Du denkst darüber nach, deine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) mit Beitragsrückerstattung abzuschließen? Das klingt erstmal super, oder? Du bekommst dein Geld zurück, wenn du nicht berufsunfähig wirst. Aber lohnt sich das wirklich? Wir schauen mal genauer hin, wie das Ganze funktioniert und ob es für dich die richtige Wahl ist. Denn oft ist die Sache nicht so einfach, wie sie auf den ersten Blick scheint. Lass uns das mal auseinandernehmen.
Key Takeaways
- Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit Beitragsrückerstattung bekommst du am Ende der Laufzeit die erwirtschafteten Überschüsse ausgezahlt, nicht deine eingezahlten Beiträge.
- Diese Überschüsse entstehen, wenn dein Versicherer deine Beiträge am Kapitalmarkt anlegt und Gewinne erzielt. Die Höhe ist nicht garantiert.
- Wenn du berufsunfähig wirst, entfällt die Rückzahlung. Stattdessen erhältst du deine BU-Rente, und die Überschüsse können eventuell zur Erhöhung dieser Rente verrechnet werden.
- Tarife mit Beitragsrückgewähr sind oft teurer als reine Risikoversicherungen. Eine Alternative ist die Beitragsverrechnung, bei der die Überschüsse deine laufenden Beiträge reduzieren.
- Ob sich die Berufsunfähigkeitsversicherung mit Beitragsrückerstattung für dich lohnt, hängt stark von deiner individuellen Situation, deinem Tarif und der Anlagestrategie des Versicherers ab. Eine reine Risikoabsicherung ist oft transparenter und günstiger.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung mit Beitragsrückerstattung im Überblick
Was versteht man unter einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit Beitragsrückerstattung?
Stell dir vor, du zahlst jeden Monat brav deine Beiträge für die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Du hoffst natürlich, dass du nie in die Situation kommst, diese Leistung in Anspruch nehmen zu müssen. Und genau hier kommt die Idee der Beitragsrückerstattung ins Spiel. Klingt erstmal super, oder? Du bekommst am Ende der Laufzeit dein eingezahltes Geld zurück, wenn du gesund geblieben bist. Aber Achtung: Ganz so einfach ist die Sache meist nicht. Oft handelt es sich hierbei um eine Kombination aus einer reinen Risikoabsicherung und einem Sparvertrag. Das bedeutet, ein Teil deines Beitrags fließt in den Versicherungsschutz, ein anderer Teil wird angelegt. Die sogenannte „Beitragsrückerstattung“ ist also nicht eins zu eins deine eingezahlten Beiträge, sondern eher dein Anteil an den erwirtschafteten Gewinnen des Versicherers.
Wie funktioniert die Beitragsrückgewähr im Detail?
Im Grunde genommen funktioniert das so: Der Versicherer kalkuliert deine Beiträge so, dass er sowohl die Kosten für die Absicherung decken als auch eventuelle Gewinne erwirtschaften kann. Diese Gewinne, auch Überschüsse genannt, entstehen zum Beispiel, wenn weniger Leute als erwartet berufsunfähig werden oder wenn die Anlagen des Versicherers gut laufen. Bei einer BU mit Beitragsrückgewähr wirst du an diesen Überschüssen beteiligt. Das kann auf verschiedene Arten geschehen:
- Auszahlung der Überschüsse: Am Ende der Vertragslaufzeit erhältst du die angesammelten Gewinne ausgezahlt.
- Verrechnung mit Beiträgen: Die Überschüsse werden genutzt, um deine laufenden Beiträge zu reduzieren. Das bedeutet, du zahlst effektiv weniger.
- Kombination: Manchmal werden auch beide Varianten kombiniert.
Es ist wichtig zu verstehen, dass du im Falle einer Berufsunfähigkeit in der Regel keinen Anspruch mehr auf die Rückzahlung hast. Der Teil, der für die Rückzahlung vorgesehen war, wird dann oft zur Erhöhung deiner BU-Rente verwendet oder verfällt. Es ist also keine reine Geld-zurück-Garantie.
