Versicherungslexikon

Pflegebett: Zahlt die Pflegeversicherung?

Pflegebett: Zahlt die Pflegeversicherung?

4 Min. Lesezeit
Kontrast
Schrift

Ob die Kosten für ein Pflegebett übernommen werden, hängt vor allem davon ab, ob die Kranken- oder die Pflegekasse zuständig ist. Entscheidend sind die medizinische Notwendigkeit, ein vorhandener Pflegegrad und die konkrete Ausstattung. Kläre die Kostenübernahme möglichst vor der Bestellung.

Wer bezahlt ein Pflegebett?

Die Krankenkasse ist in der Regel zuständig, wenn du das Bett aus medizinischen Gründen benötigst, etwa nach einer Operation, bei einer Erkrankung oder zur Unterstützung einer Behandlung. Ein Pflegegrad ist dafür nicht zwingend erforderlich. Meist brauchst du eine ärztliche Verordnung, auf der die medizinische Notwendigkeit des Pflegebetts begründet wird.

Die Pflegekasse kommt vor allem bei dauerhaftem Pflegebedarf infrage. Ein anerkannter Pflegegrad ist dafür häufig eine wichtige Voraussetzung. Auch die Einschätzung einer Pflegefachkraft oder eines Gutachters kann bei der Beurteilung des Bedarfs eine Rolle spielen. Ein höherer Pflegegrad führt nicht automatisch zu einer Bewilligung; maßgeblich bleibt, ob das Pflegebett für die Versorgung erforderlich ist.

Die Abgrenzung ist nicht immer eindeutig. Wenn du unsicher bist, besprich den Bedarf zuerst mit deinem Arzt, einem Pflegedienst oder einem Sanitätshaus und frage bei der zuständigen Kasse nach.

Welche Zuzahlung kann anfallen?

Auch bei einer Bewilligung kann eine gesetzliche Zuzahlung bleiben. Im Ausgangstext werden dafür 10 Prozent der Kosten genannt, bei der Krankenkasse höchstens 10 Euro und bei der Pflegekasse bis zu 25 Euro. Die konkrete Zuzahlung hängt von der zuständigen Kasse und dem Einzelfall ab. Lass dir vorab schriftlich mitteilen, welche Kosten du selbst tragen musst.

Leihgabe oder Kauf?

Pflegebetten werden von Kranken- oder Pflegekassen häufig als Leihgabe bereitgestellt. Das Bett bleibt dann beim Kostenträger oder beim Versorgungspartner und muss nach dem Ende der Nutzung zurückgegeben werden. Wartung und Reparaturen werden bei einer Leihgabe in der Regel vom Anbieter beziehungsweise der Kasse organisiert. Nachteile können eine begrenzte Modellauswahl, die Verfügbarkeit und mögliche Wartezeiten sein.

Beim Kauf kannst du Modell und Ausstattung selbst auswählen. Dafür trägst du meist die Verantwortung für Wartung und Reparaturen. Ein Kauf kann sinnvoll sein, wenn du das Pflegebett langfristig benötigst; bei kurzer Nutzungsdauer ist eine Leihgabe oft naheliegender. Kaufe das Bett nicht auf eigene Rechnung, bevor du eine mögliche Kostenübernahme geprüft hast.

Ältere Person auf einem Pflegebett in hellem Raum.

Pflegebett beantragen: So gehst du vor

  1. Sprich mit deinem Haus- oder Facharzt über den konkreten Bedarf und lass dir gegebenenfalls eine ärztliche Verordnung ausstellen.
  2. Halte Unterlagen zu deinem Pflegegrad bereit. Wenn noch kein Pflegegrad vorliegt, kannst du ihn bei der Pflegekasse beantragen. Ein Gutachter bewertet dabei deine Pflegesituation.
  3. Reiche den Antrag mit den erforderlichen Unterlagen bei der zuständigen Kranken- oder Pflegekasse ein. Frage nach, ob die Kasse einen Vertragspartner oder ein bestimmtes Sanitätshaus vorgibt.
  4. Warte die Bewilligung ab und erkundige dich bei längerer Bearbeitungszeit nach dem Stand des Antrags. Bei dringendem Bedarf solltest du die Situation ausdrücklich schildern.

