Angesichts steigender Zusatzbeiträge bei gesetzlichen Krankenkassen wird ein Wechsel für viele Versicherte attraktiv. Die Entscheidung für eine neue Krankenkasse kann nicht nur finanzielle Vorteile bringen, sondern auch Zugang zu besseren Zusatzleistungen ermöglichen, ohne dass die grundlegende Absicherung leidet. Die gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen sind bei allen Kassen gleich, Unterschiede zeigen sich jedoch in zusätzlichen Angeboten.
Wann ist ein Wechsel möglich?
Grundsätzlich gilt eine Bindungsfrist von 12 Monaten bei Ihrer aktuellen Krankenkasse. Nach Ablauf dieser Frist können Sie jederzeit mit einer Kündigungsfrist von zwei Monaten zum Monatsende wechseln. Eine Ausnahme besteht, wenn Ihre Krankenkasse den Zusatzbeitrag erhöht. In diesem Fall haben Sie ein Sonderkündigungsrecht und können vorzeitig wechseln, oft bis zum Ende des Monats, in dem die Erhöhung wirksam wird. Auch bei einem Arbeitgeberwechsel oder Änderungen Ihres Versicherungsstatus (z.B. Ende einer Pflichtmitgliedschaft) können Sie unter Umständen sofort die Kasse wechseln.
Der Wechselprozess Schritt für Schritt
- Vergleich durchführen: Informieren Sie sich über die Zusatzbeiträge und Leistungen verschiedener Krankenkassen. Vergleichsportale können hierbei helfen.
- Neue Kasse auswählen: Achten Sie neben dem Beitragssatz auch auf Zusatzleistungen wie Bonusprogramme, digitale Services oder spezielle Angebote (z.B. für Impfungen, Osteopathie).
- Antrag stellen: Melden Sie sich bei Ihrer Wunschkasse an. Die neue Kasse kümmert sich in der Regel um die Kündigung bei Ihrer alten Kasse. Informieren Sie zudem Ihren Arbeitgeber über den Wechsel.
- Fristen beachten: Halten Sie die Kündigungsfristen ein, insbesondere die zweimonatige Frist zum Monatsende oder die Sonderkündigungsfristen bei Beitragserhöhungen.
Worauf Sie bei der Wahl achten sollten
Die Wahl der richtigen Krankenkasse hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen ab. Neben dem Beitragssatz sind Zusatzleistungen wie Zuschüsse für Zahnersatz, Homöopathie, Impfungen oder Bonusprogramme für sportliche Aktivitäten und Vorsorgeuntersuchungen wichtige Kriterien. Auch digitale Angebote wie Apps oder die elektronische Patientenakte können eine Rolle spielen. Bedenken Sie, dass nach einem Wechsel weniger Beiträge steuerlich geltend gemacht werden können, was die tatsächliche Ersparnis leicht reduzieren kann.
Was passiert mit laufenden Behandlungen?
Gesetzlich geregelte Leistungen werden von allen Kassen übernommen. Bei Leistungen, die einer Genehmigung bedürfen (z.B. Psychotherapie, Rehasport), müssen Sie bei der neuen Kasse einen neuen Antrag stellen, falls die Behandlung noch nicht begonnen hat. Bereits begonnene, genehmigte Behandlungen werden in der Regel von der neuen Kasse weitergeführt. Hilfsmittel wie Rollstühle müssen Sie eventuell zurückgeben und erhalten von der neuen Kasse einen gleichwertigen Ersatz. Bei Medikamenten können andere Produkte möglich sein, die aber grundsätzlich gleichwertig sind.
Quellen
- Gesetzliche Krankenversicherung: Wie Sie sparen, wenn Sie die GKV wechseln, Handelsblatt.
- Krankenkasse wechseln: In vier Schritten zur neuen Kasse, Stiftung Warentest.
- Krankenkasse wechseln – So einfach geht das, Verbraucherzentrale Niedersachsen.
- Krankenkasse wechseln: So spart Ihr & bleibt gut versichert, Radio WMW.
- Gesetzliche Krankenkasse wechseln Lohnt es sich, die Krankenkasse zu wechseln?, bayern 3.