Die Rolle von Überschüssen bei der Beitragsrückerstattung
Überschüsse sind das Herzstück der Beitragsrückerstattung. Sie entstehen, weil Versicherer ihre Beiträge vorsichtig kalkulieren. Sie gehen davon aus, dass sie bestimmte Kosten haben und eine gewisse Anzahl von Leistungsfällen eintreten wird. Wenn die Realität besser aussieht – also weniger Schäden auftreten oder die Kapitalanlagen des Versicherers mehr Rendite abwerfen als erwartet – dann bleiben Gewinne übrig. Diese Gewinne müssen die Versicherer laut Gesetz (§ 153 VVG) an ihre Kunden weitergeben. Bei einer BU mit Beitragsrückerstattung ist diese Weitergabe eben so gestaltet, dass du am Ende der Laufzeit etwas zurückbekommst, wenn du die Versicherung nicht in Anspruch nehmen musstest. Die Höhe dieser Überschüsse ist aber nicht garantiert und hängt stark von der Anlagepolitik des Versicherers ab.
Die Funktionsweise der Beitragsrückerstattung verstehen
Wie Überschüsse in der Berufsunfähigkeitsversicherung entstehen
Stell dir vor, deine Versicherung legt dein Geld, das du für die BU zahlst, schlau an. Sie investiert es am Kapitalmarkt, zusammen mit den Beiträgen von vielen anderen Leuten. Wenn die Anlagen gut laufen und die Zinsen stimmen, dann wirft das Geld mehr ab, als eigentlich für die Absicherung nötig wäre. Diese zusätzlichen Gewinne nennt man Überschüsse. Sie sind aber nicht garantiert, denn die Börse kann ja mal rauf und mal runter gehen. Je nachdem, wie risikoreich dein Anbieter investiert, können diese Überschüsse von Jahr zu Jahr schwanken.
Die Beteiligung an den erwirtschafteten Gewinnen
Wenn dein Versicherer Überschüsse erwirtschaftet, dann ist das erstmal gut für ihn. Aber bei Tarifen mit Beitragsrückerstattung ist vorgesehen, dass du an diesen Gewinnen beteiligt wirst. Das ist im Grunde die Idee hinter der Rückzahlung: Ein Teil deines Beitrags wird nicht nur für dein Risiko genutzt, sondern auch angelegt. Am Ende der Laufzeit, wenn du gesund geblieben bist und keine Leistung bekommen hast, sollst du diese angelegten Gewinne zurückbekommen. Das klingt erstmal super, aber denk dran: Das ist kein Sparbuch, sondern eine Absicherung. Der Hauptzweck ist, dich abzusichern, nicht dein Geld zu vermehren.
Unterschiede zwischen verschiedenen Anlagestrategien
Die Art und Weise, wie dein Versicherer dein Geld anlegt, hat großen Einfluss darauf, wie hoch die Überschüsse ausfallen. Manche Versicherer setzen auf sichere, aber vielleicht weniger ertragreiche Anlagen (wie Anleihen). Andere gehen mehr ins Risiko, investieren vielleicht in Aktienfonds, was potenziell höhere Gewinne bringen kann, aber eben auch riskanter ist. Diese unterschiedlichen Strategien führen dazu, dass die Höhe der Überschüsse und damit auch die mögliche Rückzahlung von Anbieter zu Anbieter stark variieren kann. Es ist also wichtig zu wissen, wie dein Geld angelegt wird, auch wenn du das am Ende vielleicht gar nicht direkt beeinflussen kannst.