Ein Pflegebett sollte erst nach einer Beratung ausgewählt werden. Im Sanitätshaus kannst du klären, welche Liegefläche, Höhenverstellung, Aufrichthilfe oder Seitensicherung zu deiner Situation passt. Lass dir außerdem erklären, welche Funktionen medizinisch notwendig sind und welche als Komfortausstattung gelten.

Ältere Frau bekommt ein Pflegebett.

Matratze und Zubehör

Eine Pflegebettmatratze wird nicht automatisch mit dem Bett übernommen. Für eine Dekubitus-Matratze kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich sein. Dafür ist in der Regel eine ärztliche Verordnung erforderlich. Sie sollte den konkreten Bedarf, etwa zur Vorbeugung oder Behandlung eines Dekubitus, nachvollziehbar begründen.

Auch Aufstehhilfen, Seitengitter, Bettgalgen, spezielle Auflagen oder Beistelltische werden nicht pauschal bezahlt. Entscheidend ist, ob das jeweilige Hilfsmittel medizinisch oder pflegerisch notwendig ist und welcher Kostenträger zuständig ist. Informiere dich vor dem Kauf über die Genehmigung und eine mögliche Zuzahlung.

Worauf du beim eigenen Kauf achten solltest

Wenn keine Kostenübernahme möglich ist, kann ein gebrauchtes Pflegebett eine günstigere Alternative sein. Prüfe dann sorgfältig den technischen Zustand, die elektrische Verstellung, Bremsen, Seitensicherungen und die Vollständigkeit des Zubehörs. Ein Sanitätshaus kann dich bei der Auswahl beraten. Angebote solltest du vergleichen; auch Rabatte ändern nichts daran, dass die Sicherheits- und Funktionsprüfung entscheidend ist.

Ältere Person in Pflegebett mit freundlichem Lächeln.

Das Wichtigste zusammengefasst

Die Krankenkasse übernimmt ein Pflegebett meist bei medizinischer Notwendigkeit und ärztlicher Verordnung, auch ohne Pflegegrad. Bei dauerhaftem Pflegebedarf kann die Pflegekasse zuständig sein; dort ist ein Pflegegrad häufig entscheidend. Eine Leihgabe ist üblich und kann Wartung sowie Reparaturen einschließen. Für Kauf, Matratze und Zubehör gelten jeweils eigene Voraussetzungen. Bei Fragen zur Krankenversicherung oder Pflegekasse solltest du die konkrete Bewilligung und Zuzahlung vorab bestätigen lassen.

Autor & Experte

★★★★★

Ronny Knorr
Zertifizierter Sachverständiger

Experte für gesundheitliche Absicherung und Risikovorsorge

Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität: Alle Inhalte dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine individuelle Beratung. Für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr. Eine Haftung ist – soweit gesetzlich zulässig – ausgeschlossen. Solltest du Fragen haben, schreib unserem Support.

Gesetzliche Krankenkasse

Vielleicht zahlst du zu viel - oder bekommst zu wenig.

Gesetzliche Krankenkasse

Wie groß sind die Unterschiede zwischen den Krankenkassen wirklich?

Tipp: Tarife ohne Gesundheitsfragen

Schnell abgesichert – auch mit Vorerkrankungen. Erfahre, welche Lösungen wirklich Sinn machen.

Befristete Aktionen

Sichere dir Mega-Rabatte, Sonderdeals und vieles mehr. Jetzt zuschlagen

Kostenlose Finanz-App

Starte jetzt mit der Finanzapp und behalte einen Überblick über deine Verträge.

Steven

Wendewerk Support