Eine Knie-TEP ist ein künstliches Kniegelenk, das stark geschädigte Gelenkflächen ersetzt. Sie kommt meist infrage, wenn eine fortgeschrittene Arthrose oder eine andere Gelenkerkrankung anhaltende Schmerzen und deutliche Einschränkungen verursacht. Ziel sind weniger Schmerzen, mehr Beweglichkeit und ein sicherer Alltag. Ob der Eingriff für dich geeignet ist, wird anhand deiner Beschwerden, Untersuchungen und persönlichen Ziele entschieden.
Wann kommt eine Knie-TEP infrage?
Die häufigste Ursache ist eine fortgeschrittene Gonarthrose. Dabei ist der Knorpel stark abgebaut, sodass die Gelenkflächen nicht mehr ausreichend geschützt sind. Schmerzen, Steifigkeit und eine eingeschränkte Gehfähigkeit können die Folge sein. Ein Gelenkersatz wird in Betracht gezogen, wenn konservative Maßnahmen nicht mehr ausreichend helfen und deine Lebensqualität deutlich sinkt.
Zu den möglichen Gründen gehören außerdem posttraumatische Arthrose nach einer Verletzung, rheumatoide Arthritis mit Gelenkzerstörung sowie ausgeprägte Fehlstellungen wie X- oder O-Beine. Vor einer Entscheidung werden in der Regel unter anderem Krankengeschichte, Beweglichkeit und Schmerzen beurteilt. Röntgenaufnahmen zeigen den Zustand der Knochen und Gelenkflächen. Je nach Fragestellung können ein MRT, Blutuntersuchungen oder eine internistische beziehungsweise kardiologische Abklärung hinzukommen.
Eine Knie-TEP ist eine irreversible Behandlung. Deshalb solltest du dich umfassend über Nutzen, Grenzen, Risiken und Alternativen aufklären lassen.
Aufbau und Funktionsweise des künstlichen Kniegelenks
Bei einer Knie-TEP werden die geschädigten Gelenkflächen von Ober- und Unterschenkelknochen bearbeitet und durch Prothesenkomponenten ersetzt. Zwischen den Metallteilen liegt ein Inlay aus abriebfestem Kunststoff, meist Polyethylen. Es dient als Gleit- und Stoßfläche. Wenn die Rückseite der Kniescheibe betroffen ist, kann zusätzlich eine Patellakomponente eingesetzt werden.
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Die Oberschenkelkomponente ersetzt die Gelenkfläche des Oberschenkelknochens.
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Die Schienbeinkomponente sitzt auf dem oberen Ende des Schienbeins.
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Das Inlay ermöglicht das Gleiten zwischen beiden Komponenten.
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Eine Patellakomponente ersetzt bei Bedarf die Rückfläche der Kniescheibe.
Die Metallteile bestehen häufig aus speziellen Legierungen, etwa auf Chrom-Kobalt-Molybdän-Basis; teilweise wird auch Titan verwendet. Wenn du eine bekannte Metallallergie hast, insbesondere gegen Nickel, solltest du das vor der Operation ansprechen. Größe, Form und Ausführung der Prothese werden an deine Anatomie, die Knochenqualität und die Stabilität der Bänder angepasst.
Prothesentypen und Alternativen
Bei einer ungekoppelten Prothese übernehmen die körpereigenen Bänder einen großen Teil der Führung und Stabilisierung. Teilgekoppelte Modelle bieten zusätzliche Stabilität, wenn einzelne Bänder nicht mehr ausreichend funktionieren. Gekoppelte Prothesen kommen bei ausgeprägter Bandinstabilität oder komplexen Befunden infrage und übernehmen die Führung des Gelenks stärker. Welche Variante geeignet ist, hängt vom Zustand deines Knies und der Operationsplanung ab.
Nicht immer muss das gesamte Knie ersetzt werden. Bei einem auf einen Gelenkbereich begrenzten Schaden kann eine Schlittenprothese als Teilersatz eine Möglichkeit sein. Dabei bleiben gesunde Gelenkabschnitte und häufig auch Bänder erhalten. Bei kleineren, lokalisierten Knorpelschäden kommen je nach Befund Verfahren wie eine Knochenknorpeltransplantation oder eine Knopfprothese infrage. Außerdem können Training, Physiotherapie, Schmerzmittel oder Injektionen Beschwerden behandeln oder den Eingriff hinauszögern. Welche Option passt, solltest du mit einer orthopädischen Fachärztin oder einem orthopädischen Facharzt besprechen.
