleiche von Hausrat- und Haftpflichtversicherungen zeigen erhebliche Preisunterschiede zwischen traditionellen Anbietern und reinen Online-Versicherern. Je nach Anbieter und gewähltem Profil können die jährlichen Prämien für eine Kombiversicherung stark variieren, wobei Online-Angebote oft deutlich günstiger sind. Eine Haftpflichtversicherung wird als unverzichtbar erachtet, während eine Hausratversicherung je nach individuellem Bedarf und Wert des Hausrats geprüft werden sollte.
Wichtige Erkenntnisse
- Enorme Preisunterschiede: Die Prämien für Hausrat- und Haftpflichtversicherungen können sich je nach Anbieter um ein Vielfaches unterscheiden.
- Online vs. Traditionell: Online-Versicherer sind in der Regel deutlich günstiger als Anbieter mit persönlicher Beratung vor Ort.
- Haftpflicht ist ein Muss: Eine private Haftpflichtversicherung wird als essenziell angesehen, um hohe Schadenssummen abdecken zu können.
- Hausrat individuell prüfen: Die Notwendigkeit einer Hausratversicherung hängt vom Wert des eigenen Hausrats ab.
- Kleingedrucktes beachten: Wichtige Details wie die Versicherung von E-Bikes oder die Mitversicherung von Kindern sollten genau geprüft werden.
Preisunterschiede bei Kombiversicherungen
Ein Vergleich von Hausrat- und Haftpflichtversicherungen, durchgeführt von "Kassensturz" und dem Versicherungszentrum (VZ), offenbart signifikante Preisunterschiede. Für ein Paar mit eigenem Haus und einem Hausrat von 220.000 Franken zahlten die teuersten Anbieter wie Axa und Zurich über 700 Franken pro Jahr für die Kombiversicherung. Demgegenüber stand der Online-Anbieter Smile direct mit knapp 370 Franken Jahresprämie als Testsieger. Ähnlich verhält es sich beim Profil eines Single-Haushalts in einer Mietwohnung: Hier kostete die Versicherung bei Zurich und Mobiliar fast 350 Franken, während Baloise mit 192 Franken am günstigsten war.
Warum sind Online-Angebote günstiger?
Die Preisdifferenzen lassen sich durch die unterschiedlichen Geschäftsmodelle erklären. Traditionelle Versicherer bieten oft persönliche Beratung vor Ort und direkten Ansprechpartner im Schadenfall, was höhere Kosten verursacht. Online-Anbieter verzichten auf diese persönlichen Strukturen und wickeln die Prozesse digital ab, was zu niedrigeren Prämien führt.
Brauche ich beides? Haftpflicht ja, Hausrat überdenken
Eine Haftpflichtversicherung wird von Experten als unverzichtbar eingestuft. Sie deckt Schäden ab, die das eigene Vermögen übersteigen könnten, wie beispielsweise bei einem schweren Verkehrsunfall mit dem Fahrrad oder E-Scooter. Eine Hausratversicherung ist hingegen nicht für jeden zwingend notwendig. Personen mit geringem Hausrat, wie z.B. Studenten mit gebrauchten Möbeln, könnten darauf verzichten oder nur bestimmte Wertgegenstände separat versichern.
Das Kleingedruckte ist entscheidend
Bei Versicherungsverträgen ist es unerlässlich, das Kleingedruckte zu lesen. Bestimmte Gegenstände oder Situationen sind möglicherweise nicht oder nur eingeschränkt versichert. Dazu gehören beispielsweise E-Bikes (insbesondere solche mit hoher Unterstützung), Schäden durch Kleintiere bei manchen Anbietern, oder die Mitversicherung von Kindern nach Erreichen der Volljährigkeit oder Abschluss der Ausbildung. Auch Schäden in Ferienwohnungen oder durch private Drohnen können ausgeschlossen sein. Bei teuren Gegenständen über 2.000 Euro ist oft eine separate Meldung und Zusatzversicherung nötig, was bei manchen Online-Angeboten umständlich sein kann. Ebenso ist darauf zu achten, ob grob fahrlässig verursachte Schäden abgedeckt sind.
Quellen
- Hausrat und Haftpflicht – Enorme Preisunterschiede bei Haushaltsversicherungen – Kassensturz Espresso, Schweizer Radio und Fernsehen.
- Hausrat- und Privathaftpflichtschutz: Was taugt die neue Kombiversicherung von Lemonade?, Stiftung Warentest.
- Hausratversicherungen im Test: Teure Verträge kosten viermal so viel, nTV.

