Im Jahr 2026 stehen gesetzlich Versicherte in Deutschland vor einigen wichtigen Änderungen und Entscheidungen bezüglich ihrer Krankenversicherung. Die Beiträge könnten steigen, und die Auswahl der Krankenkasse wird regionaler. Es ist ratsam, sich frühzeitig zu informieren, um die besten Optionen für die eigene Gesundheit und das eigene Budget zu finden.
Wichtige Punkte für gesetzlich Versicherte 2026
- Der durchschnittliche Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird voraussichtlich auf 2,9 Prozent steigen.
- Die BKK Firmus ist für Versicherte aus bestimmten Bundesländern nicht mehr uneingeschränkt wählbar.
- Die Möglichkeit, durch einen Kassenwechsel Geld zu sparen, bleibt bestehen, auch wenn die Ersparnis durch Steuern gemindert wird.
- Für Menschen mit Schwerbehinderung gibt es Regelungen zur Zuzahlungsbefreiung, die sich 2026 durch höhere Freibeträge leicht verbessern könnten.
Beitragserhöhungen und regionale Unterschiede
Der Chef der Techniker Krankenkasse (TK), Jens Baas, rechnet damit, dass die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung im Jahr 2026 steigen werden. Er prognostiziert, dass der durchschnittliche Zusatzbeitrag über drei Prozent liegen könnte. Gründe dafür sind unter anderem Ineffizienzen im Gesundheitssystem und die Notwendigkeit, Rücklagen aufzufüllen. Die Pläne der Bundesregierung, die Beiträge stabil zu halten, hält Baas für unrealistisch. Dies könnte dazu führen, dass einige Kassen im Laufe des Jahres ihre Sätze anpassen müssen.
Eine weitere Neuerung betrifft die Auswahl der Krankenkassen. Die BKK Firmus, die bisher eine der günstigsten Kassen war, ist seit April nicht mehr für alle Versicherten wählbar. Versicherte aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen können nicht mehr zu dieser Kasse wechseln. Dies unterstreicht die Bedeutung eines regionalen Krankenkassenvergleichs.
Sparen durch Kassenwechsel und Zusatzleistungen
Trotz möglicher Beitragserhöhungen bleibt die Möglichkeit, durch einen Wechsel zu einer günstigeren Krankenkasse Geld zu sparen. Je nach Einkommen können Versicherte jährlich mehrere hundert Euro einsparen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass eine Beitragsersparnis das zu versteuernde Einkommen erhöht und somit die tatsächliche Ersparnis schmälern kann.
Neben den reinen Beitragssätzen spielen auch Zusatzleistungen eine wichtige Rolle bei der Wahl der Krankenkasse. Diese können von professioneller Zahnreinigung über Osteopathie bis hin zu Reiseimpfungen reichen. Ein Vergleich lohnt sich, um eine Kasse zu finden, die nicht nur preislich attraktiv ist, sondern auch die gewünschten Extras anbietet.
Zuzahlungsbefreiung für Menschen mit Schwerbehinderung
Für Menschen mit anerkannter Schwerbehinderung gibt es Regelungen zur Zuzahlungsbefreiung. Die persönliche Belastungsgrenze liegt grundsätzlich bei 2 Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt. Für chronisch Kranke gilt eine reduzierte Grenze von 1 Prozent. Ab 2026 könnten sich durch höhere Freibeträge bei der Berechnung des relevanten Familieneinkommens die Belastungsgrenzen leicht verbessern, was zu einer früheren Befreiung von Zuzahlungen führen kann. Es ist wichtig, die Belege zu sammeln und den Antrag bei der Krankenkasse zu stellen, da die Befreiung nicht automatisch erfolgt.
Was tun bei Änderungen?
Wenn Ihre Krankenkasse ihren Zusatzbeitrag erhöht, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Dies ermöglicht einen Wechsel zu einer günstigeren Kasse, auch wenn Sie noch keine zwölf Monate Mitglied sind. Bei einem regulären Wechsel ist eine Mitgliedschaft von mindestens zwölf Monaten erforderlich. Der Wechselprozess dauert in der Regel zwei Monate zum Monatsende.
Quellen
- Gesetzliche Krankenkassen 2026: Die günstigste Kasse gibt es nur noch regional, Stiftung Warentest.
- Was ist besser: Privat oder gesetzlich krankenversichert?, Handelsblatt.
- Krankenkassenvergleich 2026: Die beste GKV für Sie, Stiftung Warentest.
- Zuzahlungsbefreiung bei Schwerbehinderung für 2026, Gegen Hartz IV.
- Chef der Techniker Krankenkasse: Krankenkassenbeiträge werden 2026 wohl steigen, tagesschau.de.

