Die Beiträge in der privaten Krankenversicherung (PKV) steigen erneut spürbar an. Für viele Versicherte bedeutet dies eine erhebliche finanzielle Belastung, die bis an die Grenze der Bezahlbarkeit reicht. Insbesondere ältere und einkommensschwächere Privatversicherte geraten unter Druck, da ein Wechsel in die gesetzliche Krankenkasse oft nicht mehr möglich ist.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Beiträge in der PKV steigen für einen Großteil der Versicherten, teilweise um zweistellige Prozentwerte.
- Ältere und einkommensschwache Privatversicherte sind besonders stark betroffen.
- Ein Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung ist für viele keine Option mehr.
- Die Hauptursachen für die Erhöhungen liegen in gestiegenen Gesundheitskosten und der Finanzierung von Alterungsrückstellungen.
Steigende Beiträge belasten Privatversicherte
Zum Jahreswechsel und auch im weiteren Verlauf des Jahres sehen sich viele privat Versicherte mit deutlichen Beitragserhöhungen konfrontiert. Einige Versicherer, darunter auch große Anbieter wie die DKV, haben ihre Tarife angepasst. Die Steigerungen können erheblich sein, mit Berichten über Erhöhungen von bis zu 119 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Während der PKV-Verband von durchschnittlichen Anstiegen von rund 13 Prozent spricht, zeigen Einzelfälle, dass die tatsächlichen Erhöhungen für viele Versicherte weit darüber liegen und kaum noch zu stemmen sind.
Ursachen für die Beitragserhöhungen
Die Hauptgründe für die steigenden Beiträge liegen laut Branchenverbänden in den stark gestiegenen Kosten im Gesundheitswesen. Dazu zählen höhere Ausgaben für Krankenhausleistungen, Arzneimittel, Heilmittel und ambulante Arztbehandlungen. Ein signifikanter Teil der Beiträge fließt zudem in die sogenannten Alterungsrückstellungen, die dazu dienen, die höheren Krankheitskosten im Alter der Versicherten zu finanzieren. Gesetzliche Vorgaben und gestiegene Personalkosten im Gesundheitswesen tragen ebenfalls zu den Kostensteigerungen bei.
Kaum Auswege für Betroffene
Für viele Privatversicherte ist ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) keine realistische Option. Altersgrenzen und die fehlende Möglichkeit, bereits eingezahlte Alterungsrückstellungen mitzunehmen, erschweren oder verunmöglichen einen solchen Schritt. Dies führt dazu, dass Versicherte, deren Einkommen sinkt oder die im Rentenalter sind, oft gezwungen sind, erhebliche Teile ihrer Rente oder ihres Einkommens für die Krankenversicherung aufzuwenden. In extremen Fällen können sich Versicherte die Beiträge nicht mehr leisten und werden zu sogenannten Nullzahlern, was den Verlust des Versicherungsschutzes zur Folge hat, außer in medizinischen Notfällen.
Handlungsmöglichkeiten und Ratschläge
Angesichts der Beitragserhöhungen raten Verbraucherschützer dazu, die Erhöhungsschreiben sorgfältig zu prüfen. Ein Wechsel in einen günstigeren Tarif innerhalb der eigenen Versicherung kann eine Möglichkeit sein, die Kosten zu senken, geht aber oft mit Leistungseinschränkungen einher. Ein Wechsel zu einem anderen Versicherer ist unter Umständen möglich, erfordert jedoch eine erneute Gesundheitsprüfung und kann zum Verlust von Alterungsrückstellungen führen. Unabhängige Beratung wird empfohlen, um langfristig nachteilige Entscheidungen zu vermeiden. Es wird auch vor unseriösen Dienstleistern gewarnt, die hohe Gebühren für vermeintliche Lösungen verlangen, die sich als unwirksam erweisen.
Quellen
- „Nicht mehr bezahlbar“: Private Krankenversicherung wird für viele Versicherte zur Belastung, Neue Westfälische.
- Beitragserhöhung bei Krankenkassen: Privatpatienten in Geldnot, NDR.de.
- Hohe Beitragssprünge in der privaten Krankenversicherung – sind Sie auch betroffen?, Verbraucherzentrale Hamburg.
- Privatversicherte müssen tiefer in die Tasche greifen, Handelsblatt.
- Jedes Jahr aufs Neue: Beitragserhöhung in der Privaten Krankenversicherung, Verbraucherzentrale Hessen.

