Nach einer Welle von Einbrüchen in Bankschließfächer in Nordrhein-Westfalen stellen sich viele Kunden die Frage nach der Sicherheit ihrer Wertgegenstände. Die jüngsten Vorfälle haben die Debatte über die beste Aufbewahrung von Bargeld, Schmuck und anderen Wertsachen neu entfacht und verdeutlichen die Notwendigkeit, bestehende Sicherungsmaßnahmen zu überprüfen.
Wichtige Überlegungen und Handlungsoptionen
- Dokumentieren Sie den Inhalt Ihres Schließfachs sorgfältig.
- Prüfen Sie die Versicherungssummen und -bedingungen Ihrer Bank.
- Erwägen Sie alternative Aufbewahrungsorte oder zusätzliche Versicherungen.
- Lagern Sie Wertsachen niemals unverschlossen zu Hause.
Den Inhalt des Schließfachs dokumentieren
Angesichts der jüngsten Einbrüche ist es ratsam, den Inhalt Ihres Schließfachs gründlich zu dokumentieren. Fotos, Quittungen oder Gutachten können im Verlustfall als Nachweis für die enthaltenen Werte dienen. Dies ist ein wichtiger erster Schritt, um im Schadensfall Ihre Ansprüche geltend machen zu können.
Versicherungsschutz und Sicherungsgrenzen
Viele Kunden sind sich nicht bewusst, dass der Inhalt eines Bankschließfachs nicht automatisch unbegrenzt versichert ist. Es ist unerlässlich, bei Ihrer Bank nachzufragen oder die Vertragsunterlagen zu prüfen, um die genauen Versicherungssummen und -bedingungen zu erfahren. Übersteigen die Werte im Schließfach die bestehende Versicherungssumme, sollten Sie über alternative Lösungen nachdenken.
Mögliche Optionen sind:
- Anmietung eines zusätzlichen Schließfachs zur Aufteilung des Inhalts.
- Einzahlung von Bargeld auf ein Girokonto.
- Erhöhung der Versicherungssumme bei Ihrer Bank.
- Abschluss einer separaten Schließfachversicherung.
- Erweiterung Ihrer bestehenden Hausratversicherung, um die Schließfachinhalte abzudecken.
Alternative Aufbewahrungsorte: Tresore zu Hause
Das Leeren des Schließfachs und die Aufbewahrung von Wertsachen zu Hause ist oft keine sichere Alternative. Selbst mit einer Hausratversicherung gelten in der Regel Entschädigungsgrenzen, insbesondere für Bargeld, die oft zwischen 500 und 3.500 Euro liegen. Für Schmuck, Gold oder Edelsteine können die Grenzen höher sein, aber dennoch begrenzt.
Ein zertifizierter Tresor zu Hause kann eine sicherere Option sein. Wichtig ist hierbei, dass der Tresor bestimmten Anforderungen genügt, wie z.B. der festen Verankerung in Wand oder Boden. Die genauen Sicherheitsvorgaben und der Versicherungsschutz für den Inhalt eines Tresors sollten immer mit dem Versicherer geklärt werden.
Arten von Tresoren und Sicherheitsstufen
Für die Aufbewahrung zu Hause gibt es verschiedene Tresortypen:
- Wandtresore: Ideal für Hausbesitzer, da sie fest in die Wand integriert werden und besonders sicher sind. Die Installation kann jedoch aufwendig sein.
- Möbeltresore: Eine praktischere Lösung für Mietwohnungen, die oft in Schränken verschraubt werden. Sie sind einfacher zu installieren und kostengünstiger.
- Freistehende Tresore: Eher für gewerbliche Zwecke geeignet, da sie ein hohes Gewicht haben müssen, um Diebstahl zu verhindern.
Bei der Wahl des Verschluss-Systems sind elektronische Zahlencodes in der Regel sicherer als mechanische Kombinationen oder Schlüsselschlösser. Die benötigte Sicherheitsstufe des Tresors hängt vom Wert der aufzubewahrenden Gegenstände ab. Für versicherte Summen von 40.000 bis 80.000 Euro ist beispielsweise oft die Sicherheitsstufe B erforderlich.
Quellen
- Schließfach leeren? Warum das oft nicht die beste Option ist, Traunsteiner Tagblatt.
- Schließfach leeren? Warum das oft nicht die beste Option ist, Saarbrücker Zeitung.
- Schließfach oder Tresor: Wo Erspartes wirklich sicher ist, Aachener Zeitung.
