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FSME: Symptome, Ursachen und was wirklich hilft

FSME: Symptome, Ursachen und was wirklich hilft

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Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Viruserkrankung, die durch den Stich infizierter Zecken übertragen wird. Sie kommt vor allem in bestimmten Regionen Deutschlands, Europas und Asiens vor. FSME kann ohne Beschwerden verlaufen, aber auch das zentrale Nervensystem betreffen. Eine spezifische antivirale Behandlung gibt es nicht. Deshalb sind die Impfung in Risikogebieten und der Schutz vor Zeckenstichen besonders wichtig.

FSME: Symptome und Krankheitsverlauf

Die Erkrankung verläuft häufig in zwei Phasen. In der ersten Phase treten nach einer symptomfreien Zeit grippeähnliche Beschwerden auf. Dazu gehören Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit oder Erbrechen. Diese Beschwerden halten meist einige Tage an und können so mild sein, dass du FSME nicht bemerkst.

Bei einem Teil der Betroffenen folgt nach einem fieberfreien Intervall von einigen Tagen bis etwa einer Woche eine zweite Krankheitsphase. Dann können sich die Hirnhäute, das Gehirn oder Gehirn und Rückenmark entzünden. Warnzeichen sind hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle, Lähmungen sowie Sprach-, Schluck- oder Atemprobleme. Bei solchen Beschwerden brauchst du sofort medizinische Hilfe.

Schwere Verläufe treten häufiger bei Erwachsenen und insbesondere bei älteren Menschen auf. Bei Kindern verläuft FSME oft milder, schwere Erkrankungen sind aber auch dort möglich. Als mögliche Langzeitfolgen werden unter anderem Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, chronische Kopfschmerzen, Erschöpfung, Koordinations- und Sprachstörungen oder Lähmungen beschrieben. Nach einer Entzündung von Gehirn, Hirnhäuten oder Rückenmark behalten etwa 20 Prozent der Betroffenen dauerhafte Schäden zurück. Auch psychische Belastungen wie Angstzustände oder Depressionen können auftreten.

Diagnose: Wie wird FSME festgestellt?

Die Symptome allein reichen nicht aus, um FSME sicher zu erkennen, weil sie anderen Infektionen ähneln können. Für die Diagnose fragt die Ärztin oder der Arzt unter anderem nach Aufenthalten in Risikogebieten, möglichen Zeckenstichen und dem Beginn der Beschwerden. Eine körperliche Untersuchung ergänzt die Anamnese.

Im Labor wird vor allem nach Antikörpern gegen das FSME-Virus gesucht. IgM-Antikörper können auf eine frische Infektion hinweisen; IgG-Antikörper können auch nach einer länger zurückliegenden Infektion oder einer Impfung nachweisbar sein. Die Ergebnisse müssen deshalb im Zusammenhang mit dem Krankheitsverlauf und dem Impfstatus bewertet werden. Je nach Beschwerden können weitere Untersuchungen hinzukommen, darunter eine Untersuchung der Rückenmarksflüssigkeit (Liquor). Abzugrenzen sind unter anderem Borreliose, Grippe sowie Hirnhaut- oder Gehirnentzündungen anderer Ursache.

Was hilft bei FSME?

Gegen das FSME-Virus steht keine spezifische antivirale Therapie zur Verfügung. Die Behandlung richtet sich daher nach den Beschwerden und dem Schweregrad der Erkrankung. Ärztlich eingesetzte Schmerz- und fiebersenkende Mittel können Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen sowie Fieber lindern. Welche Medikamente für dich geeignet sind, hängt von deinem Gesundheitszustand und anderen Arzneimitteln ab.

Bei einer Erkrankung solltest du dich körperlich schonen und Überanstrengung vermeiden. Schwere neurologische Verläufe müssen medizinisch überwacht und behandelt werden. Nach der akuten Erkrankung können Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Rehabilitation und psychologische Unterstützung helfen, wenn Beweglichkeit, Sprache, Konzentration oder Stimmung beeinträchtigt bleiben.