Varianten der Beitragsrückerstattung im Vergleich
Die Auszahlung der angesparten Überschüsse
Bei dieser Variante werden die erwirtschafteten Überschüsse, die deine Versicherung über die Jahre erzielt hat, am Ende der Vertragslaufzeit an dich ausgezahlt. Stell dir das wie ein kleines Sparkonto vor, das parallel zu deiner eigentlichen Absicherung läuft. Die Versicherung legt einen Teil deiner Beiträge am Kapitalmarkt an, und was dabei an Gewinn herausspringt, gehört dir am Ende. Das klingt erstmal verlockend, aber denk dran: Die Höhe dieser Überschüsse ist nicht garantiert. Sie hängt stark von der Marktentwicklung und der Anlagestrategie deines Versicherers ab. Du bekommst also nicht unbedingt deine gesamten eingezahlten Beiträge zurück, sondern nur den Anteil, der als Gewinn erwirtschaftet wurde. Und vergiss nicht, dass ein Teil deiner Beiträge immer für das eigentliche Risiko der Berufsunfähigkeit draufgeht.
Die Verrechnung von Überschüssen mit laufenden Beiträgen
Eine andere Möglichkeit ist, dass die angesammelten Überschüsse direkt von deinen monatlichen Beiträgen abgezogen werden. Das bedeutet, du zahlst von vornherein weniger. Dein Versicherer berechnet quasi einen höheren Beitrag, zieht aber die nicht garantierten Überschüsse sofort davon ab, sodass dein tatsächlicher Zahlbetrag niedriger ausfällt. Das kann dir gerade in finanziell angespannten Phasen, zum Beispiel während der Elternzeit, eine kleine Entlastung verschaffen. Der Vorteil hier ist, dass du sofort von den erwirtschafteten Gewinnen profitierst, indem du weniger ausgibst. Allerdings schwankt dieser Vorteil auch von Jahr zu Jahr, je nachdem, wie gut die Versicherung gerade wirtschaftet.
Kombinationsverträge und ihre Besonderheiten
Manchmal werden Berufsunfähigkeitsversicherungen mit Beitragsrückerstattung auch mit anderen Versicherungsarten kombiniert, zum Beispiel mit einer Rentenversicherung. Das kann auf den ersten Blick praktisch erscheinen, weil alles in einem Vertrag gebündelt ist. Aber hier wird es schnell kompliziert. Die Regeln für die Beitragsrückerstattung können sich dann von denen einer reinen BU unterscheiden. Oftmals ist der Sparanteil, der für die Rückzahlung gedacht ist, in den Gesamtvertrag eingebettet. Das kann dazu führen, dass die Kostenstruktur undurchsichtiger wird. Es ist wichtig, genau zu verstehen, wie die Überschüsse in so einem Kombivertrag behandelt werden und ob das wirklich die beste Lösung für deine individuelle Situation ist. Manchmal ist es sinnvoller, die Absicherung und die Geldanlage getrennt zu betrachten.
Wann sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Beitragsrückerstattung lohnt
Die Bedeutung der individuellen Lebenssituation
Ob sich eine BU mit Beitragsrückerstattung für dich persönlich lohnt, hängt stark von deiner aktuellen Lebenssituation ab. Stell dir vor, du bist jung, gesund und hast noch viele Berufsjahre vor dir. In diesem Fall könnte eine solche Police attraktiv wirken, weil die Wahrscheinlichkeit, bis zum Ende durchzuhalten und die Beiträge zurückzubekommen, höher erscheint. Aber Achtung: Das Leben ist unberechenbar. Eine plötzliche Krankheit oder ein Unfall kann alles ändern. Wenn du also auf Nummer sicher gehen willst und dir die Rückzahlung nicht das Wichtigste ist, dann ist eine klassische BU ohne Rückgewähr vielleicht die bessere Wahl. Überlege dir gut, was dir wichtiger ist: die Chance auf eine Rückzahlung oder die reine Absicherung deines Einkommens zu möglichst geringen Kosten.
