Windpocken: Symptome, Ansteckung, Behandlung und Impfung
Windpocken sind eine sehr ansteckende Infektion durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV). Typisch sind zunächst ein allgemeines Krankheitsgefühl und Fieber, danach entsteht ein stark juckender Ausschlag. Bei gesunden Kindern verlaufen Windpocken meist mild und heilen von selbst ab. Erwachsene, Schwangere, Neugeborene und Menschen mit geschwächtem Immunsystem haben jedoch ein höheres Risiko für Komplikationen.
Welche Symptome sind typisch?
Die Inkubationszeit – also die Zeit zwischen Ansteckung und ersten Beschwerden – beträgt meist 10 bis 21 Tage. Zu Beginn können Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopf- oder Gliederschmerzen und Appetitlosigkeit auftreten. Fieber kommt häufig hinzu, ist aber nicht immer vorhanden.
Das auffälligste Zeichen ist der Hautausschlag. Er beginnt oft im Gesicht und am Rumpf und breitet sich anschließend über den Körper aus. Typisch sind:
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kleine rote Flecken,
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juckende, mit zunächst klarer Flüssigkeit gefüllte Bläschen,
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aufgeplatzte Bläschen und Krusten.
Der Ausschlag entsteht in Schüben. Deshalb sind gleichzeitig Flecken, Bläschen und verkrustete Stellen zu sehen. Dieses typische Erscheinungsbild wird auch als „Sternenhimmel“ bezeichnet. Bläschen können außerdem auf der Kopfhaut oder im Mund auftreten.
Wie werden Windpocken übertragen?
Das Varizella-Zoster-Virus verbreitet sich vor allem über die Luft, etwa beim Sprechen, Husten oder Niesen. Auch der direkte Kontakt mit dem Inhalt der Bläschen kann zur Ansteckung führen. Die Übertragung über gemeinsam berührte Gegenstände ist seltener möglich.
Wichtig: Du kannst bereits ein bis zwei Tage vor dem Auftreten des Ausschlags ansteckend sein. Die Ansteckungsfähigkeit endet normalerweise erst, wenn alle Bläschen verkrustet sind. Das dauert häufig etwa fünf bis sieben Tage nach dem Auftreten der ersten Bläschen. Wenn du erkrankt bist, solltest du Kontakte vermeiden und zu Hause bleiben – besonders zu Schwangeren, Neugeborenen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Nach einer Infektion bleibt das Virus inaktiv im Körper. Es kann später wieder aktiv werden und eine Gürtelrose auslösen. Dabei treten typischerweise Schmerzen, Brennen oder Jucken in einem begrenzten Hautbereich auf, gefolgt von einem meist einseitigen, gürtelförmigen Bläschenausschlag.

Wie werden Windpocken diagnostiziert?
Oft reicht eine ärztliche Untersuchung aus, weil der Ausschlag mit seinen verschiedenen Entwicklungsstadien charakteristisch ist. Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Beginn und Verlauf der Beschwerden, möglichen Kontakten zu Erkrankten und deinem Impfstatus. Bei unklaren Befunden oder besonderen Risiken können Laboruntersuchungen auf Antikörper oder Virusbestandteile sinnvoll sein.
Andere Erkrankungen können einen ähnlichen Ausschlag verursachen. Dazu zählen unter anderem Ringelröteln, Dreitagefieber und die Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Bei Unsicherheit solltest du den Ausschlag ärztlich abklären lassen.
Was hilft bei Windpocken?
Bei gesunden Kindern steht meist die Linderung der Beschwerden im Vordergrund. Besonders wichtig ist, den Juckreiz zu verringern und Kratzen zu verhindern. Aufgekratzte Bläschen können sich bakteriell infizieren und Narben hinterlassen.
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Kühle Umschläge können den Juckreiz vorübergehend lindern.
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Lotionen oder andere juckreizstillende Mittel solltest du passend zu Alter und Gesundheitszustand mit einer Arztpraxis oder Apotheke auswählen.
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Kurze, lauwarme Bäder und milde, parfümfreie Pflege können die gereizte Haut schonen.
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Lockere, atmungsaktive Kleidung und kurze Fingernägel helfen, zusätzliche Reizung und Kratzverletzungen zu vermeiden.
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Ruhe und ausreichendes Trinken unterstützen die Erholung.
