Die Progressionsstaffel ist eine Vereinbarung in der privaten Unfallversicherung. Sie legt fest, dass die Invaliditätsleistung bei höheren Invaliditätsgraden überproportional ansteigen kann. Dadurch steht dir nach einem schweren Unfall mehr Geld zur Verfügung als bei einer Unfallversicherung ohne Progression. Bei leichteren Invaliditätsgraden fällt der Vorteil dagegen geringer aus oder greift noch nicht.
Was bedeutet Progressionsstaffel?
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Die Progressionsstaffel beschreibt, wie sich die Versicherungsleistung abhängig vom Invaliditätsgrad erhöht. Übliche Bezeichnungen sind beispielsweise 225 %, 350 % oder 500 %. Die Prozentangabe bezeichnet dabei nicht automatisch den Auszahlungsbetrag bei jeder Invalidität. Maßgeblich ist die Staffel in deinem Vertrag.
Für die Berechnung spielen drei Begriffe zusammen:
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Grundsumme: Sie ist der vereinbarte Basisbetrag der Unfallversicherung. Bei 100 % Invalidität bildet sie grundsätzlich die Grundlage für die Leistung.
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Invaliditätsgrad: Er beschreibt, wie stark deine körperliche Leistungsfähigkeit infolge des Unfalls beeinträchtigt ist. Die Bewertung erfolgt nach den vertraglichen Regelungen und häufig unter Einbeziehung der Invaliditätsgrad und der Gliedertaxe.
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Progression: Sie bestimmt, wie stark die Leistung bei höheren Invaliditätsgraden ansteigt.
Die Grundsumme bleibt die Basis. Eine höhere Grundsumme kann deshalb auch bei niedrigerer Progression zu einer höheren Leistung führen, verursacht aber in der Regel höhere Beiträge.
Wie wirkt sich die Progression im Schadensfall aus?
Nach einem Unfall wird zunächst der Invaliditätsgrad festgestellt. Anschließend wird anhand der vertraglichen Progressionsstaffel ermittelt, welcher Prozentsatz der Grundsumme ausgezahlt wird. Die Progression beginnt häufig ab 25 % oder 26 % Invalidität. Der genaue Schwellenwert und der Verlauf unterscheiden sich jedoch je nach Versicherer und Tarif.
Ohne Progression entspricht eine Invalidität von beispielsweise 50 % grundsätzlich 50 % der vereinbarten Grundsumme. Mit einer Progression von 350 % kann die Leistung bei diesem Invaliditätsgrad deutlich höher ausfallen. Bei 100 % Invalidität kann eine Progression von 350 % bis zum 3,5-Fachen der Grundsumme führen, sofern der Vertrag dies entsprechend vorsieht. Diese Werte sind keine allgemeingültige Berechnungsformel: Die konkrete Auszahlung ergibt sich aus der Tabelle und den Bedingungen deines Vertrags.
| Merkmal | Ohne Progression | Mit Progression |
|---|---|---|
| Leistung bei niedriger Invalidität | Berechnung auf Basis des Invaliditätsgrads | Progression greift möglicherweise noch nicht vollständig |
| Leistung bei hoher Invalidität | Steigt entsprechend dem Invaliditätsgrad | Kann überproportional steigen |
| Leistung bei 100 % Invalidität | Grundsumme | Je nach Staffel ein Mehrfaches der Grundsumme |
Welche Vor- und Nachteile hat die Progressionsstaffel?
Der wichtigste Vorteil liegt in der höheren finanziellen Absicherung bei schweren Verletzungen. Das Geld kann beispielsweise helfen, Einkommensausfälle, Anpassungen der Wohnung oder zusätzliche Behandlungskosten zu finanzieren. Außerdem kann eine Progression eine Alternative dazu sein, ausschließlich die Grundsumme zu erhöhen.
Nachteilig ist, dass die Mehrleistung bei niedrigen Invaliditätsgraden begrenzt sein kann. Zudem wird die Berechnung durch die Staffel komplizierter und höhere Progressionsstufen können die Versicherungsprämie erhöhen. Eine hohe Progression ist daher nicht automatisch die beste Wahl.
Worauf solltest du beim Vertrag achten?
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Prüfe die Höhe der Grundsumme und die Auszahlung bei verschiedenen Invaliditätsgraden.
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Vergleiche nicht nur 225 %, 350 % oder 500 %, sondern die gesamte Staffel des Tarifs.
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Kontrolliere, ab welchem Invaliditätsgrad die Progression einsetzt und ob besondere Grenzen gelten.
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Lies die Regelungen zur Feststellung der Invalidität, zur Invalidität und zur Gliedertaxe.
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Vergleiche Beitrag und Leistung bei niedriger sowie bei hoher Invalidität.
Wenn du die Vertragsbedingungen nicht eindeutig verstehst, lass dir die Berechnung an konkreten Invaliditätsgraden erklären. Ein Versicherungsberater kann die Staffel erläutern; verbindlich sind jedoch die Vereinbarungen in deinem Versicherungsschein und den Versicherungsbedingungen.
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Das Wichtigste zur Progressionsstaffel
Eine Progressionsstaffel erhöht die mögliche Unfallversicherungsleistung vor allem bei hohen Invaliditätsgraden. Entscheidend sind dabei die Kombination aus Grundsumme und Progressionshöhe sowie die genaue Staffel im Vertrag. Prüfe deshalb nicht nur die beworbene Prozentzahl, sondern auch die Leistung bei unterschiedlichen Invaliditätsgraden. So kannst du besser einschätzen, ob der Tarif zu deinem Absicherungsbedarf und deinem Budget passt.
Weitere Informationen zum Versicherungsschutz findest du auch unter Arbeitsunfall: Das solltest du wissen sowie bei der Erklärung zur Grundsumme.
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