Die Rolle des Tarifs und der Laufzeit
Die Wahl des richtigen Tarifs und die Festlegung der Laufzeit spielen eine riesige Rolle. Eine längere Laufzeit, zum Beispiel bis zum Rentenalter, bedeutet, dass du länger Beiträge zahlst. Das erhöht zwar die Chance, dass du am Ende Geld zurückbekommst, aber es erhöht auch das Risiko, dass du zwischendurch berufsunfähig wirst und die Rückzahlung flöten geht. Manche Tarife bieten eine Beitragsverrechnung an, bei der die erwirtschafteten Gewinne deine laufenden Beiträge reduzieren. Das kann die höheren Anfangskosten ausgleichen. Es ist wichtig, dass du dir die Details genau ansiehst:
- Wie hoch sind die Beiträge im Vergleich zu einer BU ohne Rückzahlung?
- Was passiert genau mit den Überschüssen? Werden sie ausgezahlt oder verrechnet?
- Wie flexibel ist der Vertrag, falls sich deine Lebenssituation ändert?
Risiken und Chancen abwägen
Grundsätzlich ist eine BU mit Beitragsrückerstattung eine Mischung aus Versicherung und Sparen. Das klingt erstmal gut, birgt aber auch Risiken. Die Rückzahlung ist nie garantiert. Sie hängt von den Gewinnen des Versicherers ab, die wiederum von der Marktentwicklung beeinflusst werden. Wenn du also denkst, du bekommst am Ende garantiert deine eingezahlten Beiträge zurück, liegst du falsch. Ein Teil des Geldes fließt immer in die Absicherung des Risikos, berufsunfähig zu werden. Wenn du wirklich nur sparen willst, gibt es dafür oft bessere und direktere Wege. Eine BU ist in erster Linie eine Absicherung. Die Rückzahlung ist eher ein netter Bonus, wenn alles gut geht. Wäge ab, ob dir dieser potenzielle Bonus das höhere Risiko und die oft höheren Beiträge wert ist.
Die Kostenstruktur von Berufsunfähigkeitsversicherungen mit Rückgewähr
Höhere Beiträge im Vergleich zu Tarifen ohne Rückzahlung
Grundsätzlich ist es so, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) mit Beitragsrückgewähr dich in der Regel mehr kostet als eine vergleichbare Police ohne diese Option. Das ist ja auch irgendwie logisch, oder? Der Versicherer muss ja schließlich einen Teil deiner Beiträge anlegen und dir am Ende der Laufzeit etwas zurückzahlen, wenn du nicht berufsunfähig wurdest. Dieser Sparanteil, der am Kapitalmarkt investiert wird, schlägt sich in den monatlichen Beiträgen nieder. Stell dir vor, du zahlst für die reine Absicherung und obendrein noch für die Chance, Geld zurückzubekommen. Das macht die Sache teurer, keine Frage.
Der Einfluss der Beitragsverrechnung auf die Kosten
Aber es gibt ja auch die Variante mit der Beitragsverrechnung. Hier werden die erwirtschafteten Gewinne, also die Überschüsse, nicht ausgezahlt, sondern direkt von deinen laufenden Beiträgen abgezogen. Das kann deine monatliche Belastung ganz schön reduzieren. Manchmal sind die Beiträge dann kaum höher als bei einer BU ohne Rückzahlung, oder sogar günstiger. Das ist eine clevere Möglichkeit, die Kosten im Griff zu behalten, während du trotzdem von den Erträgen profitierst. Es ist also nicht immer so, dass du pauschal mehr zahlst – es kommt stark auf die konkrete Ausgestaltung des Tarifs an.
Kostenfaktoren bei der Beitragsberechnung
Die genauen Kosten für deine BU, egal ob mit oder ohne Rückgewähr, hängen von mehreren Dingen ab:
- Dein Alter bei Vertragsabschluss: Je jünger du bist, desto günstiger sind die Beiträge. Das ist ein wichtiger Punkt, den viele unterschätzen.
- Dein Gesundheitszustand: Vorerkrankungen oder Risikosportarten können die Beiträge ordentlich in die Höhe treiben.
