Angesichts der Tatsache, dass viele Menschen sich keine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) leisten können oder aufgrund von Vorerkrankungen keinen guten Vertrag erhalten, rücken alternative und ergänzende Versicherungsoptionen in den Fokus. Diese bieten zwar oft einen lückenhafteren Schutz als eine BU, sind aber besser als gar keine Absicherung. Frühzeitiger Abschluss ist entscheidend, um von besseren Konditionen zu profitieren.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist die erste Wahl, aber nicht für jeden zugänglich oder bezahlbar.
- Alternativen wie Erwerbsunfähigkeits-, Grundfähigkeits-, Dread-Disease-, Funktionsinvaliditäts- und private Unfallversicherungen bieten spezifische Absicherungen.
- Die Wahl der richtigen Versicherung hängt von individuellen Risiken, gesundheitlichem Zustand und finanziellen Möglichkeiten ab.
- Eine sorgfältige Prüfung der Vertragsbedingungen und Gesundheitsfragen ist unerlässlich.
Berufsunfähigkeitsversicherung: Der Goldstandard
Die BU versichert das Risiko, den zuletzt ausgeübten Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben zu können. Sie zahlt eine monatliche Rente, wenn eine Arbeitsunfähigkeit von voraussichtlich mindestens sechs Monaten vorliegt. Die Kosten variieren stark je nach Beruf, Rentenhöhe und Laufzeit. Für junge Menschen sind die Beiträge oft günstiger.
Erwerbsunfähigkeitsversicherung: Breiterer Schutz, höhere Hürden
Diese Versicherung greift, wenn jemand kaum noch einer Erwerbstätigkeit nachgehen kann, unabhängig vom spezifischen Beruf. Die Leistungsvoraussetzungen sind höher als bei der BU, dafür sind die Beiträge oft günstiger. Manche Verträge lassen sich später in eine BU umwandeln.
Grundfähigkeitsversicherung: Absicherung spezifischer Fähigkeiten
Sie leistet, wenn grundlegende Fähigkeiten wie Gehen, Sehen oder die Nutzung der Hände verloren gehen. Dies kann auch dann der Fall sein, wenn der Beruf noch ausgeübt werden kann. Sie ist eine Option für Personen, die keine BU bekommen können oder sich diese nicht leisten wollen.
Dread-Disease-Versicherung: Schutz bei schweren Krankheiten
Diese Versicherung zahlt eine Einmalzahlung bei Diagnose bestimmter schwerer Krankheiten wie Herzinfarkt oder Krebs. Sie ist eine Option für Personen, die aufgrund von Vorerkrankungen keine BU erhalten.
Funktionsinvaliditätsversicherung: Umfassende Invaliditätsrisiken
Sie leistet bei dauerhaften Unfallschäden, schweren Erkrankungen, Organschäden oder dem Verlust mehrerer Grundfähigkeiten. Die Hürden für eine Leistung sind oft sehr hoch, da irreversible und erhebliche Beeinträchtigungen vorliegen müssen.
Private Unfallversicherung: Fokus auf Unfallfolgen
Diese Versicherung zahlt eine Kapitalleistung bei bleibenden gesundheitlichen Schäden, die durch einen Unfall verursacht wurden. Sie deckt jedoch keine Krankheiten ab und die Leistung hängt stark vom Invaliditätsgrad ab.
Worauf bei der Auswahl zu achten ist
Unabhängig von der gewählten Versicherung ist eine sorgfältige Prüfung der Gesundheitsfragen entscheidend. Falsche Angaben können zum Verlust des Versicherungsschutzes führen. Eine individuelle Beratung durch Versicherungsmakler oder -berater kann helfen, den passenden Tarif zu finden und die komplexen Vertragsbedingungen zu verstehen.
Quellen
- Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung: Diese Versicherungen helfen bei Invalidität, Stiftung Warentest.
- Grundfähigkeitsversicherung im Vergleich | Stiftung Warentest, Stiftung Warentest.