Bei Erwachsenen, schwerem Krankheitsverlauf, geschwächtem Immunsystem oder Komplikationen kann eine ärztliche Behandlung mit antiviralen Medikamenten erforderlich sein. Antibiotika helfen nicht gegen das Virus, können aber bei einer zusätzlichen bakteriellen Infektion notwendig werden. Nimm Medikamente gegen Fieber, Schmerzen oder Juckreiz nicht eigenständig ein, sondern kläre die Auswahl und Dosierung ärztlich oder in der Apotheke ab.
Wann solltest du zum Arzt?
Eine ärztliche Abklärung ist besonders wichtig, wenn du schwanger bist, ein geschwächtes Immunsystem hast, dich ungewöhnlich krank fühlst oder hohes beziehungsweise anhaltendes Fieber auftritt. Sofortige medizinische Hilfe brauchst du bei Atemnot, starken Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Verwirrtheit oder Krampfanfällen. Auch entzündete, stark gerötete oder schmerzhafte Bläschen solltest du untersuchen lassen.
Schwangere sollten sich bei Verdacht auf Windpocken oder nach engem Kontakt zu einer erkrankten Person umgehend an eine Arztpraxis wenden. Das Virus kann selten über die Plazenta auf das ungeborene Kind übergehen. Besonders kritisch kann eine Erkrankung kurz vor oder nach der Geburt sein. Eine mögliche passive Immunisierung nach Kontakt muss insbesondere bei Risikopersonen schnell ärztlich geprüft werden.
Windpocken bei Kindern und Erwachsenen
Kinder haben häufig einen milden Verlauf. Sie sollten während der ansteckenden Phase nicht in die Schule oder den Kindergarten gehen und erst zurückkehren, wenn alle Bläschen verkrustet sind. Unterstütze dein Kind mit kühlen Umschlägen, geeigneten Lotionen, kurzen Fingernägeln und lockerer Kleidung.
Bei Erwachsenen können Fieber, Krankheitsgefühl und Ausschlag stärker ausgeprägt sein. Außerdem steigt das Risiko für eine Windpocken-Lungenentzündung, bakterielle Hautinfektionen sowie seltene neurologische Komplikationen wie eine Hirnhaut- oder Hirnentzündung. Deshalb solltest du bei Windpocken im Erwachsenenalter frühzeitig ärztlichen Rat einholen.
Wie kannst du dich schützen?
Die wichtigste Vorbeugung ist die Varizellen-Impfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt sie für Kinder ab 11 Monaten. Üblicherweise sind zwei Impfungen vorgesehen: die erste im Alter von 11 bis 14 Monaten, die zweite im Alter von 15 bis 23 Monaten. Auch ungeimpfte ältere Kinder, Jugendliche und Erwachsene können nach ärztlicher Beratung von einer Nachholimpfung profitieren.
Für Erwachsene ist die Impfung besonders relevant, wenn keine durchgemachte Windpockenerkrankung oder kein ausreichender Immunschutz bekannt ist. Dazu gehören unter anderem Frauen mit Kinderwunsch ohne nachgewiesene Antikörper, Menschen vor einer geplanten Immunsuppression oder Organtransplantation sowie bestimmte weitere Risikogruppen. Eine Impfung während der Schwangerschaft solltest du nicht eigenständig planen; kläre den Schutz möglichst vorher ärztlich.
Die Impfung ist in der Regel gut verträglich. Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle, leichtes Fieber oder ein milder Ausschlag können auftreten. Deinen individuellen Impfstatus und mögliche Gegenanzeigen besprichst du am besten mit deiner Arztpraxis.
Nach Kontakt mit einer erkrankten Person solltest du klären lassen, ob du immun bist. Für bestimmte Risikogruppen kann eine passive Immunisierung mit Antikörpern infrage kommen. Sie muss zeitnah geprüft werden.
Das Wichtigste auf einen Blick
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Windpocken beginnen häufig mit Krankheitsgefühl und Fieber; der typische juckende Ausschlag folgt meist danach.
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Du bist schon vor dem Ausschlag ansteckend und bleibst es, bis alle Bläschen verkrustet sind.
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Kratzen kann bakterielle Infektionen und Narben begünstigen.
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Erwachsene, Schwangere, Neugeborene und immungeschwächte Menschen sollten bei Verdacht frühzeitig medizinischen Rat einholen.
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Die Impfung schützt vor Windpocken und verringert das Risiko schwerer Verläufe.
Weitere Beschwerden wie Krampfanfälle gehören nicht zum unkomplizierten Verlauf und müssen sofort medizinisch abgeklärt werden. Bei Fragen zu einer möglichen immunsuppressiven Therapie, zur Differenzialdiagnose oder zur medizinischen Versorgung solltest du dich an eine medizinische Fachstelle wenden.
