Ab 2026 müssen viele Privatversicherte in Deutschland mit deutlichen Beitragserhöhungen rechnen. Gründe sind steigende Kosten im Gesundheitswesen, medizinischer Fortschritt und eine insgesamt stärkere Inanspruchnahme von Leistungen. Besonders betroffen sind beliebte PKV-Tarife mehrerer Versicherer – Versicherte sollten nun ihre Optionen prüfen.
Die wichtigsten Punkte auf einen Blick
- Beitragsanpassungen von durchschnittlich 9 bis 13 Prozent je nach Anbieter und Tarif
- Hauptursachen: Steigende Ausgaben für Krankenhäuser, Medikamente und Pflegepersonal
- Nicht jeder Tarif ist betroffen – einige bleiben auch 2026 stabil
- Tarifwechsel innerhalb der PKV kann Beiträge dauerhaft senken
Warum steigen die Beiträge zur privaten Krankenversicherung?
Mehr Ärztebesuche, neue Therapien und erhöhte Löhne im Gesundheitswesen lassen die Kosten in der privaten Krankenversicherung (PKV) weiter steigen. Für 2026 melden zahlreiche PKV-Unternehmen Anpassungen zwischen 9 und 13 Prozent. Besonders im stationären Bereich sowie bei Arzneimitteln zeigt sich ein massiver Ausgabenanstieg. Die PKV hat ihren Preisanpassungen klare gesetzliche Hürden: Daher werden Beiträge oft über mehrere Jahre nicht angehoben, steigen dann aber deutlich an, sobald bestimmte Schwellenwerte überschritten sind.
Betroffene Tarife und Anbieter im Überblick
Nicht alle Versicherten sind gleichermaßen betroffen. Während z. B. bestimmte Tarife der HanseMerkur oder Allianz stabil bleiben, erfahren andere deutliche Erhöhungen. Für viele Anbieter liegt der Fokus auf Tarifen mit großem Leistungsumfang – besonders in diesen sind die Anpassungen spürbar. Einfache Übersicht:
| Versicherer | Durchschnittliche Erhöhung 2026 | Bemerkung |
|---|---|---|
| Allianz | ca. 11 % | Einige Tarife stabil |
| HanseMerkur | bis zu 13 % | Manche Tarife ohne Erhöhung |
| Gothaer | 12,7 % | Besonders im Vollkostensegment |
| Barmenia | 11,6 % | Große Spreizung zwischen Tarifen |
Im Einzelfall sollte bei jeder Beitragserhöhung individuell geprüft werden, ob ein Wechsel innerhalb des bestehenden Anbieters sinnvoll ist.
Was können Betroffene tun?
Eine Beitragserhöhung muss nicht einfach hingenommen werden. Das Gesetz (§ 204 VVG) sichert PKV-Versicherten das Recht auf einen Tarifwechsel innerhalb ihrer Gesellschaft zu – ohne Verlust der Altersrückstellungen. Folgende Schritte helfen, die Kosten im Griff zu behalten:
- Erhöhung prüfen: Wie stark ist die tatsächliche Anpassung des eigenen Tarifs?
- Alternative Tarife vergleichen: Bestehen günstigere Optionen mit vergleichbaren Leistungen?
- Beratung in Anspruch nehmen: Unabhängige Experten oder spezielle Beratungsdienste bieten Unterstützung beim Tarifwechsel an.
- Wechsel bei Bedarf durchführen: Der interne Wechsel ist oft unkompliziert und mit geringem Aufwand verbunden.
Besonders bei starken Erhöhungen lohnt eine individuelle Beratung. Zusätzlich sollten Versicherte regelmäßig ihren Versicherungsschutz auf neue Bedürfnisse prüfen.
Ausblick und Empfehlungen
Die Kosten im Gesundheitswesen steigen stetig weiter. Laut Prognosen der Versicherer ist auch in den nächsten Jahren mit weiteren Anpassungen zu rechnen. Eine bewusste Tarifoptimierung ist daher eine wichtige Strategie für alle Privatversicherten. Wer rechtzeitig informiert ist und handelt, kann seinen Leistungsumfang sichern und gleichzeitig Kosten sparen.
Quellen
- PKV-Beitragsanpassung 2026: Warum Versicherte mehr zahlen müssen – Krankenversicherung, Versicherungsbote.
- Beitragsanpassung 2026: Informationen zur privaten Krankenvollversicherung, R+V Versicherung.
- 9 % bis 11 % Beitragserhöhung 2026 in der PKV erwartet, hc consulting AG.
- Beitragsanpassung 2026: Krankenkassen erhöhen Beiträge – so geht der Wechsel | Leben & Wissen, BILD.
- HanseMerkur Beitragsanpassung 2026: Was Sie jetzt wissen müssen, hc consulting AG.