- Die Höhe der gewünschten BU-Rente: Eine höhere Absicherung kostet natürlich mehr.
- Die Laufzeit des Vertrags: Längere Laufzeiten bedeuten oft höhere Gesamtkosten, aber auch mehr Zeit für den Zinseszinseffekt.
- Deine berufliche Tätigkeit: Manche Berufe gelten als risikoreicher und werden entsprechend eingestuft.
Was passiert im Leistungsfall mit der Beitragsrückerstattung?
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Stell dir vor, du wirst tatsächlich berufsunfähig und bekommst deine BU-Rente ausgezahlt. Was passiert dann mit der Beitragsrückerstattung, mit der du vielleicht fest gerechnet hast? Hier wird es spannend, denn die Sache ist nicht ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint.
Die Verrechnung mit der Berufsunfähigkeitsrente
Wenn du eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit Beitragsrückerstattung hast, aber dann doch berufsunfähig wirst, ist die Sache meist klar: Die angesparten Überschüsse, die dir eigentlich am Ende der Laufzeit zurückgezahlt werden sollten, werden mit deiner BU-Rente verrechnet. Das bedeutet, du bekommst dein angespartes Geld nicht zusätzlich ausgezahlt. Stattdessen wird es quasi auf die Rentenzahlungen angerechnet. Das ist auch logisch, denn die Beiträge, die du eingezahlt hast, waren ja primär dazu da, dich abzusichern. Wenn du diese Leistung dann in Anspruch nehmen musst, ist der Zweck der Rückerstattung hinfällig.
Der Wegfall der Rückzahlung bei Berufsunfähigkeit
Das ist der Knackpunkt: Wenn du berufsunfähig wirst, entfällt in der Regel die Beitragsrückerstattung. Die Idee hinter der Rückerstattung ist ja, dass du am Ende der Laufzeit dein Geld zurückbekommst, wenn du gesund geblieben bist und die Versicherung nicht in Anspruch nehmen musstest. Sobald der Leistungsfall eintritt, ist dieser Gedanke hinfällig. Die Beiträge, die du gezahlt hast, sind für die Absicherung im Ernstfall verwendet worden. Es ist also keine reine Geldanlage, bei der du dein Geld immer zurückbekommst, egal was passiert. Denk dran, die BU ist in erster Linie eine Risikoabsicherung.
Bonusrente als alternative Leistung
Manche Tarife sehen aber auch eine Art Kompromiss vor. Anstatt einer direkten Beitragsrückerstattung gibt es vielleicht eine sogenannte Bonusrente. Das bedeutet, dass deine monatliche BU-Rente im Leistungsfall etwas höher ausfällt, als ursprünglich vereinbart. Diese Erhöhung speist sich dann aus den erwirtschafteten Überschüssen. Es ist also keine Barauszahlung, sondern eine Verbesserung der Leistung, wenn du sie am dringendsten brauchst. Das ist eine faire Lösung, die den Gedanken der Überschussbeteiligung auch im Leistungsfall berücksichtigt, ohne dass du dein angespartes Geld separat ausgezahlt bekommst.
Die steuerlichen Aspekte der Beitragsrückerstattung
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Wenn du am Ende der Laufzeit deines Vertrags Geld zurückbekommst, fragst du dich sicher, wie das mit dem Finanzamt aussieht. Das ist auch gut so, denn Steuern können die Freude über die Rückzahlung trüben. Aber keine Sorge, wir schauen uns das mal genauer an.
Befreiung von der Steuerpflicht für Barauszahlungen
Das Bundesfinanzministerium hat hier eine klare Linie: Wenn dein Versicherer dir am Ende der Laufzeit tatsächlich Geld aus den erwirtschafteten Überschüssen auszahlt, also eine Barauszahlung erfolgt, dann ist das in der Regel steuerfrei. Das gilt für reine Risikoversicherungen, bei denen die Beiträge primär zur Absicherung dienen. Das bedeutet, die Gewinne, die dein Versicherer mit deinem Geld gemacht hat, musst du nicht versteuern. Stell dir vor, du hast einen Teil deines Geldes angelegt und am Ende bekommst du die Erträge ausgezahlt – und die sind eben steuerfrei. Das ist ein netter Bonus, der die Entscheidung für eine solche Police attraktiver machen kann.