Operation und frühe Nachbehandlung
Während der Operation werden die beschädigten Gelenkflächen entfernt, der Knochen vorbereitet und die Komponenten eingesetzt. Die Verankerung kann zementiert oder zementfrei erfolgen. Bei einer zementierten Prothese fixiert Knochenzement die Komponenten sofort. Bei einer zementfreien Lösung soll der Knochen in die dafür vorgesehene Oberfläche einwachsen. Die Entscheidung hängt unter anderem von Knochenqualität, Alter und individueller Situation ab. Computergestützte Navigation oder robotische Assistenz können die Planung und Positionierung unterstützen; sie ersetzen jedoch nicht die operative Entscheidung und Durchführung durch das Behandlungsteam.
Nach dem Eingriff beginnt die Mobilisation meist früh. Du erhältst eine individuell abgestimmte Schmerztherapie und lernst, mit Gehhilfen sicher zu gehen und Treppen zu bewältigen. Der Krankenhausaufenthalt dauert häufig etwa fünf bis sieben Tage, kann aber je nach Genesung und Gesundheitszustand abweichen. Wie lange du Gehhilfen brauchst, richtet sich nach deiner Belastbarkeit und den ärztlichen beziehungsweise physiotherapeutischen Vorgaben.
Rehabilitation und Alltag mit Knie-TEP
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Die Reha ist ein zentraler Bestandteil der Behandlung. Sie kann stationär oder ambulant stattfinden und umfasst unter anderem Gangschulung, Gleichgewichts- und Koordinationstraining, Muskelkräftigung sowie Übungen für die Beweglichkeit. Eine Gangschulung hilft dir, ein sicheres Gangbild zu entwickeln. Ein Heimübungsprogramm unterstützt den Fortschritt nach der Reha. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen prüfen den Heilungsverlauf und die Funktion des Gelenks.
Zu Beginn solltest du abrupte Richtungswechsel, starke Stoßbelastungen, schweres Heben und Tragen sowie Arbeiten auf Leitern oder Gerüsten vermeiden. Auch Knien und tiefes Hocken können zunächst schwierig sein. Mit der Zeit werden viele alltägliche Aktivitäten wieder möglich, etwa Gehen, Treppensteigen, Radfahren oder Gartenarbeit. Das neue Knie kann sich anfangs fremd anfühlen, und die Beweglichkeit entwickelt sich nicht bei allen Menschen gleich. Realistische Erwartungen und Geduld sind deshalb wichtig.
Vorteile und mögliche Risiken
Eine Knie-TEP kann Schmerzen deutlich lindern und die Geh- und Alltagsfähigkeit verbessern. Viele Menschen können wieder aktiver am sozialen Leben teilnehmen. Eine Garantie für vollständige Schmerzfreiheit oder den Bewegungsumfang eines gesunden Knies gibt es jedoch nicht.
Wie bei jeder größeren Operation bestehen Risiken. Dazu gehören Infektionen, Blutungen, Thrombosen und Narkosekomplikationen. Selten können Nerven oder Gefäße verletzt werden. Später sind unter anderem Prothesenlockerung, Verschleiß, Instabilität, Gelenksteife oder ein Knochenbruch neben der Prothese möglich. In solchen Fällen kann eine weitere Operation erforderlich werden.
Achte nach der Operation auf zunehmende Rötung, Schwellung, Schmerzen oder Fieber und melde diese Beschwerden dem Behandlungsteam. Eine ausgeprägte Beinschwellung, Atemnot oder Brustschmerzen können auf eine Thrombose oder Lungenembolie hindeuten und erfordern unverzüglich medizinische Hilfe.
Haltbarkeit, Sport und Lebensstil
Die Haltbarkeit einer Knieprothese ist begrenzt. Als Richtwert werden häufig etwa 15 bis 20 Jahre genannt; sie hängt unter anderem von Belastung, Körpergewicht, Knochenqualität, Implantat und Operationstechnik ab. Bei geeigneter Belastung sind gelenkschonende Aktivitäten wie Radfahren, Schwimmen oder Nordic Walking oft möglich. Joggen auf hartem Untergrund, Sprünge, Ballsportarten und schnelle Richtungswechsel solltest du nur nach individueller Rücksprache aufnehmen oder vermeiden.
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Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und der Verzicht auf Rauchen können die Genesung unterstützen. Medikamente, Alkohol und bestehende Erkrankungen solltest du mit deinem Behandlungsteam abstimmen. Entscheidend bleibt ein individuell angepasstes Reha- und Belastungsprogramm.
