Die private Krankenversicherung (PKV) bietet eine Alternative zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), insbesondere für Selbstständige und Gutverdiener. Sie zeichnet sich durch einkommensunabhängige Beiträge und individuell anpassbare Leistungen aus. Allerdings sind die Beiträge nicht statisch und können im Alter steigen, was eine sorgfältige Planung erfordert.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Beiträge in der PKV sind nicht vom Einkommen abhängig, sondern basieren auf Tarif, Alter und Gesundheitszustand.
- Selbstständige haben die freie Wahl zwischen GKV und PKV, unabhängig von ihrem Einkommen.
- Vorsorgemechanismen wie Alterungsrückstellungen helfen, die Beiträge im Alter stabil zu halten.
- Bei einem Tarifwechsel innerhalb der PKV können Risikozuschläge vermieden werden, indem auf Mehrleistungen verzichtet wird.
- Die Rückkehr in die GKV aus der PKV ist in der Regel schwierig oder unmöglich.
Kosten und Beitragsentwicklung in der PKV
Anders als in der GKV sind die Beiträge in der PKV nicht an das Einkommen gekoppelt. Stattdessen richten sie sich nach dem gewählten Tarif, dem Eintrittsalter und dem Gesundheitszustand des Versicherten. Um die Beiträge im Alter stabil zu halten, werden von Anfang an Alterungsrückstellungen gebildet. Diese Vorsorgekapitalien dämpfen Beitragserhöhungen im Alter. Im Jahr 2024 lag der durchschnittliche monatliche Beitrag für Erwachsene ohne Beihilfeanspruch bei 559 Euro. Selbst in höheren Altersstufen blieben die Durchschnittsbeiträge meist deutlich unter 650 Euro. Für Beamte mit Beihilfeanspruch sind die Beiträge mit durchschnittlich 239 Euro monatlich deutlich geringer, da die Beihilfe des Dienstherrn einen Großteil der Kosten abdeckt.
Vorteile und Nachteile für Selbstständige
Selbstständige und Freiberufler haben die Wahlfreiheit, sich entweder freiwillig gesetzlich oder privat zu versichern. Die PKV bietet oft überlegene Leistungen und individuell gestaltbare Tarife. Ein wesentlicher Unterschied zur GKV ist jedoch, dass es in der PKV keine kostenfreie Familienversicherung gibt; jedes Familienmitglied benötigt einen eigenen Vertrag. Zudem ist eine Rückkehr in die GKV aus der PKV meist nicht mehr möglich. Bei der Wahl eines Tarifs ist Vorsicht bei sehr günstigen Angeboten geboten, da diese oft mit eingeschränkten Leistungen einhergehen. Vorerkrankungen können zu Risikozuschlägen führen oder sogar zur Ablehnung des Antrags.
Tarifwechsel und Vorsorge
Bei steigenden Beiträgen innerhalb der PKV gibt es die Möglichkeit eines Tarifwechsels. Dabei können Versicherte durch den Verzicht auf Mehrleistungen Risikozuschläge vermeiden. Es ist ratsam, zunächst die Gesundheitsprüfung abzuwarten und gegebenenfalls nachzuverhandeln. Langfristig sollten Privatversicherte die Altersvorsorge im Blick behalten, da die Beiträge im Alter steigen können. Wer im Alter voraussichtlich nur über geringe Einkünfte verfügt, könnte in der GKV besser aufgehoben sein, da dort die Beiträge einkommensabhängig sind.
Vergleich der PKV-Angebote
Bei der Auswahl der besten privaten Krankenversicherung für Selbstständige werden verschiedene Schutzstufen unterschieden: Basisschutz (vergleichbar mit GKV), Komfortschutz (z.B. Zweibettzimmer, höhere Zahnersatzkosten-Erstattung) und Premiumschutz (z.B. Einbettzimmer, freie Arztwahl). Laut Vergleichen der Ratingagentur Franke und Bornberg für das Handelsblatt und die WirtschaftsWoche bieten Anbieter wie die Bayerische Beamtenkrankenkasse AG (Premiumschutz) und die Arag Krankenversicherungs-AG (Komfortschutz) Top-Tarife an. Die Beiträge variieren stark je nach gewähltem Leistungsumfang und individuellen Faktoren.
Quellen
- So hoch sind die Beiträge im Al, Verband der Privaten Krankenversicherung e.V..
- Private Krankenversicherung Tarif wechseln: So entkommen Sie steigenden Beiträgen, Stiftung Warentest.
- WirtschaftsWoche, WirtschaftsWoche.
- Die beste private Krankenversicherung für Selbstständige 2025, WirtschaftsWoche.
- Die beste private Krankenversicherung für Selbstständige 2026, Handelsblatt.
