Die Deutsche Familienversicherung (DFV) hat kürzlich ihre Beiträge für Zahnzusatzversicherungen erhöht. Diese außerordentliche Erhöhung, die nicht auf dem Alter der Versicherten basiert, betrifft Kunden, die entsprechende Post erhalten haben. Laut DFV handelt es sich um die erste solche Anpassung seit 15 Jahren im Markt für private Zahnzusatzversicherungen.
Wichtige Erkenntnisse
- Die DFV hat ihre Beiträge um durchschnittlich 6,9 Prozent, bzw. 2,05 Euro, angepasst.
- Bei Kindern, insbesondere im Alter von 10 bis 19 Jahren, fielen die Anpassungen teilweise höher aus.
- Kieferorthopädische Behandlungen und gestiegene zahnärztliche Behandlungskosten sind Haupttreiber für die Beitragsanpassungen.
- Andere große Versicherer rechnen derzeit nicht mit einer Welle ähnlicher Beitragserhöhungen.
- Die Nachfrage nach Zahnzusatzversicherungen bleibt voraussichtlich hoch, auch durch das geplante Amalgam-Verbot.
Details zur Beitragserhöhung der DFV
Die DFV bestätigte auf Nachfrage von procontra, dass die Beiträge für ihre Zahnzusatzversicherungen erhöht wurden. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, dass die durchschnittliche Erhöhung bei 6,9 Prozent lag, was einem Anstieg von 2,05 Euro pro Beitrag entspricht. In Einzelfällen, insbesondere bei Tarifen für Kinder, seien die Anpassungen höher ausgefallen, wobei der genaue Prozentsatz nicht kommuniziert wurde. Als Hauptgrund für diese Anpassungen wurden die generell steigenden Kosten im zahnärztlichen Bereich sowie die besonders kostenintensiven kieferorthopädischen Behandlungen bei Kindern und Jugendlichen genannt.
Reaktionen und Ausblick im Markt
Makler Daniel Seeger bestätigt, dass kieferorthopädische Leistungen oft der Hauptgrund für den Abschluss einer Zahnzusatzversicherung für Kinder sind. Trotz der allgemeinen Kostensteigerungen bei Material und Personal erwarten die meisten der von procontra befragten zehn großen privaten Krankenversicherer keine flächendeckende Welle von Beitragserhöhungen bei Zahnzusatzversicherungen. Sie sehen zwar den Kostendruck im Bereich der Kieferorthopädie, gehen aber nicht davon aus, dass dies zu einer allgemeinen Beitragsanpassungswelle führen wird.
Einige Versicherer wie die Ergo Group berichten jedoch von einer Zunahme der Inanspruchnahme von Leistungen, insbesondere bei Zahnprophylaxe und Kieferorthopädie für Kinder. Die Hansemerkur musste nach elf Jahren Stabilität bei einem Tarif Anpassungen vornehmen, die zu moderaten Erhöhungen bei Erwachsenen und gleichzeitig zu Senkungen bei Kindern führten.
Makler Stefan Bierl rechnet zwar nicht mit einem "Zahnzusatz-Phänomen", sondern mit allgemeinen Beitragsanpassungen in allen Versicherungssparten aufgrund von Inflation und steigenden Kosten. Die Nachfrage nach Zahnzusatzversicherungen dürfte jedoch weiterhin stark bleiben. Das ab 2025 geplante EU-weite Verbot von Amalgam-Füllungen könnte die Kosten für gesetzlich Versicherte weiter erhöhen und somit die Nachfrage nach Zusatzversicherungen weiter ankurbeln.