Unterschiede zur Besteuerung der Berufsunfähigkeitsrente
Jetzt wird es wichtig: Die steuerliche Behandlung der Beitragsrückerstattung ist etwas ganz anderes als die Besteuerung deiner Berufsunfähigkeitsrente, falls du diese jemals in Anspruch nehmen musst. Die BU-Rente selbst ist nämlich nicht steuerfrei. Sie unterliegt der Einkommensteuer, wobei dein persönlicher Grundfreibetrag natürlich berücksichtigt wird. Liegt deine Rente unter diesem Freibetrag, zahlst du keine Steuern. Aber Achtung: Sobald die Rente darüber liegt, musst du sie versteuern. Die Rückzahlung am Vertragsende und die laufende Rente sind also zwei verschiedene Paar Schuhe, was die Steuern angeht.
Die Rolle des Bundesfinanzministeriums
Das Bundesfinanzministerium (BMF) spielt bei der Klärung dieser steuerlichen Fragen eine zentrale Rolle. Seine Schreiben und Verordnungen geben die Richtung vor, wie solche Verträge zu behandeln sind. Wie bereits erwähnt, bestätigt das BMF, dass die Barauszahlung von Überschüssen am Ende der Laufzeit bei reinen Risikoversicherungen steuerfrei ist. Das gibt dir eine gewisse Sicherheit bei der Planung. Es ist aber immer ratsam, bei Unsicherheiten oder komplexen Fällen einen Steuerberater zu konsultieren. Die Regeln können sich ändern, und ein Experte hat den aktuellen Überblick.
Hier noch mal die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Beitragsrückerstattung (Überschüsse am Vertragsende): In der Regel steuerfrei, da es sich um Erträge aus einem Risikoschutz handelt.
- Berufsunfähigkeitsrente: Unterliegt der Einkommensteuer, abhängig von deinem persönlichen Grundfreibetrag.
- Bundesfinanzministerium: Gibt die steuerlichen Richtlinien vor, die du im Auge behalten solltest.
- Steuerberater: Eine gute Anlaufstelle, wenn du dir unsicher bist oder individuelle Fragen hast.
Risiken und Nachteile der Beitragsrückgewähr
Die fehlende Geld-zurück-Garantie
Bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit Beitragsrückgewähr ist es wichtig zu verstehen, dass du nicht einfach dein eingezahltes Geld zurückbekommst, wenn du am Ende der Laufzeit nicht berufsunfähig warst. Das liegt daran, dass der Hauptzweck der Versicherung darin besteht, dich gegen das Risiko einer Berufsunfähigkeit abzusichern. Die Beiträge, die du zahlst, fließen also primär in diesen Versicherungsschutz. Was du am Ende zurückbekommst, sind die erwirtschafteten Überschüsse aus den Kapitalanlagen des Versicherers. Diese sind aber nicht garantiert. Die Höhe der Rückzahlung hängt stark von der Marktentwicklung und der Anlagestrategie des Versicherers ab. Es kann also sein, dass die Rückzahlung geringer ausfällt als erwartet, oder im schlimmsten Fall sogar weniger ist als die Differenz zwischen den höheren Beiträgen, die du gezahlt hast, und dem, was eine reine Risikoversicherung gekostet hätte.
