Die Wohngebäudeversicherung steht unter Druck: Steigende Kosten durch Extremwetterereignisse und Inflation führen zu deutlichen Prämiensteigerungen. Versicherer suchen nach Wegen, profitabel zu bleiben, während Hausbesitzer nach Sparmöglichkeiten Ausschau halten. Experten betonen die Notwendigkeit langfristiger Strategien jenseits reiner Beitragsanpassungen.
Key Takeaways
- Die steigenden Kosten in der Wohngebäudeversicherung sind ein langfristiger Trend, bedingt durch zunehmende Naturkatastrophen.
- Versicherer müssen differenzierte Preisstrategien und innovative Produktdesigns entwickeln, um profitabel zu bleiben.
- Hausbesitzer können durch Anbieterwechsel und gezielte Präventionsmaßnahmen Kosten senken.
- Nachhaltigkeit und Klimaanpassung spielen eine immer wichtigere Rolle für die Zukunftsfähigkeit der Branche.
Ursachen für steigende Prämien
Die Versicherungsbranche sieht sich mit einer Zunahme von Extremwetterereignissen konfrontiert, die zu erheblichen Schäden führen. Das Sturmtief Bernd im Juli 2021 und die Flut im Ahrtal sind nur zwei Beispiele für die steigenden Kosten. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rechnet für 2024 mit mindestens 7 Milliarden Euro an Naturgefahrenschäden. Hinzu kommen allgemeine Kostensteigerungen durch Inflation, gestiegene Handwerker- und Materialkosten.
Strategien für Versicherer
Um die Profitabilität zu sichern, sind für Versicherer mehr als nur kurzfristige Preisanpassungen notwendig. Eine differenzierte Beitragsanpassung, die das Stornorisiko minimiert, ist entscheidend. Darüber hinaus sind innovative Produktdesigns gefragt, die auf die unterschiedlichen Zahlungsbereitschaften und Risikopräferenzen der Kunden eingehen. Ein Omnichannel-Ansatz und einfache Entscheidungsmöglichkeiten für den Kunden sind hierbei wichtig. Die Fokussierung auf den Wert des Produkts statt auf den reinen Preis durch wertorientierte Kundensegmentierung und gezielte Verkaufsstrategien kann ebenfalls zur Verbesserung der Profitabilität beitragen.
Sparmöglichkeiten für Hausbesitzer
Hauseigentümer sollten sich auf weitere Preissteigerungen einstellen. Eine naheliegende Lösung ist der Wechsel zu einem günstigeren Anbieter, auch wenn dies aufgrund branchenweiter Erhöhungen nicht immer einfach ist. Ein Vergleich lohnt sich dennoch, da erhebliche Preisunterschiede bestehen können. Darüber hinaus gewinnen präventive Maßnahmen zur Schadensvermeidung an Bedeutung. Dies umfasst klimaangepasstes Bauen, energetische Sanierungen und die Reduzierung von Flächenversiegelung, um das individuelle Elementarrisiko zu minimieren.
Die Rolle von Nachhaltigkeit und Klimaanpassung
Angesichts der zunehmenden Extremwetterereignisse warnen Experten davor, dass bestimmte Risiken regional künftig nicht mehr versicherbar sein könnten. Eine verstärkte Fokussierung auf private Risikoprävention, Klimafolgenanpassung im Baurecht und klimaangepasstes Bauen sind daher unerlässlich. Versicherer sollten verstärkt in Schadenprävention und aktives Schadenmanagement investieren, anstatt nur auf Schäden zu reagieren. Auch die Berücksichtigung von ESG-Kriterien und die Förderung nachhaltiger Sanierungsmaßnahmen können langfristig zur Stabilisierung der Tarife beitragen.
Quellen
- Wohngebäudeversicherung: Beiträge erhöhen, aber clever, das investment.
- Steigende Prämien – so können Hauseigentümer sparen, Handelsblatt.
- Gegen den Kostendruck: Versicherungsprämien könnten ansteigen, Handelsblatt.
- Wohngebäudeversicherung: „Ich bin erstaunt über den fehlenden Weitblick“ – Praxis, Versicherungsbote.
- So sichert die Assekuranz die Profitabilität in der Wohngebäude- und Kfz-Versicherung, http://www.cash-online.de/.