FSME-Impfung: der wichtigste Schutz

Die FSME-Impfung schützt vor der Erkrankung, verhindert aber keine anderen durch Zecken übertragenen Infektionen wie Borreliose. Die STIKO empfiehlt sie insbesondere Menschen, die in FSME-Risikogebieten wohnen oder sich dort aufhalten. Dazu zählen auch Personen, die beruflich viel in der Natur arbeiten, sowie Reisende in betroffene Regionen Deutschlands und Europas. Bei älteren Menschen und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen sollte das persönliche Risiko ärztlich besprochen werden.

Die Grundimmunisierung besteht aus mehreren Impfungen. Im Standardschema folgt die zweite Dosis meist nach ein bis drei Monaten, die dritte neun bis zwölf Monate nach der zweiten. Für einen kurzfristig benötigten Schutz gibt es ein Schnellimmunisierungsschema. Nach der Grundimmunisierung sind Auffrischungen erforderlich; die Abstände richten sich unter anderem nach Impfstoff, Alter und persönlichem Risiko. Lass dich vor einer Reise rechtzeitig beraten.

Risikogebiete und Zeckenschutz

In Deutschland liegen FSME-Risikogebiete vor allem in Bayern und Baden-Württemberg sowie in Teilen Hessens und Thüringens. Auch in Österreich, Tschechien, der Schweiz sowie Teilen Skandinaviens und Osteuropas gibt es betroffene Regionen. Die Einstufung kann sich ändern. Prüfe daher vor Aufenthalten oder Reisen die aktuellen Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI).

Zusätzlich zur Impfung senkst du das Risiko eines Zeckenstichs mit einfachen Maßnahmen:

  • Trage lange, möglichst helle Kleidung und festes Schuhwerk.

  • Bleib möglichst auf Wegen und meide hohes Gras, Gebüsch und dichtes Unterholz.

  • Verwende Repellents wie DEET oder Icaridin entsprechend den Angaben auf der Verpackung.

  • Untersuche dich, deine Kinder und Haustiere nach einem Aufenthalt im Freien gründlich. Achte besonders auf Achseln, Leisten, Kniekehlen und den Haaransatz.

  • Entferne eine entdeckte Zecke mit einer feinen Pinzette oder Zeckenzange möglichst hautnah und gerade. Desinfiziere die Stichstelle anschließend.

Eine Zecke kann neben FSME auch Borreliose übertragen. Borreliose wird durch Bakterien verursacht und mit Antibiotika behandelt; gegen FSME gibt es dagegen eine Impfung, aber keine ursächliche Therapie.

Versicherungsschutz bei FSME

Patient und Arzt im Gespräch über Langzeitfolgen von FSME.

Die Krankenversicherung ist bei Verdacht auf oder nach einer FSME-Erkrankung für die medizinische Versorgung zuständig. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen in der Regel notwendige Arztbesuche, Untersuchungen und Behandlungen. Auch die FSME-Impfung wird insbesondere bei Aufenthalten in Risikogebieten übernommen; die konkreten Voraussetzungen solltest du bei deiner Krankenkasse prüfen.

Bei einer privaten Krankenversicherung hängen die Leistungen vom Tarif ab. Eine Reiseversicherung kann bei einer Erkrankung im Ausland zusätzliche medizinische Kosten, einen notwendigen Reiseabbruch oder einen verlängerten Aufenthalt abdecken. Prüfe die Bedingungen vor der Reise und bewahre Rechnungen und Belege auf.

Wichtig bei Verdacht auf FSME

Aufklärung über FSME: Arzt mit Tablet

Wenn du nach einem möglichen Zeckenstich oder einem Aufenthalt in einem Risikogebiet Fieber, starke Kopfschmerzen oder grippeähnliche Beschwerden entwickelst, informiere eine Arztpraxis über den möglichen Kontakt. Bei Nackensteifigkeit, Bewusstseinsstörungen, Lähmungen, Krampfanfällen oder Problemen beim Sprechen, Schlucken oder Atmen ist sofortige medizinische Hilfe nötig. Eine frühzeitige Abklärung hilft, FSME zu erkennen, andere Ursachen auszuschließen und Komplikationen zu behandeln.

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