Warum eine BU keine reine Kapitalanlage ist
Manche Leute denken bei der Beitragsrückgewähr vielleicht an eine Art Sparbuch oder eine sichere Geldanlage. Das ist aber ein Trugschluss. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist in erster Linie eine Absicherung für den Fall, dass du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst. Die Beitragsrückgewähr ist eher ein netter Bonus, wenn alles gut geht. Wenn du wirklich eine reine Kapitalanlage suchst, gibt es dafür bessere und flexiblere Produkte. Bei der BU mit Rückgewähr hast du oft wenig Einfluss darauf, wie das Geld angelegt wird, und du kommst nicht an das angesparte Kapital heran, falls du es zwischendurch dringend brauchst. Das Geld ist bis zum Ende der Laufzeit gebunden.
Die Unsicherheit der Überschussbeteiligung
Die Überschüsse, die dir am Ende der Laufzeit zurückgezahlt werden, entstehen durch die Anlage deiner Beiträge und die Beiträge anderer Versicherungsnehmer am Kapitalmarkt. Das klingt erstmal gut, birgt aber auch Risiken:
- Marktabhängigkeit: Die Renditen am Kapitalmarkt schwanken. Gute Zeiten können sich mit schlechten abwechseln. Das bedeutet, die Höhe der Überschüsse ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich und nicht vorhersehbar.
- Anlagestrategie: Du hast in der Regel keinen Einfluss darauf, wie der Versicherer dein Geld anlegt. Manche Strategien sind risikoreicher und versprechen höhere Renditen, andere sind sicherer, aber bringen weniger ein.
- Keine Garantie: Die Überschussbeteiligung ist nicht garantiert. Der Versicherer kann dir nicht versprechen, wie viel am Ende tatsächlich übrig bleibt. Im schlimmsten Fall können die Überschüsse sehr gering ausfallen, sodass sich die höheren Beiträge, die du für diese Option gezahlt hast, nicht gelohnt haben.
Alternativen zur Beitragsrückerstattung
Die klassische Berufsunfähigkeitsversicherung ohne Rückzahlung
Manchmal ist weniger eben doch mehr. Wenn du dich für eine klassische Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) entscheidest, verzichtest du bewusst auf die Option der Beitragsrückerstattung. Das bedeutet, dass deine Beiträge primär für den reinen Versicherungsschutz verwendet werden. Das macht die Beiträge in der Regel günstiger als bei Tarifen mit Rückzahlungsoption. Stell dir das wie bei einem reinen Schutzschild vor: Du zahlst für die Sicherheit, im Ernstfall abgesichert zu sein, aber es ist keine zusätzliche Sparfunktion eingebaut. Das Geld, das du sparst, weil du keine Rückzahlungsoption hast, kannst du dann ganz flexibel anderweitig investieren, zum Beispiel in einen separaten Sparplan oder eine Fondsanlage, die vielleicht besser zu deinen persönlichen Zielen passt.
Separate Sparverträge für die Altersvorsorge
Warum nicht einfach zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen? Anstatt eine BU mit einer eingebauten, aber oft intransparenten Sparfunktion zu wählen, könntest du auch eine reine Risiko-BU abschließen und das gesparte Geld für die Beitragsrückerstattung in einen separaten Sparvertrag stecken. Das kann ein Tagesgeldkonto sein, ein ETF-Sparplan oder auch eine klassische Rentenversicherung. Der Vorteil hierbei ist die klare Trennung: Deine BU kümmert sich rein um deinen Schutz bei Berufsunfähigkeit, und dein separater Sparvertrag kümmert sich um den Vermögensaufbau. So behältst du die volle Kontrolle darüber, wo und wie dein Geld angelegt wird, und kannst die Strategie wählen, die am besten zu dir passt. Außerdem sind die Überschüsse aus einer reinen Risiko-BU, die dir am Ende der Laufzeit ausgezahlt werden, oft steuerfrei, was bei einem separaten Sparvertrag nicht immer der Fall ist.
Die Vorteile einer reinen Risikoabsicherung
Eine reine Risikoabsicherung, also eine BU ohne Beitragsrückgewähr, hat einige klare Vorteile, die man nicht unterschätzen sollte:
- Geringere Kosten: Da der Versicherer keine Gelder für eine spätere Rückzahlung anlegen muss, sind die Beiträge für dich meist niedriger. Dieses Geld kannst du anderweitig investieren.
- Fokus auf den Schutz: Der Hauptzweck einer BU ist der Schutz vor den finanziellen Folgen von Berufsunfähigkeit. Bei einer reinen Risikoversicherung liegt der Fokus klar darauf, diesen Schutz so effektiv und günstig wie möglich zu gestalten.
- Flexibilität bei der Geldanlage: Du bist nicht an die Anlagestrategie des Versicherers gebunden. Du kannst dein Geld dort anlegen, wo du die besten Renditen erwartest oder wo es deinen persönlichen Bedürfnissen am besten entspricht.
- Transparenz: Es ist oft einfacher zu verstehen, wofür du genau zahlst. Du zahlst für den Versicherungsschutz, und das ist es. Keine versteckten Sparanteile oder komplizierten Überschussberechnungen.
Die Kündigung einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit Beitragsrückgewähr
Möglichkeiten und Fristen bei der Kündigung
Wenn du deine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) mit Beitragsrückgewähr kündigen möchtest, ist das grundsätzlich möglich. Achte aber genau auf die Kündigungsfristen, die in deinen Vertragsunterlagen stehen. Das ist echt wichtig, sonst wird das nichts mit der Kündigung. Stell dir vor, du hast dich entschieden, dass du den Vertrag nicht mehr willst, und dann verpasst du die Frist – ärgerlich, oder?
Die Höhe der Rückzahlung bei vorzeitiger Beendigung
Wenn du den Vertrag kündigst, bekommst du eine Rückzahlung. Diese Summe basiert auf den bisher erwirtschafteten Überschüssen. Je kürzer die Laufzeit deines Vertrags war, desto weniger Geld wirst du wahrscheinlich zurückbekommen. Das ist kein Sparvertrag, bei dem du garantiert dein Geld zurückbekommst, wenn du nicht berufsunfähig wirst. Es hängt stark davon ab, wie gut der Versicherer mit den Beiträgen gewirtschaftet hat. Manchmal ist die Rückzahlung bei einer Kündigung nach wenigen Jahren eher gering, weil sich noch nicht viel angesammelt hat.
Die Bedeutung einer erneuten Gesundheitsprüfung
Eine Kündigung solltest du dir gut überlegen. Wenn du nämlich eine neue BU-Versicherung abschließen willst, musst du wieder eine Gesundheitsprüfung durchlaufen. Und das kann teuer werden. Wenn du seit dem ersten Vertragsabschluss Vorerkrankungen entwickelt hast, zahlst du für die neue Versicherung wahrscheinlich höhere Beiträge. Manchmal lohnt es sich also, den alten Vertrag zu behalten, auch wenn er vielleicht nicht mehr ganz optimal ist, nur um den Schutz nicht zu verlieren und die Gesundheitsprüfung zu umgehen.
Fazit: Lohnt sich die Beitragsrückerstattung nun wirklich?
Also, wenn wir uns das Ganze mal so anschauen, ist diese Beitragsrückerstattung bei der BU-Versicherung ein zweischneidiges Schwert. Klar, die Idee, am Ende der Laufzeit Geld zurückzubekommen, klingt erstmal super verlockend. Wer will nicht ein bisschen was von seinem hart verdienten Geld zurückhaben, wenn man gesund geblieben ist? Aber, und das ist ein großes Aber, du zahlst dafür in der Regel mehr. Und wenn du dann doch berufsunfähig wirst, ist die Rückzahlung eh futsch und wird höchstens mit deiner Rente verrechnet. Ganz ehrlich, überleg dir gut, ob du dieses Spiel spielen willst. Manchmal ist es vielleicht schlauer, einfach eine normale BU abzuschließen und das Geld, das du sparst, separat in einen anderen Sparvertrag zu stecken. So hast du die reine Absicherung und dein eigenes Sparschwein. Denk drüber nach, was für dich am besten passt.

